Kommt der Bus bald öfter?

Irgendwie haben derzeit alle Kandidaten für das Bürgermeisteramt die Verdichtung des Bustaktes auf der Agenda. Ohne Zweifel wäre ein kürzere Wartezeiten an den Haltestellen wünschenswert. Aber wie realistisch ist dieses Ziel überhaupt? Schauen wir ins Detail.

Federführend für den Busverkehr ist der Landkreis. Dieser schreibt Mobilitätsleistungen öffentlichen aus und schließt dann mit dem Bieter einen Verkehrsvertrag. Zuletzt erfolgte dies mit dem Betreiberwechsel zum 01.01.2017 für die Vertragslaufzeit von 10 Jahren. Eine Kündigung dieses Vertrag wäre nur bei schwerwiegenden Verstößen gegen die im Vertrag geforderte Qualität und Quantität möglich. Zwar sind im Nachgang Anpassungen des Fahrplans durch den Landkreis möglich, nur wird dieser an einer Stelle im Landkreis ausgeweitet, dann muss an anderer Stelle gekürzt werden.

Nun gut, dann muss der Vertrag eben erweitert werden. Gegen mehr Geld kann doch das bestellte Verkehrsunternehmen nichts haben? Bedenken kämen wohl eher aus dem Kreistag, aber nicht nur. Denn die kurzfristige Beschaffung zusätzlicher Busse und die langfristigen Aufwände für Wartung und Pflege lassen auch den Bedarf an zusätzlichen Dienstleistungen ansteigen. Noch schwieriger zu lösen wäre aber die Einstellung zusätzlicher Busfahrer, denn dies gelingt schon heute nicht in ausreichendem Umfang. Selbst die Berliner Verkehrsbetriebe sehen sich inzwischen gezwungen pensionierte Busfahrer auf 450-Euro-Basis zu gewinnen. Nach Aussage der Verkehrsverbände summiert sich der Personalmangel bis 2020 bundesweit auf gut 10.000 Busfahrer. Die anhaltende Diskussion um Dieselfahrverbote und eine flächendeckender Ausweitung des Nahverkehrs wird diesen Trend weiter verstärken.

Somit ist es nicht verwunderlich, dass die Branche begeistert nach dem rettenden Strohhalm des autonomen Fahrens greift. Alle namhaften Hersteller und auch einige pfiffige Startups haben sich dieser Thematik inzwischen angenommen – mit unterschiedlichen Konzepten und Projektfortschritten. Technisch funktioniert heute bereits vieles problemlos, größerer Bedarf besteht eher bei den gesetzlichen Regelungen.

Das oben abgebildete Gefährt hört übrigens auf den Namen Olli. Und das ist kein Scherz, denn Olli redet mit seinen bis zu 12 Fahrgästen – immer freundlich und gut informiert! Selbst früh um 5 Uhr fallen ihm Komplimente leicht. Und Olli weiß bei Bedarf auch mehr – welches Restaurant sich für den Abend empfiehlt, ob die Angerscheune zu einer Veranstaltung lädt oder wann das nächste Heimspiel von Blau-Weiß auf dem Plan steht. Wo die Fahrt hingehen soll, dass entnimmt Olli dem Wunsch des Fahrgastes. Aktuell reichen Ollis Auge bzw. Sensoren aus, um auf eine festgelegten Fahrstrecke allen Hindernissen zuverlässig auszuweichen. Wo sich Olli gerade befindet verrät dabei jederzeit die App auf dem Smartphone. Aber in voraussichtlich 2 bis 3 Jahren wird Olli die Wünsche seiner Kunden vom Smartphone ablesen. Ein Klick am Frühstückstisch reicht dafür aus und der Shuttle zum Bahnhof steht zuverlässig vor der Tür. Spätestens dann ist Olli auch in der Lage, sehr flexibel auf individuelle Mobilitätsbedürfnisse zu reagieren. Sonntags die Gäste nach dem Familienkaffee zuverlässig zum Bahnhof – kein Problem! Zusätzliche Sammeltransporte vor und nach Kulturveranstaltungen in der Giebelseehalle – einfach und flexibel zu planen. Früher Schulschluss oder Projektwochen im Ort – lässt sich als Fahrauftrag einbuchen. Und selbstverständlich ist Olli auch Senioren gegenüber zuvorkommend, denn er öffnet seine große Tür barrierefrei.

Sicher nur ein Baustein zukünftiger Mobilität, aber ein faszinierender! Erste Erprobungen im Alltag sind bereits angelaufen – so etwa in Hamburg und Berlin, im niederbayerischen Kurort Bad Birnbach oder der brandenburgischen Kleinstadt Kyritz. Weitere Beispiele sind international zu finden. Gefördert wird diese Form der Mobilität übrigens in erheblichem Umfang durch Bund und Länder. Und wenn wir bei den Kosten sind, zumindest Olli wird zu großen Teilen am 3D-Drucker gefertigt und seine Produktion soll max. 12 Stunden dauern. Das senkt die Kosten auf etwa die Hälfte der Ausgaben für einen regulären Linienbus – trotz der verbauten Technik. Und auch die Folgekosten sind dank elektrischer Radnabenmotore überschaubar. Freundlichkeit gibt es bei Olli eh kostenfrei dazu. Freuen wir uns also auf die mobile Zukunft…

#Verkehrskonzept #Mobilität #Ortsentwicklung #Busverkehr #Zukunft

Rad, Bus, Bahn oder Auto? Verkehrskonzepte neu denken!

Nicht nur zu Zeiten des Berufsverkehrs und auf den Hauptverkehrsachsen wird der Fahrzeugverkehr im Ort immer dichter. Dies wirft vermehrt Fragen zur Sicherheit auf und wird letztlich auch zur Belastung für Anwohner. Daher die drängende Frage, wie lässt sich die Verkehrssituation verbessern? Zuerst ist es entscheidend, die im Tagesverlauf stattfindenden Verkehrsbewegungen zu verstehen. Wo beginnen und wo enden Fahrten durch unseren Ort? Wann finden diese statt? Welches Verkehrsmittel wird dafür genutzt? Nur wer Zusammenhänge erkennt kann gezielt planen!

Morgens zwischen 6 und 9 Uhr sind es vorwiegend Berufspendler, die mit dem PKW zum S-Bahnhof Petershagen/Nord und über die Haupt- und Landesstraße in Richtung Berlin drängen. Und nicht alle von ihnen wohnen im Ort, auch für Einwohner aus Altlandsberg oder Rüdersdorf ist insbesondere der Bahnanschluss ein attraktives Ziel. Ab etwa 7:30 Uhr tragen Eltern auf dem Weg zur Kita oder Schule zur Verkehrsdichte bei. Nicht selten überlagern sich hier familiäres Ritual und persönlicher Arbeitsweg. Aber auch danach kommt keine Ruhe auf, bereits ab 8:00 Uhr folgen Einkaufsfahrten, Arztbesuche und Freizeitaktivitäten unserer Senioren. Vor allem um die Mittagszeit wird noch schnell die fehlende Zutat aus dem Supermarkt geholt. Ein großer Teil der Fahrten führt aus unterschiedlichen Wohngebieten zu wenigen zentralen Punkten. Am Nachmittag folgt alles in umgekehrter Reihenfolge. Kinder werden ab 15:00 Uhr abgeholt, Pendler treffen ab 16:30 Uhr wieder ein, Vorräte werden bis nach 20 Uhr aufgefüllt.

Sicher noch kein vollständiges Bild, aber wachsende Einwohnerzahlen – auch in den Nachbarkommunen – ein höherer Bedarf an Kita- und Schulplätzen sowie der ansteigende Bevölkerungsanteil der Senioren lassen die Zahl alle aufgezeigten Verkehrsbewegungen weiter zulegen. Auf den Straßen wird es damit zunehmend voller und weitere Parkplätze am Bahnhof werden perspektivisch gebraucht. Ebenso wird deutlich, die klassischen Buslinienbus können hier nur sehr begrenzt Abhilfe schaffen. Als Verbindung zwischen den Orten konzipiert, lassen sich innerorts bestehende Mobilitätsbedürfnis darüber kaum decken. Denn viele der beschriebenen Fahrstrecken verlaufen quer zum Busliniennetz. Dieses Problem lässt sich auch durch Taktverdichtung nicht lösen, die Attraktivität des eigenen Autos bleibt folglich hoch.

Wächst die Verkehrsdichte, dann nehmen zwangsweise auch die Mobilitätskonflikte zu. Häufige Idee – eine Ampel muss her. Durchaus eine akzeptable und schnelle Lösung, aber mit weitreichenden Folgen. Was dichte Verkehrsflüsse unterbrechen und ein gefahrloses Kreuzen ermöglichen soll, das erzeugt an anderer Stelle zwangsweise Stau. Konflikte werden so letztlich nur verlagert. Und wird der Stau im Ort zur Belastung, dann ist die nächste Idee nicht weit – eine Umgehungsstraße soll es richten. An manchen Stellen sinnvoll, bleibt auch diese nicht ohne Nebenwirkungen. Naturräume werden durchbrochen, Einzelhandel verlagert sich, frühere Ortszentren verlieren an Bedeutung – schleichend verändert sich so das Ortsbild.

Aber geht es auch anders? Durchaus, wenn sich Nahverkehrskonzepte am tatsächlichen Bedarf orientieren und möglichst unmittelbar vor der Haustür beginnen. Wenn Mobilitätsbedürfnisse aus den Nachbarkommunen mit betrachtet und bereits vor Ort eingebunden werden. Wenn sich der Platzbedarf für Mobilität durch Nutzung unterschiedlicher Transportmittel verringert, Verkehrsflüsse sich besser in der Fläche verteilen und Verkehrsmittel konsequent miteinander verknüpft werden. Umfassende Probleme brauchen ganzheitliche Lösungen!

#Verkehrskonzept #Mobilität #Ortsentwicklung

Antworten auf Fragen von Hr. Hinz…

Sehr geehrter Herr Hinz,

vielen Dank für Ihre Ideensammlung zum Erhalt des Grünen Markenkerns unseres Ortes. Ihr Engagement für dieses Thema weiß ich zu schätzen, denn den Bezug zur prägenden Landschaft trotz anhaltender Siedlungsdynamik zu erhalten, dies sehe ich ebenso als Herausforderungen der zukünftigen Ortsentwicklung.

Allerdings stellen sich die von Ihnen aufgeworfenen Fragen in dieser Form nicht. Nahezu alle der angeführten Fläche und Bereiche sind bereits heute im Flächennutzungsplan als Grün- und Waldflächen ausgewiesen. Es besteht also kein Baurecht und die befürchteten Auswirkungen können sich folglich nicht einstellen. Aus Sicht der Kommune ist die Bauleitplanung hier auch das wirksamste Mittel. Höherwertiges Recht kann lediglich durch die Ausweisung von Landschafts- und Naturschutzflächen angewandt werden, was jedoch höheren Verwaltungsebenen obliegt. Für einige Ihrer „Problembereiche“ ist dies aber auch bereits heute so gegeben, etwa im Umfeld des Mühlenfließes.

Durchaus zeigt der bestehende Rechtsrahmen aber auch Möglichkeiten auf, einer Umnutzung von Flächen zu erwirken. Dem geht aber immer ein Planverfahren unter Beteiligung der Öffentlichkeit und übergeordneter Behörden voraus. Im Verfahren sind jeweils die Auswirkungen auf Flora, Fauna, Fläche, Boden, Wasser, Luft, Klima und das Wirkungsgefüge zwischen diesen Schutzgütern als auch auf die Landschaft und die biologische Vielfalt an sich detailliert zu ermitteln und zu bewerten. Sollte im Ergebnis dieser eingehenden Prüfung eine Nutzungsänderung im Grundsatz zu vertreten sein, so ist dennoch für alle betroffenen Schutzgüter zwingend ein Ausgleich festzusetzen. Dieser kann sowohl bauliche Einschränkungen oder einen Teilerhalt von Grünflächen als auch die gezielte Aufwertung anderer Naturräume im Umfeld umfassen. All dies natürlich bei voller Transparenz im Lichte der Öffentlichkeit.

Was ihre vorgeschlagenen Einzelmaßnahmen betrifft: Durchaus sind hier einige interessante Ansätze enthalten, wobei mir diese Betrachtung jedoch zu kurz greift. Für mich kommt es in dieser Thematik vielmehr auf einen ganzheitlichen Ansatz an, der nicht um einzelne Punkte im Ort polarisiert, sondern ein übergreifendes Verständnis ermöglicht und den gesellschaftlichen Konsens sucht. Als besonders zielführend halte ich hier die Arbeit der Lokalen Agenda 21, die bei der Entwicklung des Leitbildes 2020 für unsere Gemeinde sowohl Grünflächen und Biotope genau erfasst und kartografiert, aber diese auch in einen größeren Kontext von Demografie, Wasserhaushalt, Bildung, Klima und Energie etc. gestellt hat. Diese Qualität ist zwingend erforderlich, soll aus den Idee Einzelner die Zielsetzung Vieler werden. Daher sehe ich in der Neuauflage eines Leitbildes 2030 das richtige Instrument, auch zur Befriedung und Vereinheitlichung naturschutzrechtlicher Regelungen in unserer Gemeinde. Denn anders als von Ihnen formuliert, ist die kommunale Baumschutzsatzung nicht entfallen. Sie ist aber juristischer Sicht heute unsauber formuliert und wird in unverständlicher Form als Flickenteppich angewandt. Und genau das produziert das Gegenteil von gesellschaftlichem Konsens!

#Natur #Verwaltung #Mitbestimmung #Ortsentwicklung

So geht Kitaplatzvergabe!

Die Suche nach einem Kitaplatz bedeute für Eltern unserer Gemeinde, Antragsformulare für die 3 kommunalen Kitas im Internet zu suchen, diese auszufüllen und im Rathaus abzugeben. Außerdem ist auch Kontakt zu den fünf freien Trägern aufzunehmen und dort jeweils die Frage nach freien Plätzen zu stellen. Einzelbesuche zur Antragsstellung schließen sich mindestens an. Oft dienen aber auch weitere Besuche dem Vergleich der Einrichtungen sowie der pädagogischen Konzepte. Und da man nie weiß, ob diese Anstrengungen tatsächlich ausreichen, ist auch die Liste der im Landkreis registrierten Kindertagespflegen zu sichten. Aktuell sind in dieser 16 Angebote für Petershagen/Eggersdorf gelistet. Deren Kapazitäten sind aber einzeln telefonisch zu erfragen. Da wächst der Frust schon bei der Anmeldung!

Dank dieses Verfahrens wird ein Kind auch mehrfach angemeldet – anders lässt sich das Risiko eines fehlenden Platzes nicht reduzieren. Geht es dann konkret um die Platzvergabe, ist folglich der Koordinierungsaufwand entsprechend hoch. Auch da nicht alle Eltern ihren zuvor gemeldeten Bedarf auch automatisch wieder abmelden. Stand heute haben wir in der Gemeinde keinen Überblick, wie viele Plätze zum Zeitpunkt überhaupt zur Verfügung stehen. Wir können nicht den bestehenden Bedarf zwischen kommunalen und privaten Einrichtungen steuern. Und wir kennen auch nicht den tatsächlichen Bedarf, nicht die Zahl doppelter Anmeldungen. Bei der Diskussion um Kapazitätsplanungen navigieren wir daher im Nebel. Bei den unterschiedlichen Zahlen, die dabei als Koordinaten dienen, werden zum Teil die Leistungen der Kindertagespflege nicht einmal berücksichtigt. Dabei wären doch gerade diese Angebote wichtig, da sie überwiegend auf die Altersgruppe U3 abzielen. Der folglich höherer Bedarf an Kitakapazitäten im Bereich Ü3 bleibt daher ebenfalls außer Acht. Von bürgerfreundlichem Service lässt sich in diesem Zusammenhang wohl nicht reden. Aber es gibt Abhilfe.

Ein Berliner Software-Unternehmen entwickelt seit 2011 einen Kitaplaner, der inzwischen bei über 50 Kommunen und Landkreisen bundesweit im Einsatz ist. Die Lösung ermöglicht eine einfache Anmeldung, gibt detaillierte Übersicht der bestehenden Angebote und vermeidet dank transparenter Vertragsabwicklung Doppelanmeldungen und Überbelegungen. Zudem bündelt das Portal kommunale und private Träger als auch Angebote der Kindertagespflege. Ganz nebenbei wird so auch der tatsächliche Bedarf an Betreuungsplätzen sichtbar.

…hier das Anwendungsbeispiel der Stadt Schwerin https://www.kitaplaner.de/sch…/elternportal/elternportal.jsf

#Verwaltung #Bildung #SoGehtKitaplatzVergabe #InnovativeVerwaltung

Wissensmanagement in der Kommunalverwaltung

Mit der Digitalisierung nahezu aller Lebens- und Arbeitsbereiche nimmt die Menge an Informationen und damit die Basis für Wissen stetig zu. Die digitale Welt verleitet aber auch dazu, zu viele vermeintlich relevante Informationen aufzusaugen. Dies kann die Arbeitsleistung ausbremsen, Prozesse lähmen und letztlich auch Arbeitsergebnisse verschlechtern. Die Herausforderung besteht folglich darin, Kenntnisse und Fähigkeiten gezielt zu entwickeln und bedarfsgerecht zur Verfügung zu stellen – eben Wissen zu managen.

Wie man vorhandene Erfahrung in komplex Verwaltungsabläufe einbezieht, diese Frage treibt derzeit viele Kommunen um. Drängend wird diese insbesondere dann, wenn sich Verwaltungen einer altersbedingten Personalfluktuation ausgesetzt sehen. Spätestens hier geht es auch um Wissensbewahrung. Was aber tun, wenn starre Stellenpläne und begrenzte Haushaltsmittel keine überlappende Nachbesetzung ermöglichen und so der Verlust von relevantem Wissen droht?

Zielführender und nachhaltiger ist es, Zusammenarbeit und Arbeitsabläufe frühzeitig so zu gestalten, dass derartige Probleme erst gar nicht entstehen. Leichter gesagt als getan. Zwar bleiben auch Verwaltungen nicht von der Digitalisierung verschont und bieten spezielle Anwendungen und Plattformen auch für dieses Umfeld die Basis für Wissensaustausch und -archivierung, aber reichen technische Lösungen für erfolgreiches Wissensmanagement aus?

Bisher sind Netzwerk-, Austausch- und Kollaborationsplattformen in Verwaltungen wenig verbreitet und nicht selten bleiben die mit ihrer Einführung verbundenen Ziele unerreicht. Häufige Ursache: Es fehlt an der richtigen Kultur. Denn Wissen wird immer durch Menschen generiert, um es zu teilen bedarf es der notwendigen Bereitschaft der Mitarbeiter. Wissensaustausch braucht dafür Vorbilder, muss Wertschätzung erfahren und die Vorteile für den Einzelnen wie auch die Organisation erlebbar machen. Erst wenn Problemlösungen leichter entstehen und Mitarbeiter für sich einen konkreten Nutzen erkennen gelingt Wissensmanagement.

Dieser Kulturwandel braucht Führung, wird aber durch hierarchisches Denken unterbunden. Eine offene Kommunikationskultur funktioniert nur losgelöst von Personen und Rangordnungen, denn sie nutzt horizontale wie vertikale Wege für einen lösungsorientierten Austausch. Erst die Verbindung von Technik und Kultur schafft folglich die Grundlage für eine effiziente Nutzung von Verwaltungswissen – und somit für schnelle und bürgerorientierte Entscheidungen.

#Verwaltung #Fuehrung #Wissensmanagement

Bahn geschafft, Fahrrad weg?

Vor allem Berufspendler fahren häufig mit dem Rad zum Bahnhof und steigen dann auf die S-Bahn um. Führt dann am Abend der Weg in die andere Richtung, sind böse Überraschungen nicht ausgeschlossen. Hat doch der geliebte „Drahtesel“ in der Zwischenzeit einen neuen Besitzer gefunden.

Die Statistik der Polizeidirektion Märkisch-Oderland weist für 2016 insgesamt 709 erfasste Fälle aus, auf Petershagen/Eggersdorf entfallen davon 67 Delikte. Sicher nur die Spitze des Eisberges, sind Fahrräder bundesweit ein beliebtes Diebesgut. Steigt der Wert dieser Zweiräder – insbesondere Pedelecs sind bekanntlich hochpreisig angesiedelt – entsteht kommunaler Handlungsbedarf, zumindest an Verkehrsknotenpunkten eine sichere Form der Aufbewahrung vorzusehen.

Bei der Lösungsfindung lohnt auch hier der Blick über den Tellerrand. Auf einer Dienstreise bin ich auf spezielle Bike & Ride-Boxen gestoßen, in denen Fahrräder trocken und diebstahlsicher geparkt werden können. Die Buchung der Box erfolgt über das Internet oder bequem mit dem Smartphone per App. Und auch Pedelecs kommen nicht zu kurz: Boxen mit Stromanschluss sind verfügbar und gestatten das Aufladen von E-Bikes. Die Preise variieren, je nach Anbieter bzw. Kommune, zwischen 1 und 2 Euro pro Tag. Auch langfristige Mietverträge sind möglich, etwa wochenweise oder pro Jahr zu Preisen zwischen 5 und 120 Euro. Die Bezahlung erfolgt beispielsweise per Paypal oder Kreditkarte. Der Nutzer erhält zudem einen Aktivierungscode und eine PIN, mit denen er „seine persönliche“ Box im gebuchten Zeitraum öffnen und verschließen kann.

Bei der baulichen Gestaltung der Fahrradaufbewahrung kann zwischen unterschiedlichen Materialien ausgewählt werden – Holz, Metall, Glas, glatte Flächen oder Lamellen. Auch Varianten mit geringerer Anfälligkeit gegen Vandalismus sind so möglich. Außerdem können die Boxen ebenerdig oder wahlweise mit einer zweiten Ebene errichtet werden. Damit lässt sich das Aufbewahrungskonzept optisch und vom Platzbedarf her in die jeweilige Umgebung integrieren. Auch die Kombination mit einem Ausleihsystem für E-Bikes ist möglich, die Hürde für den Einstieg in geteilte Mobilität auf zwei Rädern damit gering.

Für die Gesamtzahl an Fahrrädern an unserem Bahnhof vielleicht keine Lösung, aber dennoch eine sinnvolle Ergänzung des bestehenden Aufbewahrungskonzepts.

#Mobilität #Sicherheit #Ortsentwicklung

Wohin rollt die Kugel?

Nun schon zwei Jahre beschäftigt die Frage zur Zukunft der Kegelbahn im Herzen von Eggersdorf die Gemüter. Bereits zeitnah nach Schließung des darüber befindlichen Cafés wurden Verhandlungen mit dem Eigentümer aufgenommen, um eine nahtlose Fortführung des Vereinssports zu gewährleisten. Eigentlich schon als Beschluss der Gemeindevertretung gefasst, unterliegt das Vorhaben eines kommunalen Erwerbs jedoch weiterhin einem Sperrvermerk. Bis zur Klärung der zentralen Frage, ob eine Auslastung des Objektes dauerhaft gewährleistet ist, sichern Mietvereinbarungen den Zugang zur Sportanlage.

Mit dem Qualitätssiegel „Bundeskegelbahn“ ausgestattet, genügen die vier Bahnen im Souterrain auch den Anforderungen offizieller Wettkämpfe. So ist es nicht verwunderlich, wenn Vereinsmitglieder bei Meisterschaften auf Bundesebene Erfolge feiern und unseren Ort so auch als Werbebotschafter repräsentieren. Und nicht nur die Blau-Weißen Kegler bevölkern die Anlage, auch eine beachtliche Zahl von Freizeitsportler schätzt die Bewegung auf dieser.

Aber selbst wenn die Sportler gelegentlich im Café Jubiläen feiern und den sozialen Treffpunkt neben dem Training schätzen, für die Räumlichkeiten im Erdgeschoss ist derzeit nur eine geringere Auslastung gegeben. Deshalb wurde das Gespräch mit anderen Vereinen des Ortes gesucht, um diese gezielt für eine Gemeinschaftsnutzung zu begeistern – bisher allerdings wohl mit mäßigem Erfolg.

Wie also in der Sache entscheiden? Im Grundsatz ist die Idee der gemeinschaftlichen Nutzung richtig. Denn diese stärkt das Zusammenleben und wirkt zeitgleich hohen finanziellen Belastungen einzelner Vereine entgegen. Aber ist der Blick auf die geregelte Nutzung durch Vereine wirklich ausreichend? Gibt es womöglich andere Interessengruppen mit ähnlichem Bedarf?

Festzustellen ist, sowohl unter den Vereins- als auch den Freizeitsportlern sind überwiegend unsere Senioren vertreten. Die aktive Gestaltung dieser Lebensphase ist ein erfreulicher Trend, dem sich auch die gut 3.200 Senioren unsere Gemeinde nicht entziehen. Aber auch diese Zahlen sind nur eine Momentaufnahme. Mit dem notwendigen Weitblick wird erkennbar, mehr als die Hälfte unserer Einwohner hat bereits ihren fünfzigsten Geburtstag gefeiert. Durch die starken Jahrgängen der Generation 55+ wird sich die Zahl der Senioren in den nächsten Jahren mehr als verdoppeln. Für einen lebendigen Ort und das Wohlbefinden in diesem steigt der Bedarf an Freizeit- und Begegnungsstätten absehbar an. Die Zahl der Vereinsmitglieder wird deutlich zunehmen und Interessenvielfalt neue Formen und Angebote hervorbringen.

Außer dem baufälligen Haus Bötzsee bietet der Ortsteil Eggersdorf dafür wenig Potenzial, erst recht nicht in zentraler Lage und mit guter Anbindung an den Nahverkehr. Zudem ist der Platz für die Realisierung neuer Begegnungsstätten im Ortsmittelpunkt kaum vorhanden. Und auch die Attraktivität des Ortskernzentrums insgesamt ist bei der Abwägung von Bedeutung. Die gelungene Mischung aus Wohnen und Gewerbe wird nur zu erhalten sein, wenn kulturelles Angebot und gesellschaftliches Leben diese umrahmen. Es wäre daher fatal, nicht auf vorhandene Infrastrukturen und die Erschließung von Synergien zu setzen. Es geht um den Kegelsport, aber eben nicht nur.

#Zusammenleben #Ortsentwicklung

Direkte Demokratie – Erfolgsmodell fürs Doppeldorf?

Vom Recht auf Mitbestimmung ist inzwischen in gewisser Regelmäßigkeit zu hören. Je nach Situation wird dieses von einer Seite gefordert oder von der Anderen plakativ in Aussicht gestellt. Vor allem die Einwohner Berlins haben in den zurückliegenden Jahren Volksentscheide bewegt, durchaus mit unterschiedlichem Ausgang. Doch auch aus unserer Gemeinde lässt sich hierzu ein Beispiel anführen. Der Bürgerentscheid zur Baumschutzsatzung erreichte im November 2015 hohes Interesse und sorgte für eine überdurchschnittliche Wahlbeteiligung. Grund genug, sich dieser Thematik genauer anzunehmen.

Die wohl längsten Wurzeln hat das Prinzip direkter Demokratie in der Schweiz. Mit dem Ziel, die feudalen Ketten des Mittelalters zu zerschlagen, trafen sich im Jahr 1291 die Repräsentanten der Täler auf dem Rütli am Vierwaldstätter See. Gemeinsam beschwor man fortan Einigkeit gegen alle Einmischung von außen. Als Zeichen der Zustimmung aus den Talschaften wurde vereinbart, zeitgleich Feuer auf den umliegenden Bergspitzen zu entzünden. Noch heute wird dieser Brauch an jedem 01. August – dem offiziellen Nationalfeiertag der Schweizer – in den Gemeinden gepflegt.

Seit diesem Zeitpunkt regeln die etwa 2.700 Gemeinden einen großen Teil der Aufgaben weitgehend selbst. Die Durchführung von Referenden ist hierfür in nahezu allen Gemeindeordnungen enthalten. Das Prinzip der direkten Demokratie wird gemeinhin als wirksames und notwendiges Kontrollelement gesehen. Gesellschaftliches Engagement, gemeinschaftliche Selbstbestimmung und die Verbindlichkeit des Wortes – des Eides – zählen zu den gern betonten Schweizer Tugenden.

Für diese Form der Beteiligung bedarf es jedoch einer Kultur, die gegenseitigen Respekt abverlangt und auf Sachfragen konzentriert. Nicht die Stärke des politischen Geschreis ist entscheidend, die gemeinsame Suche nach neuen und besseren Ideen steht im Fokus. Denn nur durchdachte Lösungen haben Bestand und sind folglich ein Gewinn für die Zukunft.

Direkte Demokratie ist somit zugleich eine anspruchsvolle Aufgabe. Sie verlangt hohes Verantwortungsgefühl von denjenigen, die Fragestellungen sachgerecht zur Abstimmung einbringen müssen. Aber ebenso auch von stimmberechtigten Bürgern, welche Vor- und Nachteile objektiv durchdenken und abgewogen befinden sollen. Erst aus diesem Zusammenspiel, verbunden mit der Akzeptanz von Entscheidungen, entsteht der Unterschied zu den Ketten der Vergangenheit.

Auch unsere Rechtsgrundlagen kennen verschiedene Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung, von Bürgerbefragungen über Einwohnerversammlungen bis zur Einbringung von Petitionen. Zur direkten Mitbestimmung gereicht jedoch erst der Bürgerentscheid. Obendrein sind bei uns meist höhere Gipfel zu erklimmen, als dies den stimmberechtigten Eidgenossen abverlangt wird.

Dennoch ist Mitbestimmung ein zielführender Pfad, um Fragen von übergreifender Bedeutung im Sinne der Bürger zu regeln. Der Geschichte des Jahres 2015 könnten so neue Kapitel folgen – nach Schweizer Vorbild in der Debatte.

#Zusammenleben #Ortsentwicklung #Mitbestimmung

Nachhaltiger Bahnverkehr auch bald in unserer Region?

Ab dem Frühjahr 2018 werden zwei Exemplare des Regionalzuges „Coradia iLint“ des Herstellers Alstom den Pilotbetrieb in Niedersachsen aufnehmen. Das teilten die Projektpartner bei der Unterzeichnung des Liefervertrages für die nächsten 14 Züge mit.

Vereinbart wurde auch, dass der Gaseanbieter Linde die Versorgung der Züge mit Wasserstoff übernimmt. Dazu soll die weltweit erste Wasserstoff-Tankstelle für Züge auf einem Gelände der EVB in Bremervörde entstehen. In einer späteren Projektphase sei vor Ort die Produktion von Wasserstoff per Elektrolyse und mithilfe von Windenergie geplant. Rund 1.000 Kilometer könne der „iLint“ mit einer Tankfüllung zurücklegen. Das niedersächsische Verkehrsministerium unterstützt die Anschaffung mit 81,3 Mio. Euro im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramm für Wasserstoff und Brennstoffzellen-Technologie (NIP).

Nächstes Projekt in Brandenburg geplant

Ein ganz ähnliches Projekt plant Alstom jetzt in Brandenburg mit der Niederbarnimer Eisenbahngesellschaft (NEB), der Barnimer Energiegesellschaft und dem Projektentwickler Enertrag. Sie wollen die Dieselloks für die „Heidekrautbahn“ RB 27 vor den Toren Berlins durch vier „Coradia iLint“ ersetzen. Der Treibstoff für die neuen Züge würde durch eine Erweiterung des Hybridkraftwerks zur Wasserstofferzeugung von Enertrag bereitgestellt. Das Gesamtinvestitionsvolumen beträgt zirka 35 Mio. Euro. Voraussetzung für die Realisierung sei eine Projektförderung aus Bundes- und Landesmitteln, etwa über das NIP. Die Partner sind zuversichtlich, dass ihr Vorhaben eine hohe Signalwirkung haben wird, denn nur 50 Prozent des Schienennetzes in Deutschland seien elektrifiziert.

Quelle: energate
#Mobilität #Nachhaltigkeit #Innovation #NeueIdeen

Blick über den Tellerrand…

…wenn man regelmäßig Einblick in Strukturen und Konzepte anderer Gemeinden hat, stößt man gelegentlich auf interessante Ansätze. Dazu zählt etwa die Badelandschaft einer kommunalen Kita, die sowohl Spaß bereitet als auch insbesondere den Krippenkindern zusätzliche Sicherheit im Element Wasser vermittelt. Schreckreflexumkehr und Orientierungsfähigkeit sind nur zwei der hierbei zu erlernenden Fähigkeiten. Somit eine sinnvolle erste Stufe innerhalb des Konzepts der Aquapädagogik, welche auf möglichst frühzeitiges Schwimmen zielt. Immerhin kann – gemäß einer Forsa-Studie – mehr als die Hälfte der zehnjährigen Kinder inzwischen nicht schwimmen. Bedarf besteht also!

#Sicherheit #Bildung
#KitaKonzept #PädagogischeVielfalt #NeueIdeen