Herzlichen Dank!

Mehr als 6 Monate, über 28 anstrengende Wochen liegen nun hinter uns – den vielen unermüdlichen Helfern und Unterstützern, zahlreichen engagierten Freunden, meiner Familie und mir. Manches passte zeitlich nur schwer zusammen, oft musste improvisiert werden und die Anspannung stieg kontinuierlich an. Bis zuletzt war der Ausgang der Wahl ungewiss, war es gefühlt womöglich nicht die richtige Botschaft?

Umso mehr hat mich das klare Ergebnis am vergangenen Sonntag überwältigt und beeindruckt. Allen Wählerinnen und Wählern möchte ich für das gegebene Vertrauen meinen herzlichen Dank aussprechen!

Besonders gefreut hat mich dabei die breite und positive Resonanz – alle Altersgruppen wie auch den gesamten Ort betreffend. Wenn Wahlen generationsübergreifend und losgelöst von der Frage des Ortsteils entschieden werden, dann ist dies eine solide Basis für die Gestaltung unseres Ortes. Nur selten sind schnelle und einfache Lösungen möglich, deshalb braucht es Vernunft und Verständnis im Umgang miteinander.

Und noch etwas nehme ich als Gewinn aus den letzten Wochen mit: Ein deutlich wachsendes Interesse an Kommunalpolitik und die Bereitschaft sehr unterschiedlicher Menschen, sich zukünftig selbst auch in diesen Fragen zu engagieren. Lassen wir uns von diesem Wind nun auch zur Wahl der Gemeindevertretung in einem Jahr tragen. Verantwortung übernimmt, wer mitmacht!

Ihr Marco Rutter

Frische Ideen und Mut für neue Konzepte gefragt

Am nächsten Sonntag wird dem Wahlgewinner das Privileg zuteil, einen bunten Strauß drängender Aufgaben in Empfang zu nehmen. Mit dem bisher größten Projekt unserer Gemeinde, der Erweiterung des Grundschulcampus im Ortsteil Petershagen, sind gleichermaßen hohe Planungs- und Finanzrisiken verbunden. Zusätzlich muss die Bauzeit an Einschulungsterminen orientieren. Schleppende Entwicklungen sind nicht mehr zu vermitteln, denn längst richtet sich der sorgenvolle Eltern-blick auf die weiterführenden Schulen. Doch auch der kleine Nachwuchs hat vergleichbare Fragen. Derzeit kennen wir aber weder das bestehende Angebot der Kinderbetreuung noch den tatsächlichen Bedarf wirklich genau. Fundierte Antworten brauchen eine solide Basis. Dem nicht genug, muss ein neues Verkehrskonzept die Siedlungsentwicklung berücksichtigen und gezielt sowohl Verkehrsaufkommen als auch Lärmbelastung an neuralgischen Punkten reduzieren. Es muss aber auch die Sicherheit auf den Schulwegen ins Zentrum der Maßnahmen rücken und den Weg für neue Mobilitätslösungen eben.

Nur ein kleiner Teil des Blumengebindes, welcher aber zeigt, es geht um weit mehr als die Organisation von Verwaltungsabläufen. Fachlicher Anspruch und thematische Breite sind bei der Entscheidungsfindung hoch. Die Lösungen für aktuelle und kommende Problemstellungen sind kaum in der Vergangenheit zu finden. Es braucht frische Ideen und den Mut für neue Konzepte. Was möglich ist, das wird erst mit dem Blick über den Tellerrand und in Verhandlungen über Gemeindegrenzen hinweg greifbar. Wenn sich zudem Gesellschaft, Rechtgrundlagen und Technik verändern, dann darf auch dies nicht unberücksichtigt bleiben. Denn wirklich gestalten kann nur, wer der Entwicklung gedanklich voraus ist. Darin lag häufig unser Problem, beim bedarfsgerechten Ausbau von Schulen und Kitas, für junges und altersgerechtes Wohnen, des öffentlichen Nahverkehrs oder von Begegnungsstätten.

Zu lösen sind anspruchsvolle Aufgaben aber nur in einer Kultur des Miteinanders. Sowohl im Umgang zwischen dem Bürgermeister, seinen Verwaltungsmitarbeitern und der Gemeindevertretung als auch bei der Einbeziehung von Wissen, Ideen und Engagement unserer Bürger. Wer hingegen gedanklich Mauern zwischen den Ortsteilen errichtet, der verstellt den Blick für gute Lösungen. Denn die Themen im Blumenstrauß betreffen uns alle, nehmen wir ihn also gemeinsam in Empfang.

…erschienen in der Märkische Oderzeitung vom 14. März 2018

Aufregung um Schulpendler

Das Problem ergibt sich einerseits aus bestehenden Kapazitätsengpässen bei 3-zügiger Wechsel in die Oberschule und erforderliche 4-zügige Einschulung. Andererseits aber auch durch die zumindest absehbaren Bautätigkeit am Schulstandort Petershagen, da sich durch diese zusätzliche Einschränkungen innerhalb des ohnehin ausgelasteten Schulcampus ergeben. Leider haben wir uns in den zurückliegenden Jahren von der Einwohnerentwicklung überraschen lassen und befinden uns nun fortschreitend in der Mangelverwaltung. Eigentlich kennen wir die Einwohnerzahlen je Alter, Geburtenraten, Zahl der Bauanträge, vorhandene Baupotenziale und selbst Generationswechsel durch Verkäufe im Gebäudebestand tauchen in den Daten auf – nur wir arbeiten weiterhin nicht mit diesen Zahlen. Im Bereich der Kindertagesbetreuung ist die Situation noch schlimmer. Hier verwalten wir nur die kommunalen Einrichtung, die aktive Einbindung der privaten Trägern fehlt nach wie vor. Und Angebote der Tagesmütter kommen zudem in der Betrachtung überhaupt nicht vor. Einfach nur plakativ den Bau einer Kita zu fordern, dass ist mir entschieden zu wenig und geht am Problem vorbei! Die hier in den Beiträgen empfohlene Mehrfachanmeldung entspricht der verständlichen Praxis, verursacht aber erheblichen Koordinierungsaufwand im Nachgang und steht einer vernünftigen Planung entgegen. Wenn Tagesmütter überwiegend Kinder der Altersgruppe U3 betreuen, ergibt sich beispielsweise ein höherer Bedarf im Vorschulalter. Die Frage nach der Größe und Ausgestaltung einer zusätzlichen Kita lässt sich erst mit dem Blick für diese Zusammenhänge beantworten. Vielleicht hält diese Denkweise ja demnächst Einzug….

Als Hintergrundinformation vielleicht gut, nutzt diese Erklärung den betroffenen Eltern aber aktuell wenig. Auch improvisierte Lösungen müssen sich an Familienfreundlichkeit orientieren. Von dem geschilderten Problem habe ich durch Eltern vor ca. 4-5 Wochen erfahren und bereits Gespräche mit der Schulleitung und der Verwaltung dazu geführt. Versichert wurde mir, dass mit den betroffenen Eltern individuelle Gespräche geführt werden, um familiäre Härtefälle gezielt auszusteuern. Dabei ist nicht nur entscheidend, ob derzeit bereits ein Kind die Grundschule Petershagen aufsucht. Auch in den nächsten Jahren folgende Geschwister müssen berücksichtigt werden. Anderenfalls verlagern wir Konflikte nur zeitlich. Dies sollte auch nicht so schwer sein, denn bei üblicher Einschulung mit 6 Jahren und regulär 6 Klassenstufen Grundschulentwicklung ist jedes betroffene Kind schon heute bekannt.

Anders verhält es sich mit der genauen Zahl der „Schulpendler“, die zum Zeitpunkt meiner Gespräche noch nicht genau zu beziffern war. Hier kommt es letztlich auf die tatsächliche Zahl der Schüler zum nächsten Einschulungstermin an – es gibt auch vereinzelte Nachmeldungen durch Zuzug oder Rückstufungen aufgrund kindlicher Entwicklungen. Ebenso bestimmen Platzzusagen privater Bildungsträger den finalen Bedarf. Im Ergebnis sind auch Alternativen nicht auszuschließen, dann aber an der Größe des verbleibenden Problems durchdacht.

Aufgrund dieser Unwägbarkeiten finde ich die Ansprache der Eltern etwas unglücklich und hätte diese daher anders geregelt – mit besserer Vorauswahl und verständlicherer Problemdarstellung. Diese Qualität können wir erreichen, wenn Schul- und Kommunalverwaltung im Vorfeld besser abgestimmt befinden. Nicht alle Informationen liegen der Schule vor, diese hat aber in ihrer Zuständigkeit und wegen bestehender Meldepflichten gegenüber dem Schulamt das Schreiben verschickt. Problem erkannt, Lösung in Arbeit…

#Bildung #Schulentwicklung #Verwaltung #Einschulung

Stichwahl erreicht!

Herzlichen Dank an alle Wählerinnen und Wähler sowie Freunde und Unterstützer für das beeindruckende Ergebnis!
Doch auch wenn die Freude groß ist, jetzt zählt das Ergebnis der Stichwahl am 18.03. – packen wir es gemeinsam an!

#Stichwahl #Petershagen #Eggersdorf

Bürgerbeteiligung war der Schlüssel zum Erfolg

Was wollen, was brauchen die Menschen in unserem Ort wirklich? Diese Frage stellte sich die Kommunalpolitik in der kleinen Gemeinde Brekendorf in Schleswig-Holstein. Um eine direkte Befragung der Einwohner zu ermöglichen, wurde eine Arbeitsgruppe für das Projekt „Masterplan Daseinsvorsorge“ gebildet. Diese widmete sich den Themen Senioren, Jugend und Dorfentwicklung. „Unsere Einwohnerzahl steigt“, konnte der Bürgermeister zu Beginn des Projektes berichten. Zudem gebe es eine große Nachfrage nach Baugrundstücken. „Baulücken haben wir im Dorf aber keine“, so das Gemeindeoberhaupt. Daraus ergeben sich veränderte Anforderungen. Es wird schwieriger allen Bedürfnissen gerecht zu werden.

Erfreulich: Gut 60 Prozent der verteilten Fragebögen kamen wieder zurück und lieferten wertvolle Erkenntnisse. Die Brekendorfer sind heimatverbunden, das war nur ein Ergebnis. Die Nähe zu den größeren Städten und die intakte Natur sind die Gründe, warum sich die Bürger in der Gemeinde so wohl fühlen. Nachholbedarf wird hingegen beim öffentlichen Nahverkehr gesehen.

Besonders interessant: Verschiedene Freizeitangebote waren zwar bekannt, würden aber nur in geringem Maße wahrgenommen. Dafür fehlen ein Eis-Café, Gesprächskreise oder Kegelausflüge. „Wir werden jetzt einen Literaturkreis anbieten“, leitet sich aus den Arbeitsergebnissen ab. Für die Organisation dieses Kreises fand sich bereits eine ortsansässige Autorin. Und auch ein zweites Projekt steht bereits als Folge der Auswertung in den Startlöchern, es soll eine Boulebahn gebaut werden. Verschiedene Standorte sind schon im Gespräch. Die Arbeiten sollen überwiegend in Eigenleistung erfolgen. Auch bei anderen Wünschen, wie beispielsweise Ausflügen und Theaterfahrten, könne man sich eine zügige Realisierung vorstellen.

Die Gemeindepolitik bekam bei der Befragung übrigens im Durchschnitt ein „Gut“, doch dank der neuen Form von Bürgernähe wird sich auch das noch steigern lassen.

#Zusammenleben #Mitbestimmung #Bürgerbeteiligung #Ortsentwicklung

Kommt der Bus bald öfter?

Irgendwie haben derzeit alle Kandidaten für das Bürgermeisteramt die Verdichtung des Bustaktes auf der Agenda. Ohne Zweifel wäre ein kürzere Wartezeiten an den Haltestellen wünschenswert. Aber wie realistisch ist dieses Ziel überhaupt? Schauen wir ins Detail.

Federführend für den Busverkehr ist der Landkreis. Dieser schreibt Mobilitätsleistungen öffentlichen aus und schließt dann mit dem Bieter einen Verkehrsvertrag. Zuletzt erfolgte dies mit dem Betreiberwechsel zum 01.01.2017 für die Vertragslaufzeit von 10 Jahren. Eine Kündigung dieses Vertrag wäre nur bei schwerwiegenden Verstößen gegen die im Vertrag geforderte Qualität und Quantität möglich. Zwar sind im Nachgang Anpassungen des Fahrplans durch den Landkreis möglich, nur wird dieser an einer Stelle im Landkreis ausgeweitet, dann muss an anderer Stelle gekürzt werden.

Nun gut, dann muss der Vertrag eben erweitert werden. Gegen mehr Geld kann doch das bestellte Verkehrsunternehmen nichts haben? Bedenken kämen wohl eher aus dem Kreistag, aber nicht nur. Denn die kurzfristige Beschaffung zusätzlicher Busse und die langfristigen Aufwände für Wartung und Pflege lassen auch den Bedarf an zusätzlichen Dienstleistungen ansteigen. Noch schwieriger zu lösen wäre aber die Einstellung zusätzlicher Busfahrer, denn dies gelingt schon heute nicht in ausreichendem Umfang. Selbst die Berliner Verkehrsbetriebe sehen sich inzwischen gezwungen pensionierte Busfahrer auf 450-Euro-Basis zu gewinnen. Nach Aussage der Verkehrsverbände summiert sich der Personalmangel bis 2020 bundesweit auf gut 10.000 Busfahrer. Die anhaltende Diskussion um Dieselfahrverbote und eine flächendeckender Ausweitung des Nahverkehrs wird diesen Trend weiter verstärken.

Somit ist es nicht verwunderlich, dass die Branche begeistert nach dem rettenden Strohhalm des autonomen Fahrens greift. Alle namhaften Hersteller und auch einige pfiffige Startups haben sich dieser Thematik inzwischen angenommen – mit unterschiedlichen Konzepten und Projektfortschritten. Technisch funktioniert heute bereits vieles problemlos, größerer Bedarf besteht eher bei den gesetzlichen Regelungen.

Das oben abgebildete Gefährt hört übrigens auf den Namen Olli. Und das ist kein Scherz, denn Olli redet mit seinen bis zu 12 Fahrgästen – immer freundlich und gut informiert! Selbst früh um 5 Uhr fallen ihm Komplimente leicht. Und Olli weiß bei Bedarf auch mehr – welches Restaurant sich für den Abend empfiehlt, ob die Angerscheune zu einer Veranstaltung lädt oder wann das nächste Heimspiel von Blau-Weiß auf dem Plan steht. Wo die Fahrt hingehen soll, dass entnimmt Olli dem Wunsch des Fahrgastes. Aktuell reichen Ollis Auge bzw. Sensoren aus, um auf eine festgelegten Fahrstrecke allen Hindernissen zuverlässig auszuweichen. Wo sich Olli gerade befindet verrät dabei jederzeit die App auf dem Smartphone. Aber in voraussichtlich 2 bis 3 Jahren wird Olli die Wünsche seiner Kunden vom Smartphone ablesen. Ein Klick am Frühstückstisch reicht dafür aus und der Shuttle zum Bahnhof steht zuverlässig vor der Tür. Spätestens dann ist Olli auch in der Lage, sehr flexibel auf individuelle Mobilitätsbedürfnisse zu reagieren. Sonntags die Gäste nach dem Familienkaffee zuverlässig zum Bahnhof – kein Problem! Zusätzliche Sammeltransporte vor und nach Kulturveranstaltungen in der Giebelseehalle – einfach und flexibel zu planen. Früher Schulschluss oder Projektwochen im Ort – lässt sich als Fahrauftrag einbuchen. Und selbstverständlich ist Olli auch Senioren gegenüber zuvorkommend, denn er öffnet seine große Tür barrierefrei.

Sicher nur ein Baustein zukünftiger Mobilität, aber ein faszinierender! Erste Erprobungen im Alltag sind bereits angelaufen – so etwa in Hamburg und Berlin, im niederbayerischen Kurort Bad Birnbach oder der brandenburgischen Kleinstadt Kyritz. Weitere Beispiele sind international zu finden. Gefördert wird diese Form der Mobilität übrigens in erheblichem Umfang durch Bund und Länder. Und wenn wir bei den Kosten sind, zumindest Olli wird zu großen Teilen am 3D-Drucker gefertigt und seine Produktion soll max. 12 Stunden dauern. Das senkt die Kosten auf etwa die Hälfte der Ausgaben für einen regulären Linienbus – trotz der verbauten Technik. Und auch die Folgekosten sind dank elektrischer Radnabenmotore überschaubar. Freundlichkeit gibt es bei Olli eh kostenfrei dazu. Freuen wir uns also auf die mobile Zukunft…

#Verkehrskonzept #Mobilität #Ortsentwicklung #Busverkehr #Zukunft

Rad, Bus, Bahn oder Auto? Verkehrskonzepte neu denken!

Nicht nur zu Zeiten des Berufsverkehrs und auf den Hauptverkehrsachsen wird der Fahrzeugverkehr im Ort immer dichter. Dies wirft vermehrt Fragen zur Sicherheit auf und wird letztlich auch zur Belastung für Anwohner. Daher die drängende Frage, wie lässt sich die Verkehrssituation verbessern? Zuerst ist es entscheidend, die im Tagesverlauf stattfindenden Verkehrsbewegungen zu verstehen. Wo beginnen und wo enden Fahrten durch unseren Ort? Wann finden diese statt? Welches Verkehrsmittel wird dafür genutzt? Nur wer Zusammenhänge erkennt kann gezielt planen!

Morgens zwischen 6 und 9 Uhr sind es vorwiegend Berufspendler, die mit dem PKW zum S-Bahnhof Petershagen/Nord und über die Haupt- und Landesstraße in Richtung Berlin drängen. Und nicht alle von ihnen wohnen im Ort, auch für Einwohner aus Altlandsberg oder Rüdersdorf ist insbesondere der Bahnanschluss ein attraktives Ziel. Ab etwa 7:30 Uhr tragen Eltern auf dem Weg zur Kita oder Schule zur Verkehrsdichte bei. Nicht selten überlagern sich hier familiäres Ritual und persönlicher Arbeitsweg. Aber auch danach kommt keine Ruhe auf, bereits ab 8:00 Uhr folgen Einkaufsfahrten, Arztbesuche und Freizeitaktivitäten unserer Senioren. Vor allem um die Mittagszeit wird noch schnell die fehlende Zutat aus dem Supermarkt geholt. Ein großer Teil der Fahrten führt aus unterschiedlichen Wohngebieten zu wenigen zentralen Punkten. Am Nachmittag folgt alles in umgekehrter Reihenfolge. Kinder werden ab 15:00 Uhr abgeholt, Pendler treffen ab 16:30 Uhr wieder ein, Vorräte werden bis nach 20 Uhr aufgefüllt.

Sicher noch kein vollständiges Bild, aber wachsende Einwohnerzahlen – auch in den Nachbarkommunen – ein höherer Bedarf an Kita- und Schulplätzen sowie der ansteigende Bevölkerungsanteil der Senioren lassen die Zahl alle aufgezeigten Verkehrsbewegungen weiter zulegen. Auf den Straßen wird es damit zunehmend voller und weitere Parkplätze am Bahnhof werden perspektivisch gebraucht. Ebenso wird deutlich, die klassischen Buslinienbus können hier nur sehr begrenzt Abhilfe schaffen. Als Verbindung zwischen den Orten konzipiert, lassen sich innerorts bestehende Mobilitätsbedürfnis darüber kaum decken. Denn viele der beschriebenen Fahrstrecken verlaufen quer zum Busliniennetz. Dieses Problem lässt sich auch durch Taktverdichtung nicht lösen, die Attraktivität des eigenen Autos bleibt folglich hoch.

Wächst die Verkehrsdichte, dann nehmen zwangsweise auch die Mobilitätskonflikte zu. Häufige Idee – eine Ampel muss her. Durchaus eine akzeptable und schnelle Lösung, aber mit weitreichenden Folgen. Was dichte Verkehrsflüsse unterbrechen und ein gefahrloses Kreuzen ermöglichen soll, das erzeugt an anderer Stelle zwangsweise Stau. Konflikte werden so letztlich nur verlagert. Und wird der Stau im Ort zur Belastung, dann ist die nächste Idee nicht weit – eine Umgehungsstraße soll es richten. An manchen Stellen sinnvoll, bleibt auch diese nicht ohne Nebenwirkungen. Naturräume werden durchbrochen, Einzelhandel verlagert sich, frühere Ortszentren verlieren an Bedeutung – schleichend verändert sich so das Ortsbild.

Aber geht es auch anders? Durchaus, wenn sich Nahverkehrskonzepte am tatsächlichen Bedarf orientieren und möglichst unmittelbar vor der Haustür beginnen. Wenn Mobilitätsbedürfnisse aus den Nachbarkommunen mit betrachtet und bereits vor Ort eingebunden werden. Wenn sich der Platzbedarf für Mobilität durch Nutzung unterschiedlicher Transportmittel verringert, Verkehrsflüsse sich besser in der Fläche verteilen und Verkehrsmittel konsequent miteinander verknüpft werden. Umfassende Probleme brauchen ganzheitliche Lösungen!

#Verkehrskonzept #Mobilität #Ortsentwicklung

Antworten auf Fragen von Hr. Hinz…

Sehr geehrter Herr Hinz,

vielen Dank für Ihre Ideensammlung zum Erhalt des Grünen Markenkerns unseres Ortes. Ihr Engagement für dieses Thema weiß ich zu schätzen, denn den Bezug zur prägenden Landschaft trotz anhaltender Siedlungsdynamik zu erhalten, dies sehe ich ebenso als Herausforderungen der zukünftigen Ortsentwicklung.

Allerdings stellen sich die von Ihnen aufgeworfenen Fragen in dieser Form nicht. Nahezu alle der angeführten Fläche und Bereiche sind bereits heute im Flächennutzungsplan als Grün- und Waldflächen ausgewiesen. Es besteht also kein Baurecht und die befürchteten Auswirkungen können sich folglich nicht einstellen. Aus Sicht der Kommune ist die Bauleitplanung hier auch das wirksamste Mittel. Höherwertiges Recht kann lediglich durch die Ausweisung von Landschafts- und Naturschutzflächen angewandt werden, was jedoch höheren Verwaltungsebenen obliegt. Für einige Ihrer „Problembereiche“ ist dies aber auch bereits heute so gegeben, etwa im Umfeld des Mühlenfließes.

Durchaus zeigt der bestehende Rechtsrahmen aber auch Möglichkeiten auf, einer Umnutzung von Flächen zu erwirken. Dem geht aber immer ein Planverfahren unter Beteiligung der Öffentlichkeit und übergeordneter Behörden voraus. Im Verfahren sind jeweils die Auswirkungen auf Flora, Fauna, Fläche, Boden, Wasser, Luft, Klima und das Wirkungsgefüge zwischen diesen Schutzgütern als auch auf die Landschaft und die biologische Vielfalt an sich detailliert zu ermitteln und zu bewerten. Sollte im Ergebnis dieser eingehenden Prüfung eine Nutzungsänderung im Grundsatz zu vertreten sein, so ist dennoch für alle betroffenen Schutzgüter zwingend ein Ausgleich festzusetzen. Dieser kann sowohl bauliche Einschränkungen oder einen Teilerhalt von Grünflächen als auch die gezielte Aufwertung anderer Naturräume im Umfeld umfassen. All dies natürlich bei voller Transparenz im Lichte der Öffentlichkeit.

Was ihre vorgeschlagenen Einzelmaßnahmen betrifft: Durchaus sind hier einige interessante Ansätze enthalten, wobei mir diese Betrachtung jedoch zu kurz greift. Für mich kommt es in dieser Thematik vielmehr auf einen ganzheitlichen Ansatz an, der nicht um einzelne Punkte im Ort polarisiert, sondern ein übergreifendes Verständnis ermöglicht und den gesellschaftlichen Konsens sucht. Als besonders zielführend halte ich hier die Arbeit der Lokalen Agenda 21, die bei der Entwicklung des Leitbildes 2020 für unsere Gemeinde sowohl Grünflächen und Biotope genau erfasst und kartografiert, aber diese auch in einen größeren Kontext von Demografie, Wasserhaushalt, Bildung, Klima und Energie etc. gestellt hat. Diese Qualität ist zwingend erforderlich, soll aus den Idee Einzelner die Zielsetzung Vieler werden. Daher sehe ich in der Neuauflage eines Leitbildes 2030 das richtige Instrument, auch zur Befriedung und Vereinheitlichung naturschutzrechtlicher Regelungen in unserer Gemeinde. Denn anders als von Ihnen formuliert, ist die kommunale Baumschutzsatzung nicht entfallen. Sie ist aber juristischer Sicht heute unsauber formuliert und wird in unverständlicher Form als Flickenteppich angewandt. Und genau das produziert das Gegenteil von gesellschaftlichem Konsens!

#Natur #Verwaltung #Mitbestimmung #Ortsentwicklung

So geht Kitaplatzvergabe!

Die Suche nach einem Kitaplatz bedeute für Eltern unserer Gemeinde, Antragsformulare für die 3 kommunalen Kitas im Internet zu suchen, diese auszufüllen und im Rathaus abzugeben. Außerdem ist auch Kontakt zu den fünf freien Trägern aufzunehmen und dort jeweils die Frage nach freien Plätzen zu stellen. Einzelbesuche zur Antragsstellung schließen sich mindestens an. Oft dienen aber auch weitere Besuche dem Vergleich der Einrichtungen sowie der pädagogischen Konzepte. Und da man nie weiß, ob diese Anstrengungen tatsächlich ausreichen, ist auch die Liste der im Landkreis registrierten Kindertagespflegen zu sichten. Aktuell sind in dieser 16 Angebote für Petershagen/Eggersdorf gelistet. Deren Kapazitäten sind aber einzeln telefonisch zu erfragen. Da wächst der Frust schon bei der Anmeldung!

Dank dieses Verfahrens wird ein Kind auch mehrfach angemeldet – anders lässt sich das Risiko eines fehlenden Platzes nicht reduzieren. Geht es dann konkret um die Platzvergabe, ist folglich der Koordinierungsaufwand entsprechend hoch. Auch da nicht alle Eltern ihren zuvor gemeldeten Bedarf auch automatisch wieder abmelden. Stand heute haben wir in der Gemeinde keinen Überblick, wie viele Plätze zum Zeitpunkt überhaupt zur Verfügung stehen. Wir können nicht den bestehenden Bedarf zwischen kommunalen und privaten Einrichtungen steuern. Und wir kennen auch nicht den tatsächlichen Bedarf, nicht die Zahl doppelter Anmeldungen. Bei der Diskussion um Kapazitätsplanungen navigieren wir daher im Nebel. Bei den unterschiedlichen Zahlen, die dabei als Koordinaten dienen, werden zum Teil die Leistungen der Kindertagespflege nicht einmal berücksichtigt. Dabei wären doch gerade diese Angebote wichtig, da sie überwiegend auf die Altersgruppe U3 abzielen. Der folglich höherer Bedarf an Kitakapazitäten im Bereich Ü3 bleibt daher ebenfalls außer Acht. Von bürgerfreundlichem Service lässt sich in diesem Zusammenhang wohl nicht reden. Aber es gibt Abhilfe.

Ein Berliner Software-Unternehmen entwickelt seit 2011 einen Kitaplaner, der inzwischen bei über 50 Kommunen und Landkreisen bundesweit im Einsatz ist. Die Lösung ermöglicht eine einfache Anmeldung, gibt detaillierte Übersicht der bestehenden Angebote und vermeidet dank transparenter Vertragsabwicklung Doppelanmeldungen und Überbelegungen. Zudem bündelt das Portal kommunale und private Träger als auch Angebote der Kindertagespflege. Ganz nebenbei wird so auch der tatsächliche Bedarf an Betreuungsplätzen sichtbar.

…hier das Anwendungsbeispiel der Stadt Schwerin https://www.kitaplaner.de/sch…/elternportal/elternportal.jsf

#Verwaltung #Bildung #SoGehtKitaplatzVergabe #InnovativeVerwaltung