Wasser in Massen

Statt Sonnenschein und lauer Nächte, die vergangenen Wochen dominierte Starkregen die Sommerzeit. Wenn innerhalb weniger Tage derart viel Niederschlag fällt, dann stellt dies erhebliche Anforderungen an die Funktionsfähigkeit öffentlicher Infrastrukturen. Denn ohne intakte Gräben keine zügige Ableitung des Wassers; verkrauteten und verlandeten Gewässern fehlt es am notwendigen Stauvolumen.

Dennoch wird auch in unserem Ort immer wieder Grünschnitt in Gräben entsorgt. Dieser lässt sich dann nur mit großem Aufwand wieder entfernen, hoffentlich aber rechtzeitig vor dem nächsten Regenereignis. An anderer Stelle erschwert der Naturschutz den Schutz vor Naturgefahren, etwa, weil wir beim Giebel- oder Teilungssee nur ca. 25% der Fläche der jährlichen Pflege unterziehen dürfen. Damit Straßen und Wege in diesen Situationen nicht zu reißenden Flüssen werden, dafür wurden an vielen Stellen im Ort Mulden und Rigolen angelegt.

Schlecht gepflegt oder durch das Befahren mit Fahrzeugen stark verdichtet, können diese ihre Funktion aber nur unzureichend erfüllen. Allzu oft ist die Folge stauender Niederschlag in den Straßen und der Eintritt von Regenwasser in das Abwassernetz des WSE. Dort führt das zusätzliche Wasser zu Überlastungen der Rohre und Pumpwerke, was manche Anwohner leidvoll und regelmäßig durch Fäkalien in ihrem Vorgarten erfahren müssen. Mit der stinkigen Brühe kommen die leistungsfähigen Schmutzwasserpumpen unserer Feuerwehr zwar zurecht, Vergnügungssteuer wird bei den Kameraden dafür aber keineswegs fällig.

Und noch einen unangenehmen Effekt hat unzulässiges Regenwasser im Abwassersystem. Für die Überschreitung der Einleitmengen werden durch den Betreiber des Klärwerks Strafgebühren vom WSE erhoben. Allein nach dem Ereignis am 12.07. beliefen sich diese auf einen deutlich sechsstelligen Betrag. Eingerechnet werden diese Zusatzkosten natürlich bei der nächsten Kalkulation der Abwassergebühr, dann zu Lasten aller in der Solidargemeinschaft der Anschlussnehmer.

Es macht also durchaus Sinn, bei der Pflege des Begleitgrüns in den Straßen mit anzupacken und für das Auto doch einen ordnungsgemäßen Parkplatz zu nutzen. Und sehr gern nehmen wir auch eine kurze Meldung nebst Foto entgegen, wenn sich an bestimmten Stellen im Ort das Wasser staut. Nicht immer sind diese Problemstellen bei Kontrollen gut zu erkennen und lassen sich bestehende Mängel umfänglich aufnehmen. Nur gemeinsam lassen sich Schäden verhindern und zusätzliche Kosten vermeiden.

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter

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