Bisher größtes Baumpflanzprogramm des Ortes startet

Altersbedingte Verluste, Schädlingsbefall oder Erkrankungen, Stürme oder bisher ungenutzte Potenziale, trotz des beachtlichen Grüns im Ort gibt es durchaus auch Baumlücken. Seit dem Frühjahr wurden diese systematisch erfasst und hinsichtlich der Platz- und Bodenverhältnisse bewertet. Ebenso wurden klimatische Veränderungen wie auch die Resilienzen einzelner Baumarten gegenüber Krankheiten und Schädlinge betrachtet. Im Ergebnis konnte die Ausschreibung für das erste Paket des bisher für unseren Ort einmaligen Baumpflanzprogramms auf den Weg gebracht und inzwischen auch beauftragt werden. Noch in diesem Jahr soll es mit der Pflanzung von 250! neuen Bäumen für Petershagen/Eggersdorf beginnen. Mit beauftragt wurde auch die Aufwertung der Pflanzstellen mit speziellen Pflanzsubstraten und die Entwicklungspflege des neuen Bestandes in den ersten 5 Jahren. Bürger unserer Gemeinde aber auch Gäste und Durchreisende können sich somit bald an verschiedenen Eichen- und Lindenarten erfreuen. Aber auch Sorten wie der Baumhasel oder die Felsenbirne werden zukünftig das Ortsbild prägen. Bereits im nächsten Jahr soll das Programm mit einem zweiten Paket in ähnlicher Form und Größenordnung fortgesetzt werden. Die Erfassung weiterer Pflanzorte erfolgt bereits schrittweise.

Zeitgleich konnte auch ein Rahmenvertrag für die qualifizierte Pflege des sehr umfangreichen Baumbestandes – gut 13.000 Bäume säumen allein die kommunalen Straßen und Wege – für die nächsten 4 Jahre geschlossen werden. Mit dieser Entscheidung weiten wir die technischen und personellen Möglichkeiten unseres Bauhofs deutlich aus und wollen so den in den letzten Jahren verstärkt auftretenden Befall von Krankheiten und Schädlingen möglichst schnell und rechtzeitig entgegenwirken. Oft hilft nur rasches Reagieren, um die Ausbreitung solcher Entwicklungen zu unterbinden.

All dies ist natürlich nicht kostenfrei zu haben, ist aber in jedem Fall aber eine lohnende Investition – für einen gesunden und ansprechenden Baumbestand, frische Luft und angenehmen Schattenwurf in den Wohn- und Siedlungslagen unseres Ortes.

Straßen und Wege – wo und wie geht es weiter?

Derzeit schreitet der Ausbau der Rückertstraße voran. Gut hervor treten bereits die Konturen der neuen Fahrbahn und auch der 2,5 m breite Geh- und Radweg ist teilweise schon zu erkennen. Bewegung war zudem auch in der Landsberger Straße festzustellen. Hier wurde mit der Instandsetzung des Weges entlang der freien Feldfläche begonnen. Nach Vorarbeiten des Bauhofs hat nun die Straßenmeisterei die Arbeiten an der Landesstraße eingeordnet. Kommunal werden wir in diesem Bereich auch die Wegebeleuchtung modernisieren, wofür bereits die Planungen laufen und der Auftrag noch in diesem Jahr vergeben werden soll. Erstmals wird aus Gründen des Naturschutzes dort eine über Bewegungsmelder gesteuerte Beleuchtung zum Einsatz kommen. Der zweite Bauabschnitt dieses wichtigen Verbindungsweges wird im nächsten Jahr aus Richtung Bruchmühle kommend und mit Anbindung an die Uhlandstraße realisiert werden. Ausgebaut und räumlich neu geordnet wird dann auch die dortige Bushaltestelle, deren Bedeutung mit der Aufnahme des Betriebs der beiden Oberschulen in Fredersdorf und Altlandsberg zunehmen wird. Der dritte Bauabschnitt soll dann im Zeitraum 2025/26 in der Ortslage Eggersdorf bis zur Wilhelmstraße folgen.

Und auch für den geplanten Kreisverkehr an der Wilhelmstraße sind die nächsten Schritte eingeleitet. In Abstimmung mit dem Landesbetrieb, da dies keine kommunale Straße ist, haben wir die nächsten Planungsphasen beauftragt. Aktuell zeichnet sich ab, dass im Zuge der Bauleitplanung auch das Problem der Führung der Landesstraße um den Dorfanger Eggersdorf herum neu geregelt werden kann. Die Führung des Geh- und Radweges, einschließlich einer Querungshilfe auf Höhe des Rehwinkels, ist inzwischen als prioritäres Projekt in ein Entwicklungskonzept des Landes aufgenommen worden. Auch wenn die genannten Abschnitte noch viel Zeit und Arbeit beanspruchen werden, deren Realisierung würde ein schlüssiges Wegekonzept von der Rückertstraße bis zum Bahnhof Strausberg ermöglichen.

Im August ging es nun endlich auch mit dem dringenden Ausbau der Bahnhofstraße im Ortsteil Petershagen los. Der Zustand der Fahrbahn aber auch die schlechten Verhältnisse auf dem dortigen Gehweg sind schon lange ein Ärgernis. Auch hier soll ein gemeinsames Projekt von Land und Kommune nun Abhilfe schaffen. Etwas breiter und damit auch normgerecht soll der zukünftige Gehweg werden, samt moderner und effizienter Wegebeleuchtung. Leider ist es nicht gelungen die notwendige Breite für einen Geh- und Radweg vorzusehen, da hier die naturschutzrechtlichen Belange des geschützten Biotops vor dem Mühlenfließ dem im Wege standen. Dennoch wird der Kompromiss eine deutliche Verbesserung darstellen.

Umso wichtiger ist für uns als Gemeinde die Instandsetzung des Heuweges samt der Heuwegbrücke über das Mühlenfließ. Eine Verbindung, die schon seit mehr als 100 Jahren den sicheren Fuß- und Radverkehr zwischen Petershagen, Bruchmühle und Fredersdorf ermöglicht. Aber deutlich in die Jahre gekommen, muss nun der bauliche Zustand verbessert und eine neue Brücke errichtet werden. Grundsätzlich ist auch zu diesem Vorhaben die Abstimmung mit dem Land zu möglichen Fördermitteln weit gediegen. Leider stellt sich der örtliche NABU vehement mit Drohgebärden gegen dieses Vorhaben. Über die vorgebrachten Argumente wird daher die Gemeindevertretung abwägen müssen.

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter

Bringt kommunale Wärmeplanung die Lösung?

Auch wenn das Bundesverfassungsgericht vorerst das Heizungsgesetz gestoppt hat, der politische Wille, die Heizungsräume der Bürger zu regieren, wird nach der Sommerpause erneut vorgebracht werden. Neben der Sorge vor finanzieller Überforderungen beschäftigt damit viele Eigentümer auch die Frage, welche technischen Lösung für ihre Immobilie die richtige ist. Mehr Klarheit erhofft man sich hier von der zeitgleich ins Spiel gebrachten Wärmeplanung, zu der man jede Kommune mit mehr als 10.000 Einwohnern verpflichten möchte.

Grundsätzlich kann eine zentrale Wärmeversorgung und der Aufbau von Leitungsnetzen Sinn machen und auch die wirtschaftlichere Variante sein. Etwa wenn große Mengen industrieller, sonst ungenutzter Abwärme vorhanden sind oder aber die Siedlungsdichte sehr hoch und damit die Wege eher kurz sind. Zudem galt bisher die Kopplung von Wärme- und Stromerzeugung als besonders effizient und nachhaltig, was Entscheidungen in diese Richtung beeinflusst und Förderungen ermöglicht hat. Aber auch hier drängt die Politik auf Änderungen und schränkt die technischen Möglichkeiten ähnlich drastisch ein, wie es bei der privaten Heizungsauswahl der Fall ist. Betreiber von Wärmenetzen stehen damit vor den gleichen schweren Entscheidungen wie Haus- oder Wohnungsbesitzer.

Dennoch werden wir als Kommune der Planungspflicht nachkommen müssen, wenn diese im Herbst so beschlossen wird. Wahrscheinlich sogar schon deutlich vor dem angekündigten Zieldatum 2028. Mit Blick auf die Gegebenheiten in unserem Ort wird die Wärmeplanung absehbar aber eher dezentrale, also auf das jeweilige Gebäude bezogene Heizungslösungen ausweisen. Größere und zentrale Anlagen sind lediglich in Quartieren mit höherer Anzahl an Mehrfamilienhäusern oder etwa für das nähere Umfeld unserer Schulstandorte realistisch. Viel mehr Verbindlichkeit ist aus der politisch normierten Planungsvorgabe ohnehin nicht zu erwarten, bleibt diese in der Methodik doch sehr oberflächlich und theoretisch. Nicht nur in diesem Fall lösen politische Konzepte wieder einmal erheblichen finanziellen und personellen Aufwand aus, taugen aber im Ergebnis bestenfalls für plakative Botschaften.

Davon losgelöst und positiv durch die Brille des Technikers geschaut, gibt es eine Reihe innovativer Lösungen, die wir auch verstärkt bei kommunalen Projekten einbinden werden. Einiges davon ist bereits konkret in Planung oder sogar Umsetzung. Die nüchterne Erkenntnis dabei ist, in der Regel gibt es die Lösungen nur auf dem Papier oder sind diese wenig erprobt, fehlt es an Kapazitäten für die Umsetzung und laufen die Kosten dafür schnell aus dem Ruder. Dem spitzen Stift des Kaufmanns oder der Berechnung des Ingenieurs hält so manche Idee letztlich nicht stand.

Wenn ich Ihnen also einen Rat geben darf, beschäftigen Sie sich derzeit weniger mit der Auswahl einer Heizung. Viel wichtiger ist die Frage, wie sich der Wärmebedarf Ihres Gebäudes senken lässt. Denn Heizkosten sparen lässt sich dauerhaft nur, wenn die Heizung weniger arbeiten muss – völlig unabhängig von der verwendeten Technologie. Und auch wenn der schnelle Kauf einer Gasheizung derzeit verlockend scheint, die politischen Kosten der CO2-Zertifikate werden sich in den nächsten Jahren im Gaspreis bemerkbar machen. Einfach und günstig bleibt auch diese Lösung somit nicht.

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter

Geht uns das Wasser aus?

Die nun schon einige Wochen anhaltende Trockenheit lässt den überdurchschnittlich nassen Jahresanfang vergessen. Und mit steigenden Temperaturen halten Superlative und Schreckensszenarien erneut Einzug in die mediale Berichterstattung. Trotz verbreiteter Subjektivität und oft auch politischem Kalkül dahinter, jahreszeitlich starke Schwankungen und deren Auswirkungen auf die oberflächennahen Gewässer lassen sich selbst objektiv nicht negieren.

Jedoch sind wir dem keinesfalls hilflos ausgeliefert, müssen aber gerade auf kommunaler Ebene den Umgang mit dem kostbaren Nass völlig neu denken. Längst sorgen Mulden- und Rigolensysteme als quasi straßenbegleitender Standard für eine ortsnahe Versickerung und damit auch Stärkung tieferer Grundwasserschichten. Darüber hinaus verfolgen wir mit der Sanierung und teilweise auch dem Umbau von Regenwasserkanälen das Ziel, innerörtliche Wasserflächen zu stützen und deren Speichervolumen zum Ausgleich schwankender Niederschläge zu nutzen. Die Renaturierung von Teichen und Seen sowie die Anpassung der Grabenbewirtschaftung wird uns in den nächsten Jahren deutlich fordern. Mit ins Maßnahmenpaket gehört aber auch eine angepasste Bepflanzung, denn eine resistente Vegetation kann mit Trockenphasen besser umgehen und in ihrem Schatten die Verdunstung verringern. Gerade hier können auch Sie im heimischen Garten tatkräftig mithelfen. Die Vorteile liegen auf der Hand und sind schnell wahrzunehmen.

Deutlich tiefer liegen hingegen die Schichten des Grundwassers, welches die Basis für unser Trinkwasser bildet. Doch auch wenn die Versickerung bis in diese Tiefen eher Jahrzehnte dauert, so ist der Beginn dieses Prozesses an der Oberfläche auch für die langfristige Sicherung dieser Ressource entscheidend. Nur mit bewusstem Handeln bleiben natürliche Kreisläufe und unsere Lebensgrundlagen intakt.

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass immer mehr Nutzungen und gegenläufige Ziele um das Trinkwasser konkurrieren. Ob Flutung ehemaliger Tagebaue, Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft, neue industrielle Verfahren, flächensparende Siedlungsverdichtung oder die Vernässung von Moorlandschaften, die Liste potenzieller Nutzungen wird immer länger. Ohne eine Priorisierung und den Ausgleich der verschiedenen Interessen wird es folglich nicht gehen. Und auch die Trink- und Abwasserwirtschaft wird sich auf veränderte Rahmenbedingungen einstellen müssen. Ansprüche ausgewogen und verlässlich zu bedienen wird nur im größeren Netzverbund und in der Fläche ausgesteuert gelingen. Fernleitungssysteme und die Nutzung geografischer wie geologischer Speicher, wie sie in anderen Bundesländern oder auch in vielen europäischen Regionen lange erprobt sind, werden auch in Brandenburg umgesetzt werden müssen. Unvermeidlich wird die Bewirtschaftung des Wassers in den nächsten Jahren komplexer – kommunal, regional wie auf Landesebene. Und klar, die neue Form des Wirtschaftens wird ihren Preis haben. Aber vielleicht wird dies dem Wert der Ware „Wasser“ auch besser gerecht.

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter

Wie geht´s weiter in Dorf- und Lindenstraße?

Noch immer säumt ein Bauzaun das Gelände der ehemaligen Tankstelle in der Lindenstraße. Fast schon im Dornröschenschlaf scheint das nun von umweltgefährdenden Stoffen befreite Grundstück. Aber der Eindruck täuscht über die vielfältigen Aktivitäten und Planverfahren im Hintergrund hinweg.

Denn um überhaupt ein neues Gebäude mit integrierter Bibliothek errichten zu können, muss der bisher rechtskräftige Bebauungsplan erst in einem aufwändigen Verfahren geändert werden. Aufgrund der Schadstoffe war bisher nur eine durchgängige Betonfläche zulässig! Damit verbunden ist aber auch die Behebung grundbuchrechtlicher Mängel. So müssen etwa Abstandsflächen wie auch Wege- und Leitungsrechte endlich verbindlich geregelt werden. Ebenso waren Verkehrsplanungen erforderlich, um die Erschließung des Grundstücks neu festzusetzen. Neben der nun optimal platzierten Zufahrt soll auch der bisherige Gehweg einer normgerechten Nutzung durch Fahrräder geöffnet werden. Hierfür müssen sich Grenzen zwischen dem Baugrundstück und der angrenzenden Verkehrsfläche verschieben.

Eng verbunden ist dieses Grundstück aber auch mit der Sanierung des Dorfsaals. Nicht nur das hier ein Teil der notwendigen Fahrrad- und PKW-Stellplätze nebst Ladesäulen angeordnet werden sollen, die aus Feldsteinen errichtete ehemalige Schmiede soll zukünftig die Funktion einer Heizzentrale für den Saal und perspektivisch auch große Teile des nördlichen Dorfangers übernehmen. Vorgestellt hatte ich diese Lösung eigentlich schon im Jahr 2018. Die bisherige Planung einer gasbasierten Kraft-Wärme-Kopplung ist aber inzwischen rechtlich nicht mehr umsetzbar. Die neuen Planungen sehen daher die Gewinnung von Erdwärme aus der Tiefe und den Einbau hocheffizienter Wärmepumpen als auch -speicher vor. Die Umweltbilanz des Wärmenetzes wird zudem eine PV-Anlage auf dem Dach verbessern. Nicht zuletzt ist auch die bauliche Sanierung der Schmiede weiter voranzutreiben. Denn diese soll nicht nur als Technikstandort erhalten werden, sondern auch das historische Ortsbild dauerhaft prägen. Die Verbindung aus alten Mauern und neuer Technik stellt sicher einen besonderen Reiz dar.

Hoch komplex gestaltet sich auch die Planung der Wärmeleitungen über den Anger, liegen doch in dem Bereich schon etliche Leitungen der Ver- und Entsorgung. Präzise Vermessungen, auch in die Tiefe gehend, sind daher gefordert. Und wenn wir schon beim Vermessen sind, dann lassen sich gleich auch Maßnahmen zur Barrierefreiheit, besseren Führung des Geh- und Radverkehrs als auch für zusätzliche Begrünung und zur Ausgestaltung von Aufenthaltsflächen mit einordnen. Darüber hinaus wurde in den vergangenen gut neun Monaten das Integrierte Energetische Quartierskonzept „Am Dorfanger“ erarbeitet, welches wir dieser Tage erfolgreich zum Abschluss bringen. Die ganzheitliche Betrachtung des „Kulturquartiers“ gibt weitere wertvolle Anregungen für die Entwicklung des Angers in den nächsten Jahren. Dornröschen findet also keine Zeit zum Schlafen, sondern arbeitet vielmehr im Verborgenen an dem wohl derzeit anspruchsvollsten Projekt unserer Gemeinde.

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter

Fahrradstraße – nur Ideologie oder sinnvolles Verkehrskonzept?

Quer durch die Republik schlagen die Wellen hoch, wenn es um die Einrichtung von Fahrradstraßen geht. Nicht selten beschäftigt die Frage nach Sinn oder Unsinn inzwischen die Gerichte. Grund genug also, sich mit dem Konzept genauer auseinanderzusetzen.

Seit 1997 in der StVO rechtlich normiert, können Fahrradstraßen aus Gründen der Sicherheit und Ordnung des Verkehrs oder auch zur städtebaulichen Entwicklung ausgewiesen werden. So einfach aber zugleich unbestimmt, gibt das zugehörige technische Regelwerk jedoch umfassend Aufschluss zu Anforderungen und Ausgestaltung.

Fahrradstraßen – Leitfaden für die Praxis

In Fahrradstraßen gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h. Charakteristisch für diesen Straßentyp ist, dass Fahrradräder nebeneinander fahren dürfen. Für das bevorrechtigte Fahrrad sind daraus resultierende Behinderungen anderer Verkehrsteilnehmer nicht beachtlich. Mehr noch, der Radverkehr selbst darf durch andere nicht in seinem Fluss begrenzt werden. Ohnehin sind motorisierte Fahrzeuge in Fahrradstraßen verboten, soweit Zusatzzeichen diese nicht in Ausnahmefällen erlauben. In der Regel werden Fahrradstraßen für Anlieger freigegeben. Aber auch dann ist durchgehender Kfz-Verkehr durch bauliche Maßnahmen wirksam zu unterbinden. Quasi sind Fahrradstraße für den motorisierten Verkehr als Sackgasse auszubilden.

Die Ausweisung von Fahrradstraßen kann aber nicht willkürlich erfolgen. Nachweislich muss das Fahrrad die vorherrschende Verkehrsart im betreffenden Straßenabschnitt sein oder sie muss diese in absehbar werden. Der hier geforderte Nachweis wird üblicherweise über Verkehrszählungen geführt. Anhaltspunkte für zukünftige Nutzungsintensivierungen kann etwa die Bündelung von Verkehren über eine Radverkehrskonzeption geben. Übergeordnetes Ziel von Fahrradstraßen ist die Erhöhung der Reisegeschwindigkeit sowie ein gleichmäßiger Verkehrsfluss für Radfahrende. Zur klaren Orientierung sind entsprechende Kennzeichnungen auf den Verkehrsflächen aufzubringen – in Form von Linien, Symbolen oder großflächigen Einfärbungen.

In der Konsequenz sind alle anderen Verkehrsarten gesondert zu regeln, etwa durch die Verlagerung des motorisierten Verkehrs auf Straßen in der Umgebung und die separate Führung des Fußgängerverkehrs auf Gehwegen. Zur Vermeidung der häufigsten Unfallsituationen sind zudem Querungshilfen für Fußgänger und Sicherheitsstreifen zum ruhenden Verkehr – etwa parkende oder haltende Anwohner, Liefer- und Pflegedienste oder Entsorgungs- und Rettungsfahrzeuge – einzurichten. Für die Sicherheit des Radverkehrs untereinander ist eine Breite der Fahrgasse von 4m vorzusehen. Im normgerechten Regelquerschnitt ergibt sich damit eine versiegelte Verkehrsflächenbreite von 14,70m. Abhängig von der konkreten Verkehrssituation vor Ort sind Reduzierungen möglich, etwa 3,5m als Fahrstreifen oder nicht vollständig durchgängige Halte- und Standstreifen. Bei einer beabsichtigten Freigabe für den Busverkehr werden aber auch Ausweitungen des Fahrstreifens erforderlich.

An dieser Stelle stößt das Konzept Fahrradstraße für die bei uns typische Siedlungsstruktur an Grenzen. Erschließungsstraßen weisen bei uns überwiegend eine lichte Breite zwischen den Zäunen von 8m bis 10m auf. Davon werden die Fahrbahn bzw. Mischverkehrsfläche 4,75m bis 5,5m beansprucht. Der verbleibende Teil des Straßenprofils dient der Versickerung von Regenwasser und der Pflanzung von Begleitgrün, insbesondere Bäumen. In Straßen mit übergeordneter Funktion sind zudem noch 1,8m für den Normgehweg anzurechnen. Selbst dann liegt die Versiegelung im Profil bei 6,55m bis 7,3m.

Ihre Stärken spielen Fahrradstraßen aber als direkte Verbindung zwischen Orten bzw. Ortsteilen oder zu Gewerbegebieten aus. Ohne die erforderlichen Flächen für Fußgänger und motorisierte Verkehre können eBike und Rennrad ordentlich Fahrt aufnehmen und so eine echte Mobilitätsalternative bieten.

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter

Bewegt in den Frühling

Mit dem diesjährigen Sattelfest auf dem historischen Dorfanger Petershagen steht nicht nur für unsere Region ein bedeutendes Event an, die Ausrichtung dieses Festes ist für uns als Gemeinde zugleich auch eine Prämiere! Mitten in der S5-Region markieren wir damit den symbolischen Auftakt der Fahrradsaison. Ob zum Einkaufen, für den täglichen Schul- und Arbeitsweg oder einfach als sportliche Freizeitaktivität, fest im Sattel und mit kräftigem Tritt in die Pedale gibt es in unserer Umgebung viel zu entdecken und lassen sich notwendige Wege unkompliziert und umweltfreundlich zurücklegen.

Damit sich die Möglichkeiten hierfür weiter verbessern, liegt seit der letzten Fortschreibung des Straßenbauprogramms für Petershagen/Eggersdorf im Jahr 2020 die Priorität beim Ausbau der Geh- und Radwege. Das unlängst durch die Gemeindevertretung beschlossene Radverkehrskonzept verleiht dieser Zielsetzung nochmals höheres Gewicht und konkretisiert die zugehörige Verkehrs- und Wegeplanung. Dieser fundierten Konzeption voraus gingen umfassende Bestandsaufnahmen in der Fläche des gesamten Ortsgebietes. Im Rahmen der durchgeführten Bürgerbeteiligungen konnten zudem Stellungnahmen abgegeben und in der Diskussion Anregungen eingebracht werden. Diese Schritte bildeten die Grundlage für die nachfolgende Konzeptentwicklung, einschließlich der fachlichen Ausarbeitung umsetzungsfähiger Maßnahmen. Gerade erst als Konzept verabschiedet, sind bereits erste konkrete Bauplanungen zu dessen Umsetzung auf den Weg gebracht. Diese betreffen etwa die Ausbauten entlang der Landsberger Straße oder den südlichen Teil der Bötzseestraße. Auch zugehörige Förderanträge wurden bereits erarbeitet und befinden sich nun in der Abstimmung. Darüber hinaus wurde als vorgezogene Maßnahme der erste Abschnitt im Bereich der Lindenstraße bereits realisiert. Hier steht nun der Antrag auf verkehrsrechtliche Anordnung eines gemeinsamen Geh- und Radweges an.

Doch auch ein gestärkter der Geh- und Radverkehr vermag nur einen Teil der Mobilitätsbedürfnisse von Bürgern unserer Gemeinde zu decken. Wie sich deren Bedarfe im Tagesverlauf, nach der Zugehörigkeit zu einer Altersgruppe, entlang der vielfältigen Freizeitinteressen wie auch den durchaus fordernden Aufgaben innerhalb der Familie und im Arbeitsleben darstellen, dazu gibt die ebenfalls jüngst abgeschlossene Mobilitätsanalyse weitreichenden Aufschluss. Trotz der Mobilitätsspitzen in den Morgen- und Nachmittagsstunden, die Bewegungsprofile unserer Bürger unterscheiden sich erheblich. Nur selten führt der Zweck der ersten Fahrt wieder direkt zurück an den Ursprung. Nur ein Beispiel: Was morgens mit der Fahrt zur Kita beginnt und nahtlos in den Arbeitsweg übergeht, findet sich nachmittags in Einkaufsfahrten und Freizeitaktivitäten wieder. Auch die Zeiträume und Strecken der Durchgangsverkehre sowie der innerörtlichen Quell- und Zielverkehre ließen sich nahezu punktgenau aufzeigen. Die detaillierte und tiefgreifende Darstellung aller Mobilitätsanforderungen und Wegezwecke erfolgte in dieser Form für unseren Ort erstmals und ist sogar für die Region bisher einmalig. Der nun vorliegende ganzheitliche Blick auf die Mobilität im Ort ermöglicht eine sachliche Abwägung für das jeweils zweckmäßigste Verkehrsmittel und gibt Orientierung für die Entwicklung zukunftsfähiger Mobilitätsangebote.

An welchen Stellen eine Verdichtung des öffentlichen Nahverkehrs zielführen oder wo mit flexiblen Alternativen und Ergänzungen Qualitätsverbesserungen zu erreichen sind, darüber wird weiter in den Fachausschüssen der Gemeindevertretung sowie mit dem Landkreis als Auftraggeber des regionalen Busverkehres zu beraten sein. Erkennbar ist aber, es gibt nicht die eine Lösung. Vielmehr sind alle Optionen gleichberechtigt zu entwickeln und geschickt miteinander zu vernetzen – um Bewegung nicht in der Sackgasse enden zu lassen.

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter

Ausgebremst aber weiter mit dem Fuß am Gaspedal

Auch wenn in den letzten Jahren bereits mehrere Millionen Euro für die Erweiterung und Modernisierung des Grundschulcampus Eggersdorf verwendet wurden, so sind doch weitere Investitionen an diesem Schulstandort dringend erforderlich. Die aktuell noch genutzte Sporthalle – eigentlich nur ein ehemalige Tanzsaal – bietet deutlich zu wenig Platz und auch die Küche müsste neu gegliedert und erweitert werden. Um die Herausforderungen zügig anzugehen, wurde bereits Anfang letzten Jahres mit der Vergabe von Bauleistungen für eine Zweifeldhalle samt Außensportgelände begonnen. Leider wurde der für dieses Jahr geplante Baubeginn durch weitere gesetzliche Verschärfungen der energetischen Anforderungen vereitelt. Das Verfahren musste daher mit einer angepassten Leistungsbeschreibung neu gestartet werden.

Zeitgleich gilt es nun auch die Realisierung des Funktionsgebäudes „Haus Mühle“ voranzutreiben, über welches in den nachfolgenden Bauphasen am Campus auch die Mittagsversorgung des Schulstandortes gesichert werden soll. Erst mit Schaffung der Alternativen für Sport und Schulspeisung kann mit dem Abriss der alten Aula und des Sportraums begonnen werden, um so den notwendige Platz für ergänzende Hort- und Klassenräume sowie eine vollwertige Mensa zu schaffen. Der vorgesehen Neubau wird dann den Zugang zum Hof wie auch die Abstellanlage für Fahrräder weiter nach hinten und somit von der verkehrsreichen Hauptstraße weg verschieben. In Verbindung mit den geplanten Elternhaltestellen im Umfeld soll sich dann auch das morgendliche Chaos vor dem Tor auflösen. Zwischenzeitlich gilt es aber noch weitere Herausforderungen zu bewältigen. So wird uns das bundesweit angestrebte Verbot von Gasheizungen absehbar an technische Grenzen führen. Ohne diese Heizungsart müsste selbst der in 2016 fertiggestellte Erweiterungsbau bereits wieder saniert werden. Nicht nur hierfür brauchen wir ein tragfähiges Konzept, die gestiegenen Anforderungen ans Bauen führen auch zu deutlich mehr Gebäudetechnik. Wie komplex allein das Zusammenspiel von Heizungs- und Lüftungstechnik bei derart großen Objekten zu steuern ist, zeigt uns gerade der Neubau in Petershagen auf. Letztlich werden wir ein einheitliches elektronisches Leitsystem für perspektivisch alle kommunalen Gebäude etablieren müssen. Auf welche Summen sich so die Investitionskosten in den nächsten Jahren summieren werden, lässt sich heute nur vage beziffern.

Umso besser, wenn Lösungen einfach und zum Greifen nah scheinen. Jedoch zeichnet sich auch die Weiternutzung unserer Schulcontainer, welche derzeit noch am Schulstandort Petershagen aufgestellt sind, als unrealistisch ab. Eigentlich in bautechnisch einwandfreiem Zustand, stehen auch hier energie- und klimapolitischen Vorschriften einem pragmatischen Vorgehen entgegen. Gerade erst sieben Jahre alt, entspricht kein Bauteil mehr den aktuellen Anforderungen. Doch auch wenn der Gesetzgeber immer neue Hürden auftürmt, auf das Ziel einer zeitgemäßen und zukunftsfähigen Ausgestaltung des Schulstandortes Eggersdorf fahren wir weiter zu.

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter

Stark wie ein Baum – gilt nicht mehr immer

Zeigt sich das Wetter doch häufig von seiner wechselhaften Seite, sind es vor allem die Extreme, unter denen unsere heimische Vegetation besonders leidet. So fällt einigen Baumarten der stete Wechsel zwischen nassen Füßen und ausgedörrtem Boden besonders schwer. Lassen anhaltende Trockenheit und Überhitzung die Blätter vertrocknen, stellen die Gehölze die Wasserversorgung und damit Nahrungsaufnahme über die Wurzeln ein. Dies schwächt insbesondere Bäume nachhaltig und macht sie anfälliger für Pilz- und Schädlingsbefall.

Ob Bastkäfer in den Eschenbeständen, Brandkruste an Linde, Ahorn oder Kastanie, Prozessionsspinner in Eichen und Kiefern, Rußrindenkrankheit am Bergahorn oder Borkenkäfer in der Rinde der Kiefern, Fichten oder Lärchen, nahezu keine Baumart in unserem Gemeindegebiet bleibt von derartigen Folgen verschont. Hinzu kommen Probleme schlech-ter Standortbedingungen, etwa durch festgefahrene Grünstreifen, Kabel- und Rohrleitungsarbeiten, nährstoffarme Böden sowie erhöhte Windlasten durch Fällungen oder Sturmschäden in der direkten Nachbarschaft. Der Blick ins Baumkataster zeigt ein inzwischen erschreckendes Ausmaß an Baumschäden. Dabei betreffen unsere regelmäßigen Begutachtungen nur den kommunalen Baumbestand. Ähnliche Entwicklungen dürften auch die privaten Bestände zu verzeichnen haben.

Um zumindest dem Schädlingsbefall an einigen Stellen Einhalt zu gebieten, wurde auch der Einsatz spezieller Mittel in Erwägung gezogen. In der Abwägung zwischen Vor- und Nachteilen dürfte dies aber keine generelle Option sein. In besonders gravierenden Fällen und auf öffentlichen Flächen bleibt eine Fällung zur Wahrung der Verkehrssicherheit leider unumgänglich. Aktuell betrifft dies 62 Straßenbäume, deren Standsicherheit nicht mehr gegeben oder erheb-lich eingeschränkt ist. Besonders schwer wiegt diese Entwicklung, da auch einige Baumriesen in geschützten Alleen dazu gehören.

Zukünftig wird unser praktizierter Ansatz nicht mehr genügen, bei der Auswahl von Baumarten für Neupflanzungen nur auf Bodenverhältnisse und Resilienz gegenüber klimatischen Veränderungen zu achten. Gab lange Zeit der Straßenname die Baumart vor, sind es gerade die damit geschaffenen Monokulturen, die etwa bei einem Schädlingsbefall ganze Straßenzüge in Mitleidenschaft ziehen. Fehlt aber dort womöglich abrupt und umfassend der schattenspen-dende Bestand, setzen sich die klimatischen Auswirkungen in den Anliegergärten negativ fort.

Nicht nur um dem vorzubeugen, werden wir voraussichtlich ab September mit Nachpflanzungen in großer Zahl zur Schließung bestehender Lücken beginnen. Die nun von Fällungen betroffenen Standorte werden allerdings erst nach einer notwendigen Ruhephase des dortigen Bodens neu belegt werden können. Stellen müssen wir uns aber auch verstärkt den Aufgaben einer optimalen Zuführung von Niederschlagswasser und des besseren Schutzes der begleitenden Grünstreifen. Alt wie ein Baum – dafür kommt es heute mehr denn je auf die richtigen Rahmenbedingungen, auf einen bewussten Umgang mit unserer Vegetation, regelmäßige Kontrolle und intensive Pflege an.

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter

Neues Jahr – packen wir es an

Liebe Bürgerinnen und Bürger,
für das neue Jahr möchte ich Ihnen alles erdenklich Gute wünschen. Gesundheit, Glück und Schaffenskraft sollen es Ihnen ermöglichen, neue Ideen und Pläne als auch gute Vorsätze erfolgreich umzusetzen. Energie und Tatendrank brauchen wir auch als Gemeinde, denn das neue Jahr wartet mit einem mehr als umfangreichen Arbeitspaket auf. Neben der Erteilung des Auftrags zur Errichtung der neuen Sporthalle im Ortsteil Eggersdorf erwarten wir die Baugenehmigung für die neue Sportanlage nebst Sportgerätelager auf dem Waldsportplatz.
Konkret werden nun auch die Planungen für das neue „Haus Mühle“ im Ortszentrum Eggersdorf sowie für die weitere Sanierungen des Dorfsaals und den Ausbau des Dorfangers in Petershagen. Mit der Fertigstellung des Quartierskonzepts für diesen Bereich kann es dort auch mit der Planung des Bibliotheksgebäudes als auch zur zukünftigen Nutzung der alten Schmiede weitergehen. Nach den Restarbeiten in der Lindenstraße, Gehweg und Straßenbeleuchtung betreffend, soll es gleich im Anschluss in der Bahnhofstraße weitergehen. Nicht nur hier wird ein neuer Gehweg entstehen, auch der lang erwartete Verbindungsweg zwischen Eggersdorf und Bruchmühle entlang der Landsberger Straße soll einschließlich neuer Beleuchtung ausgebaut werden. Hierzu passt auch der sich anschließende Kreisverkehr an der Wilhelmstraße, für den es nach schwierigen Voruntersuchungen und Abstimmungen mit dem Land nun in die nächste Planungsphase geht. Verwaltungsintern erfolgt die Umstellung der Rechnungsbearbeitung, um ab diesem Jahr den Anteil der Mehrwertsteuer verrechnen zu können. Weitere Fachverfahren sollen digital überarbeitet und für Sie möglichst über das Internet freigegeben werden.

Auf die welt- und wirtschaftspolitische Lage geschaut, sind jedoch jegliche Vorhaben nicht frei von Unsicherheit. Geostrategisches Getöse und eskalierende Konflikte gleich in mehreren Teilen der Welt sorgen für ein ungutes Gefühl. Wohl in keinem anderen Aufgabengebiet macht sich der Fachkräftemangel so mit Sorgen bemerkbar, wie in dem der Diplomatie. Welche Folgen dies für Konjunktur und Weltwirtschaft haben wird, bleibt derzeit eher ungewiss. Mit diesen Einflüssen haben wir uns im Rahmen der Haushaltsplanungen intensiv auseinandersetzen müssen. Aber gerade weil die nächsten Monate Unruhe erwarten lassen, braucht es Stabilität und Verlässlichkeit auf kommunaler Ebene. Neben der Rolle der Gemeinde als Auftraggeber geht es dabei auch um klare Botschaften und Signale. Schauen wir also gemeinsam optimistisch voraus, schaffen wir Neues und kümmern wir uns um Bestehendes.

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter