Neue Perspektiven für den Bauernhof

Das Problem des Kinderbauernhofes spitzt sich seit Jahren zu. Statt sich dieser Realität zu stellen und rechtzeitig gegenzusteuern wurden immer höhere Dosen des Schmerzmittels Geldzuwendung verabreicht. Bis auf gut 50.000 € hat sich der kommunale Beitrag so in diesem Jahr erhöht. Gesundet ist der Patient dadurch nicht. Zuletzt konnte er nur noch einen Bruchteil der vereinbarten Aufgaben erfüllen.

Diagnose: akuter Herzstillstand. Ab 01.01.2019 hat die Steremat keine Arbeitskräfte mehr für den Hof. Die Gründe habe ich bereits dargelegt. Für weitere Tabletten ist es nun zu spät. Mit betroffen sind davon auch die beiden Festangestellten der Steremat, die sich dort neuen Aufgaben stellen müssen. In enger Abstimmung mit der Firma haben wir frühzeitig dafür gesorgt, dass die Tiere aus dem Bestand des Fördervereins gesichert untergebracht sind. Einige der Tiere sind jedoch Privatbesitz und nur zur Pflege untergestellt. Hier kann die Gemeinde nicht für einstehen.

Schon im Mai haben wir uns der Situation angenommen, doch das komplette Ausmaß der Probleme ließ sich erst nach drei Monaten diagnostizieren. Die Suche nach einer Notfallmedizin lief selbstverständlich bereits parallel. So wurde mit dem Förderverein beraten, ob dieser für das Konzept oder zumindest Teile davon in Verantwortung treten könnte. Sogar der Umzug auf das alte Gelände in der Florastraße stand als Vorschlag im Raum, weil dies die Betriebskosten deutlich gesenkt hätte. Leider wurden Lösungsversuche in diese Richtung vom Verein als nicht leistbar dargestellt und dessen Auflösung zum Jahresende zu Protokoll gegeben.

Dies nicht akzeptierend, haben wir mit weiteren Interessenten um eine Weiterführung des Konzeptes gerungen – leider ohne Erfolg. Sogar die Einrichtung einer Kita auf dem Bauernhof wurde in Zusammenarbeit mit den zuständigen Sozial- und Gesundheitsämtern geprüft. Letztlich hätte aber auch diese Notmaßnahme die finanziellen Defizite nur weiter erhöht und das Ableben nicht mehr verhindern können. Notgedrungen galt es den Vorschlag des Fördervereins zu prüfen, kommunale Mitarbeiter einzustellen – für den gemeldeten Bedarf von 10 bis 12 Mitarbeitern und unter den Zwängen des Tarifvertrags. Grundlage für den Stellenplan war das vertraglich vereinbarte Konzept zum Betrieb der Umweltbildungsstätte. Die Vergütungen sind mit denen der Hausmeister und im pädagogischen Teil der Erzieher vergleichbar. So sind die bekannten 500.000 Euro begründet. Einbezogen wurden die arbeitgeberseitigen Lohnnebenkosten sowie tariflich zustehende Sonderzahlungen. Vorgeschrieben sind auch Schicht-, Sonder- und Feiertagszuschläge, die bei der Rechnung außen vor blieben. Unterhaltskosten des Hofes, der Ankauf von Futter und Arbeitsmaterialien addieren sich hinzu. Mithin kein kleines Problem und auch die Mittel des Notarztes sind begrenzt.

Die konstruktiven Gespräche mit unserer FAW-Schule als leistungsfähiger Geburtshelfer für ein neues Nutzungskonzept sind daher ein Lichtblick. Der Dialog mit weiteren Interessenten riss dennoch nicht ab, belastbare Pläne wurden uns angekündigt. Alle jedoch ohne Tierhaltung im bisherigen Umfang. Um aufkommenden Spekulationen vorzubeugen, keiner der Gesprächspartner geht davon aus, das bestehende Konzept fortzusetzen. Das zukünftige Angebot wird neue Eltern und damit ein anderes Gesicht haben. Die Schließung des Hofes war nie eine Option, wohl aber den Nachwuchs zu entwickeln und ein attraktives Umfeld zu schaffen für Familien und Vereine unseres Ortes.

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter

Seit mehr als 20 Jahren bereichert der Kinderbauernhof Mümmelmann das Ortsleben…

Mit viel Engagement – auch von zahlreichen Bürgern unserer Gemeinde – wurde seit nunmehr über zehn Jahren am Standort in der Dorfstraße vieles ausgebaut und modernisiert sowie manches Fest gefeiert. Diese Leistung gilt es anzuerkennen, denn sie hat dem zuvor baufälligen alten Dreiseitenhof überregionale Bedeutung verliehen.

Gute Ideen reifen durch starke Partnerschaften und gedeihen auf dem Boden passender Rahmenbedingungen. Mit der Steremat gGmbH hatten wir seinerzeit genau den richtigen Partner gefunden, die üppige Förderung des Arbeitsmarktes durch die Arbeitsagentur lieferte den Nährstoff. Es liegt jedoch im Wesen der Natur, sich fortwährend an Veränderungen anpassen zu müssen. So hat sich der Arbeitsmarkt in den letzten Jahren hervorragend entwickelt. Nicht nur in unserer Region herrscht inzwischen weitgehend Vollbeschäftigung.

Sehr zur Freude der nun Erwerbstätigen, blieb dies nicht ohne Folgen für die Umweltbildungsstätte Mümmelmann. Die konsequente Neuausrichtung der Förderkulisse hinterließ immer größere Lücken, sowohl bei der Zahl der benötigten Mitarbeiter als auch der Finanzausstattung des Kinderbauernhofes. Auch für unseren langjährigen Partner Steremat stellte die Beschäftigungsentwicklung neue Anforderungen. Leistungen mussten sich neuen Zielgruppen anpassen und umfassenden Zertifizierungen unterwerfen. Die Ideen der Vergangenheit ließen sich hierbei leider nicht mehr integrieren. Zum 31.12.2018 wird daher einvernehmlich der Vertrag zwischen Steremat und Gemeinde gelöst. Die notwendige Auseinandersetzung mit dieser Realität bleibt nicht ohne Emotionen – auf Seiten der Steremat, innerhalb der Gemeindevertretung und im Rathaus gleichermaßen.

Aber bleibt der Dünger der Fördermittel aus, dann drängen die Zahlen unangenehm ans Licht. Sicher für jeden nachvollziehbar, der Erhalt eines alten Bauernhofes verschlingt enorme Summen. Auf über 70.000 Euro belaufen sich bereits die jährlichen Betriebs- und Bewirtschaftungskosten. Nimmt man das bisherige Konzept als Grundlage und stellt die Gemeinde hierfür in die Verantwortung, dann sind allein Personalkosten in Höhe von 500.000 Euro pro Jahr zu veranschlagen. Aber auch damit ist der Kostenwipfel nicht erreicht. Bisher hatte die Gemeinde den Betrieb des Kinderbauernhofes mit direkten Zuwendungen und der Übernahme baulicher Kosten in erheblichem Umfang gefördert. Diesen Betrag auf etwa das 10-fache auszuweiten übersteigt den Bereich des Möglichen.

Die hohe kulturelle Bedeutung des Bauernhofs für unseren Ort bleibt bestehen, auch wenn wir uns neuen Ideen zuwenden. Möglichst schnell und nahtlos wollen wir deshalb einen Übergang zu einem neuen Konzept der Nutzung finden, welches den Bauernhof für unsere Bürger/innen offen hält. Selbstverständlich soll das Thema Bildung weiterhin ein Schwerpunkt bleiben und auch die Beteiligung an Ortsfesten gesichert werden. Eine schwere Aufgabe, die gärtnerische Sorgfalt verlangt. Umso mehr freut uns daher, dass unsere FAW-Gesamtschule ernsthaftes Interesse zur Trägerschaft vorgetragen hat. Lernen in der Natur, Biologie mit Praxisbezug oder offenen Formen von Musik- und Kunstunterricht könnten der kreative Boden für die zukünftige Entwicklung des Bauernhofes werden. Veränderungen bedeuten auch immer neue Chancen. Greifen wir konstruktiv nach diesen!

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter

Die Suche nach einem Kitaplatz…

…dominiert den Alltag so mancher Familie in unserer Gemeinde. In der Tat keine leichte Aufgabe. Aktuell begleiten in unserer Gemeinde 9 Kindertagesstätten in unterschiedlicher Trägerschaft insgesamt 617 Kinder vom ersten Geburtstag bis zur Einschulung. Ergänzt wird dieses Angebot von 17 Tagespflegeeinrichtungen mit weiteren 88 Plätzen. Überzeugen zudem pädagogische Konzepte von Einrichtungen in anderen Kommunen oder eine Kita liegt einfach verkehrsgünstiger auf dem Weg zur Arbeit, dann greifen Eltern gern auch auf diese Angebote zurück.

So positiv die zunehmenden Auswahlmöglichkeiten in Anbetracht der elterlichen Sorge um einen rechtzeitigen Betreuungsplatz zu sehen sind, sie führen in einem nicht unerheblichem Umfang zu Doppel- oder gar Mehrfachanmeldungen. Von diesen erfährt die Gemeindeverwaltung erst mit Monaten Verzug, in bestimmten Fällen sogar nie. Dies erschwert verständlicherweise genaue Prognosen, Bedarfsplanungen und letztlich eine zeitnahe Platzvergabe.

Hilfsweise ziehen wir daher inzwischen auch konkrete Zahlen unseres Einwohnermeldeamtes zu Rate, können aber auch damit die Individualität elterlicher Entscheidungen nur erahnen. Eine Verbesserung der für die Eltern belastenden und für die Verwaltung schwierigen Situation soll daher eine neue Verwaltungssoftware bringen, welche mit einem integrierten Elternportal aufwarten wird. Der notwendige Funktionsumfang wird derzeit für die Ausschreibung beschrieben. Die Beschaffung ist noch für dieses Jahr vorgesehen. Eltern wird dann die Suche nach einem Platz erleichtert und die Gemeinde kann auf tatsächliche Bedarfszahlen zielgerichteter reagieren.

Losgelöst vom positiven Ausblick ist auf Basis unserer aktuell ungenauen Zahlen weiterhin von einem ungedeckten Bedarf auszugehen. Der durch die Gemeindevertretung beschlossene und inzwischen auch vertraglich vereinbarte Neubau einer Kita für bis zu 100 Kinder wird diesen absehbar decken. Die Fertigstellung wird Ende des nächsten Jahres avisiert. Auch eine kleine Platzreserve – mit Blick auf die anhaltende Bevölkerungsentwicklung unseres Ortes sicher nötig – wird dann gegeben sein.

Hier zeigt sich ein weiteres Problem – während ein Einfamilienhaus oft innerhalb von 6 Monaten zu errichten ist, vergehen allein von der Klärung eines zusätzlichen Bedarfs bis zur tatsächlichen Fertigstellung einer Kita schnell mehr als 30 Monate. Ausschlaggebend hierfür sind sowohl Standort- und Planungsfragen, einzuhaltende Ausschreibungs- und Vergabevorschriften sowie in nicht unerheblichem Umfang die Fragen der Finanzierung des Kitabaus und des laufenden Betriebes.

So kostete rückblickend im Jahr 2016 ein einzelner Kitaplatz an einem der drei kommunalen Standorte durchschnittlich 790 € monatlich. Abzüglich gewährter Personalkostenzuschüsse des Landes und zu entrichtender Elternbeiträge verblieben davon 231 € pro Platz und Monat als zusätzliche Ausgabe aus dem Gemeindehaushalt. Keine Frage, an dieser Stelle gut angelegtes Geld. Letztlich ist aber auch diese Betrachtung notwendig, wenn es um vorausschauende Finanzplanung und den Beschluss des Gemeindehaushaltes geht. Schnelligkeit und Treffsicherheit spielen somit gleich mehrfach eine Rolle, sei es in der einzelnen Familie oder bei kommunalen Planungen und Abläufen.

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter

Wie weiter mit dem Nahverkehr…

Bereits 2017 beauftragte unsere Gemeinde eine umfassende Verkehrsuntersuchung. Deren Weiterführung wird dieser Tage abgestimmt und wird noch in diesem Jahr beginnen. Erstmals soll dann auch konkret betrachtet werden, welchen Anteil etwa überörtlicher Verkehr am Gesamtaufkommen hat und welche Ziele im Ort bevorzugt angefahren werden. Derartige Auswertungen lassen Rückschlüsse für die zielgerichtete Verbesserung kritischer Kreuzungsbereiche zu, geben aber auch Anhaltspunkte für die Gestaltung des Busverkehrs.

Drängen beispielsweise zu bestimmten Zeiten Fahrzeuge aus umliegenden Gemeinden zum Bahnhof, dann kann ein direkter Shuttlebus eine attraktive und entlastende Lösung sein. Steuern hingegen zu anderen Zeiten Fahrzeugführer innerorts Schulstandorte, Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte oder unseren Verwaltungsstandort an, so lassen sich diese womöglich für ein flexibles Rundbussystem begeistern. Beide Zielsetzungen, die Sicherstellung der Zubringer- und Verteilfunktion an den Bahnhöfen wie auch die Gewährleistung einer inneren Erschließung unserer Gemeinde, sind hierbei gleichgewichtet formuliert und gehören konzeptionell zusammen.

Linien- bzw. Ortsnetze des ÖPNV sind zudem so zu konzipieren, dass sie räumlich und funktional ineinandergreifen. Die entstehenden Knotenpunkte gewährleisten so den Übergang zu anderen Formen von Mobilität – zum Schienenverkehr und angrenzenden Buslinien aber auch zum Fahrrad oder Auto. Die Vergabe vertiefender Prüf- und Konzeptionsleistungen adressiert deshalb den Ausbau und die Umgestaltung des Bahnhofsumfeldes, ebenso wie die gesetzlich vorgeschriebene Barrierefreiheit von Haltestellen und die Anbindung an das Radwegenetz. Zu klären ist obendrein auch die Erschließung unterversorgter Bereiche im Ort, die nur schwer von üblichen Linienbussen angefahren werden können.

Denn Mobilität ist längst kein Bedürfnis mehr, welches man durch die Etablierung eines Angebotes weckt. Der Bedarf an Bewegung wird vielmehr durch zunehmende Individualisierung von Lebensplanung und Tagesabläufen bestimmt. Folglich erhöht erst die Orientierung an Zielgruppen die Akzeptanz von Nahverkehrskonzepten. Dabei nicht zu unterschätzen: ÖPNV konkurriert immer mit dem individuellsten Verkehrsmittel überhaupt, dem im persönlichen Besitz befindlichen Auto. Nur vergleichbar schnelle und direkte Verbindungen als auch flexible und im Vergleich günstige Angebote stellen eine ernstzunehmende Konkurrenz für dieses dar. Was selbst Eltern- und Seniorengruppen in unserem Ort mit eigenverantwortlich organisierten Fahrgemeinschaften gelingt, das kann für uns keine unlösbare Aufgabe sein.

Dem wollen wir uns im nächsten Jahr stellen und sehen dafür auch entsprechende Haushaltsmittel vor. Leider konnte der in den letzten Monaten diskutierte Vorschlag einer Taktverdichtung des Busverkehrs keine dieser Fragen beantworten. Vorgesehen war und ist lediglich die Ausweitung von Bekanntem, ohne Anpassungen und Optimierungen von Zeiten oder Strecken, ohne Transparenz bei den Fahrgastzahlen aber mit zusätzlichen Problemen an ungenügend vorbereiteten Haltepunkten. Die dafür erheblichen finanziellen Mittel hätten zugleich den Spielraum für gründliche Planungen und die Entwicklung bürgernaher Konzepte genommen. Deshalb beschreiten wir hier einen anderen Weg, weiterhin in enger Abstimmung mit verschiedenen Verkehrsdienstleistern, den umliegenden Gemeinden und dem Landkreis.

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter

Ein offenes Ohr…

… das möchte ich haben für Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger unseres Ortes. Die Schlüsselübergabe liegt nun schon zwei Monate zurück, ein Beweisfoto fanden Sie bereits im „Dodo“. Nachdem ich nun auch ein Büro im Rathaus bezogen habe, möchte ich Sie herzlich als Ihr neuer Bürgermeister begrüßen.

Sind Sie gut im neuen Amt angekommen? Das ist die am häufigsten gestellte Frage, wenn ich dieser Tage mit Bürgern ins Gespräch komme. Eine ruhige Phase der Einarbeitung war es bisher nicht. Wie auch, denn nur weil Verantwortung wechselt bleibt die Entwicklung im Ort nicht stehen. Aufarbeitung von Vergangenem und Planung von Zukünftigem sind folglich zeitgleich zu bewältigen. Meine Vorkenntnisse zu vielen Themen zahlen sich hierbei aus, gleichwohl der jetzt mögliche Blick ins Detail die Dinge in größere Zusammenhänge rückt.

Ebenso positiv nehme ich hierbei die persönliche Bindung im und zum Ort wahr. So ist immer dann ein passender Ansprechpartner nicht weit, wenn etwas in Erfahrung zu bringen oder konstruktiv Lösungen zu entwickeln sind. Miteinander ins Gespräch kommen, das ist für mich daher ein wesentliches Element guter Ortspolitik. So habe ich zum Auftakt der Brandenburgischen Seniorenwoche mit den Gästen der Busrundfahrt den Gedankenaustausch gesucht. Habe unsere Gewerbetreibenden zu einem ersten Stammtisch eingeladen, um ihre Sorgen und Nöte aufzunehmen und Möglichkeiten der gegenseitigen Unterstützung auszuloten. Bereits im September soll dieser Austausch fortgesetzt werden.

In ähnlicher Form möchte ich auch mit Vertretern unserer kommunalen Kitas, den Kitas in freier Trägerschaft sowie den Tagesmüttern/-vätern ins Gespräch kommen, um diese Einrichtungen noch besser miteinander zu vernetzen und die Vielfalt der Angebote besser an den Bürger zu bringen. Auch die Gespräche mit unseren Neubürgern werde ich fortsetzen. Am 8. September um 10 Uhr sind dazu erstmals wieder neu Hinzugezogene eingeladen, in die Galerie Am Markt im Ortsteil Eggersdorf zu kommen. Und natürlich möchte ich immer ein offenes Ohr für Sie haben, liebe Einwohnerinnen und Einwohner. Dazu genügt ein Anruf im Sekretariat des Rathauses Eggersdorf und wir finden sicher zusammen.

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter

Die Räder vom Bus, die drehen sich rundherum…

…dies tun sie bei uns selbst dann, wenn niemand in ihm Platz genommen hat. Anders als in dem bekannten Kinderlied weiß heute niemand, wann und wo Leistungen des öffentlichen Nahverkehrs nachgefragt werden. Warum auch, einzig die Drehbewegung wird vorbehaltlos bezahlt.

Wer aber schon den Ist-Zustand nicht kennt, der kann auch keine sinnvollen Ziele definieren. Vage Vermutungen von prozentualen Steigerungen helfen keinesfalls weiter, denn 10% Steigerung von leer bleibt noch immer leer. Klarheit besteht hingegen bei den Kosten. Gleich 1,5 Mio. Euro soll uns eine Taktverdichtung zu begrenzten Tageszeiten in den nächsten drei Jahren kosten.

Deutlich zu viel für erkennbar zu wenig Leistung! Zumal eigentlich der Landkreis rechtlich und finanziell in der Verantwortung steht. Wer mehr Geld möchte, der muss ein attraktiven Nahverkehrsangebot offerieren. Dies kann nur gelingen, wenn gründliche Planungen an konkreten Mobilitätsbedürfnissen orientieren.

Menschen und nicht nur Räder zu bewegen, das sollte das neue Ziel sein. Und wer dafür zahlen soll, der kann auch die Qualität bestimmen. Darüber wird in den nächsten Wochen zu befinden sein.

Ihr Bürgermeister
Marco Rutte

Herzlichen Dank!

Mehr als 6 Monate, über 28 anstrengende Wochen liegen nun hinter uns – den vielen unermüdlichen Helfern und Unterstützern, zahlreichen engagierten Freunden, meiner Familie und mir. Manches passte zeitlich nur schwer zusammen, oft musste improvisiert werden und die Anspannung stieg kontinuierlich an. Bis zuletzt war der Ausgang der Wahl ungewiss, war es gefühlt womöglich nicht die richtige Botschaft?

Umso mehr hat mich das klare Ergebnis am vergangenen Sonntag überwältigt und beeindruckt. Allen Wählerinnen und Wählern möchte ich für das gegebene Vertrauen meinen herzlichen Dank aussprechen!

Besonders gefreut hat mich dabei die breite und positive Resonanz – alle Altersgruppen wie auch den gesamten Ort betreffend. Wenn Wahlen generationsübergreifend und losgelöst von der Frage des Ortsteils entschieden werden, dann ist dies eine solide Basis für die Gestaltung unseres Ortes. Nur selten sind schnelle und einfache Lösungen möglich, deshalb braucht es Vernunft und Verständnis im Umgang miteinander.

Und noch etwas nehme ich als Gewinn aus den letzten Wochen mit: Ein deutlich wachsendes Interesse an Kommunalpolitik und die Bereitschaft sehr unterschiedlicher Menschen, sich zukünftig selbst auch in diesen Fragen zu engagieren. Lassen wir uns von diesem Wind nun auch zur Wahl der Gemeindevertretung in einem Jahr tragen. Verantwortung übernimmt, wer mitmacht!

Ihr Marco Rutter

Frische Ideen und Mut für neue Konzepte gefragt

Am nächsten Sonntag wird dem Wahlgewinner das Privileg zuteil, einen bunten Strauß drängender Aufgaben in Empfang zu nehmen. Mit dem bisher größten Projekt unserer Gemeinde, der Erweiterung des Grundschulcampus im Ortsteil Petershagen, sind gleichermaßen hohe Planungs- und Finanzrisiken verbunden. Zusätzlich muss die Bauzeit an Einschulungsterminen orientieren. Schleppende Entwicklungen sind nicht mehr zu vermitteln, denn längst richtet sich der sorgenvolle Eltern-blick auf die weiterführenden Schulen. Doch auch der kleine Nachwuchs hat vergleichbare Fragen. Derzeit kennen wir aber weder das bestehende Angebot der Kinderbetreuung noch den tatsächlichen Bedarf wirklich genau. Fundierte Antworten brauchen eine solide Basis. Dem nicht genug, muss ein neues Verkehrskonzept die Siedlungsentwicklung berücksichtigen und gezielt sowohl Verkehrsaufkommen als auch Lärmbelastung an neuralgischen Punkten reduzieren. Es muss aber auch die Sicherheit auf den Schulwegen ins Zentrum der Maßnahmen rücken und den Weg für neue Mobilitätslösungen eben.

Nur ein kleiner Teil des Blumengebindes, welcher aber zeigt, es geht um weit mehr als die Organisation von Verwaltungsabläufen. Fachlicher Anspruch und thematische Breite sind bei der Entscheidungsfindung hoch. Die Lösungen für aktuelle und kommende Problemstellungen sind kaum in der Vergangenheit zu finden. Es braucht frische Ideen und den Mut für neue Konzepte. Was möglich ist, das wird erst mit dem Blick über den Tellerrand und in Verhandlungen über Gemeindegrenzen hinweg greifbar. Wenn sich zudem Gesellschaft, Rechtgrundlagen und Technik verändern, dann darf auch dies nicht unberücksichtigt bleiben. Denn wirklich gestalten kann nur, wer der Entwicklung gedanklich voraus ist. Darin lag häufig unser Problem, beim bedarfsgerechten Ausbau von Schulen und Kitas, für junges und altersgerechtes Wohnen, des öffentlichen Nahverkehrs oder von Begegnungsstätten.

Zu lösen sind anspruchsvolle Aufgaben aber nur in einer Kultur des Miteinanders. Sowohl im Umgang zwischen dem Bürgermeister, seinen Verwaltungsmitarbeitern und der Gemeindevertretung als auch bei der Einbeziehung von Wissen, Ideen und Engagement unserer Bürger. Wer hingegen gedanklich Mauern zwischen den Ortsteilen errichtet, der verstellt den Blick für gute Lösungen. Denn die Themen im Blumenstrauß betreffen uns alle, nehmen wir ihn also gemeinsam in Empfang.

…erschienen in der Märkische Oderzeitung vom 14. März 2018

Aufregung um Schulpendler

Das Problem ergibt sich einerseits aus bestehenden Kapazitätsengpässen bei 3-zügiger Wechsel in die Oberschule und erforderliche 4-zügige Einschulung. Andererseits aber auch durch die zumindest absehbaren Bautätigkeit am Schulstandort Petershagen, da sich durch diese zusätzliche Einschränkungen innerhalb des ohnehin ausgelasteten Schulcampus ergeben. Leider haben wir uns in den zurückliegenden Jahren von der Einwohnerentwicklung überraschen lassen und befinden uns nun fortschreitend in der Mangelverwaltung. Eigentlich kennen wir die Einwohnerzahlen je Alter, Geburtenraten, Zahl der Bauanträge, vorhandene Baupotenziale und selbst Generationswechsel durch Verkäufe im Gebäudebestand tauchen in den Daten auf – nur wir arbeiten weiterhin nicht mit diesen Zahlen. Im Bereich der Kindertagesbetreuung ist die Situation noch schlimmer. Hier verwalten wir nur die kommunalen Einrichtung, die aktive Einbindung der privaten Trägern fehlt nach wie vor. Und Angebote der Tagesmütter kommen zudem in der Betrachtung überhaupt nicht vor. Einfach nur plakativ den Bau einer Kita zu fordern, dass ist mir entschieden zu wenig und geht am Problem vorbei! Die hier in den Beiträgen empfohlene Mehrfachanmeldung entspricht der verständlichen Praxis, verursacht aber erheblichen Koordinierungsaufwand im Nachgang und steht einer vernünftigen Planung entgegen. Wenn Tagesmütter überwiegend Kinder der Altersgruppe U3 betreuen, ergibt sich beispielsweise ein höherer Bedarf im Vorschulalter. Die Frage nach der Größe und Ausgestaltung einer zusätzlichen Kita lässt sich erst mit dem Blick für diese Zusammenhänge beantworten. Vielleicht hält diese Denkweise ja demnächst Einzug….

Als Hintergrundinformation vielleicht gut, nutzt diese Erklärung den betroffenen Eltern aber aktuell wenig. Auch improvisierte Lösungen müssen sich an Familienfreundlichkeit orientieren. Von dem geschilderten Problem habe ich durch Eltern vor ca. 4-5 Wochen erfahren und bereits Gespräche mit der Schulleitung und der Verwaltung dazu geführt. Versichert wurde mir, dass mit den betroffenen Eltern individuelle Gespräche geführt werden, um familiäre Härtefälle gezielt auszusteuern. Dabei ist nicht nur entscheidend, ob derzeit bereits ein Kind die Grundschule Petershagen aufsucht. Auch in den nächsten Jahren folgende Geschwister müssen berücksichtigt werden. Anderenfalls verlagern wir Konflikte nur zeitlich. Dies sollte auch nicht so schwer sein, denn bei üblicher Einschulung mit 6 Jahren und regulär 6 Klassenstufen Grundschulentwicklung ist jedes betroffene Kind schon heute bekannt.

Anders verhält es sich mit der genauen Zahl der „Schulpendler“, die zum Zeitpunkt meiner Gespräche noch nicht genau zu beziffern war. Hier kommt es letztlich auf die tatsächliche Zahl der Schüler zum nächsten Einschulungstermin an – es gibt auch vereinzelte Nachmeldungen durch Zuzug oder Rückstufungen aufgrund kindlicher Entwicklungen. Ebenso bestimmen Platzzusagen privater Bildungsträger den finalen Bedarf. Im Ergebnis sind auch Alternativen nicht auszuschließen, dann aber an der Größe des verbleibenden Problems durchdacht.

Aufgrund dieser Unwägbarkeiten finde ich die Ansprache der Eltern etwas unglücklich und hätte diese daher anders geregelt – mit besserer Vorauswahl und verständlicherer Problemdarstellung. Diese Qualität können wir erreichen, wenn Schul- und Kommunalverwaltung im Vorfeld besser abgestimmt befinden. Nicht alle Informationen liegen der Schule vor, diese hat aber in ihrer Zuständigkeit und wegen bestehender Meldepflichten gegenüber dem Schulamt das Schreiben verschickt. Problem erkannt, Lösung in Arbeit…

#Bildung #Schulentwicklung #Verwaltung #Einschulung