Es geht voran – Abriss in der Lindenstraße

Inzwischen sind die Arbeiten beim Abriss des Gebäudekomplexes in der Lindenstraße weit fortgeschritten. Der marode Zustand und die über Jahrzehnte erfolgte Flickschusterei war in der Abrissphase gut zu erkennen. Große Mengen an Asbestzementplatten, PAK- und asbesthaltiger Dachpappe, krebserregender KMF-Dämmung sowie quecksilberhaltiger Leuchtstoffröhren und PCB-haltiger Kondensatoren wurden sorgfältig per Hand demontiert und fachgerecht der Entsorgung zugeführt. Der verbleibenden, ohnehin von Rissen geprägten Hochbausubstanz konnte im Anschluss der Abrissbagger kräftig entgegentreten. Nach Baustoffen sortiert erfolgen nun der Abtransport und das geordnete Recycling.

Eine unschöne Überraschung erlebte die beauftragte Fachfirma gestern beim Abriss der Fundamente des Gebäudekomplexes in der Lindenstraße. Direkt unterhalb des ehemaligen Tankstellenshop, der zuletzt als Lagerfläche des Haushaltswarenladens genutzt wurde, kam ein alter Tank zum Vorschein. Mit schwerer Technik konnte an dieser Stelle nicht weitergearbeitet werden. Mittels Handschachtungen wurde daher der Bereich freigelegt und näher untersucht. Es stellte sich heraus, dass der etwa 6.000 Liter fassende Behälter mit einer stark öligen und geruchsintensiven Flüssigkeit randvoll gefüllt ist. Die Substanz wird nun labortechnisch untersucht und eine fachgerechte Entsorgung der Flüssigkeit vorbereitet. Es ist wohl nur der Stahlqualität zu verdanken, dass wir von einem Gebäudeeinsturz und einer massiven Ausweitung der ohnehin bestehenden Umweltbelastungen im Umfeld der alten Tankstelle verschont blieben.

Vermutet hatten wir einen Tank an dieser Stelle eigentlich nicht, konnten aber diesen Bereich nicht im Vorfeld untersuchen. In den 20er Jahren wurde auf dem Gelände ein Werkstattkomplex errichtet, der zumindest 1925 in Nutzung war. Spätestens ab 1929 gehörte auch eine Tankstelle zum Betrieb. In den folgenden Jahrzehnten gab es diverse Um-, An- und Ausbauten, die nicht vollständig dokumentiert sind aber unterschiedlichen Nutzungen entsprachen. Die Tankstelle selbst wurde irgendwann in den 30er Jahren rekonstruiert und um einen Tankstellenshop erweitert. In diesem Zuge erfolgte offenbar eine Überbauung von Teilen der Tankanlagen. Wie lange die Tankstelle die Tankstelle in Betrieb war, ist nicht genau zu ermitteln. Die Angaben reichen hier von bis mindestens 1945 bis Anfang der 50er Jahre oder sogar in privater Nutzung bis in die 60er hinein.

Die veranlassten Bodenuntersuchungen aus dem Jahr 2019 lassen weitere Behälter und Rohrleitungssysteme im Untergrund erwarten. Ziemlich sicher ist zumindest ein weiterer Tank, der sich quer zur Straße und bis an den Gehweg heran befindet. Hoffen wir also, dass uns auch an den anderen Verdachtsflächen die Qualität der Anlagen vor größeren Schäden bewahrt hat. Nicht nur für unsere Umwelt und vor allem den natürlichen Wasserhaushalt sind die Aufklärung und Entsorgung der Altlasten wichtige und zugleich richtige Schritt. Mit Transparenz in diesen Fragen und von Altlasten befreit kann es dann auch mit der Änderung des Bebauungsplans und der Orientierung auf einen Neubau weitergehen. Eingeleitet ist das Planverfahren ja bereits.

P.S. Eine Erkenntnis zu den Fundamenten: Während an einer Stelle ein fast zwei Meter hoher Betonbrocken als Gründung zum Vorschein kam, war eine Gründung des Gebäudes im Bereich der alten Bibliothek fast nicht vorhanden. Nur wenige Zentimeter reichten die gemauerten Ziegel hier einfach in den Boden.

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter

Fördermittel bewilligt

Die im letzten Jahr erstellte Planung zur Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes hat inzwischen alle fachlichen Prüfungen bestanden und neben dem Förderbescheid des Landkreises ist nun auch die Mittelbewilligung des Landes im Rathaus eingegangen. Damit es mit der Verbesserung der Umsteigemöglichkeiten zwischen Bus und Bahn losgehen kann, ist nun noch eine Anpassung der Bauleitplanung an das bestätigte Konzept erforderlich.

Abweichend von den bisher geltenden Vorgaben soll ein im bisherigen Bebauungsplan zuvor als private Grünfläche eingestufter und derzeit brach liegender Teil von 1.300m2 als Verkehrsfläche gewidmet werden. Notwendig ist dies, um dort insbesondere die gut 60 zusätzlichen und überdachten Fahrradabstellplätze realisieren zu können. Im Gegenzug wird nochmals die gleiche Flächengröße als öffentliche Grünfläche neu ausgewiesen. Diese soll der Erweiterung des parkartigen Charakters in Richtung Giebelsee dienen und mit drei großkronigen Laubbäumen, Sträuchern und einer Blumenwiese gestaltet werden. Darüber hinaus soll auch die Zahl der Baufelder für neue Gebäude auf dem Vorplatz von zuvor drei auf lediglich eine kompakte Fläche unmittelbar an der Lessingstraße reduziert werden.

Durch diesen Verzicht gewinnen wir den notwendigen Platz für zwei überdachte Haltestellen. Eine dritte Haltestelle eröffnet zudem den Spielraum für ein Rufbussystem, welches unabhängig von Regelfahrplan die Attraktivität des Nahverkehrs mit steigern wird. Selbstverständlich sind alle Wege zwischen den Bus- und Bahnangeboten kreuzungs- und barrierefrei ausgestaltet. Der Hürdenlauf über die Lessingstraße gehört damit ebenso der Vergangenheit an wie die mangelnde Eignung der Wege für Menschen mit Geh-, Hör- oder Seheinschränkungen. Die Zahl der PKW-Stellplätze bleibt hingegen etwa auf dem bisherigen Niveau. Der leichte Anstieg um 8 Plätze betrifft vor allem Kurzzeitstellflächen sowie zusätzliche Ladesäulenstandorte für Elektromobilität.

Das verbleibende Baufeld soll speziell der Errichtung eines Dienstleistungsgebäudes dienen, in welches Post- und Fahrraddienstleistungen, eine öffentliche und barrierefreie Toilette und auch ein Angebot an Reisebedarf einziehen könnten. Carls Café und das alte Bahnhofsgebäude bleiben zudem erhalten. Dem grünen Ortsbild gerecht werdend, zählt auch die aufwertende Pflanzung von 12 neuen Bäumen zwischen den Verkehrsflächen zur aktuellen Planungsgrundlage. Deren Auswahl basiert auf dem Projekt zur Auswahl klimaangepassten Baumarten für das Gemeindegebiet, für welches unsere Lokale Agenda mit dem Bundesnachhaltigkeitspreis ausgezeichnet wurde. Weitere 12 Bäume, als natürliches Blätterdach ausgebildet, sollen vom Bahnsteig kommend einen ansprechenden Eindruck vermitteln und zum Verweilen im Schatten einladen. Vielleicht lassen die anstehenden Veränderungen bei Ihnen Sorgen hinsichtlich des zentral stehenden und das Bild prägenden Walnussbaums aufkommen lassen. Für diesen soll der Schutz sogar erweitert werden. Denn mit den neuen Festlegungen darf im Umfeld nur wasser- und luftdurchlässiges Material verbaut werden, um dem betagten Baum ein noch langes Leben zu ermöglichen.

So als Grünraum mit den Anforderungen eines modernen ÖPNVs sowie mit einem energieeffizientem LED-Beleuchtungskonzept verknüpft, soll schon zum Sommer hin mit den Arbeiten für einen attraktiven und zukunftsfähigen Verkehrsknoten begonnen werden. Und auch an anderer Stelle wird es mit dem Mobilitätswandel vorangehen, denn auch die Fördermittel für weitere Ladesäulen im Ort sind bewilligt worden. Dazu aber später mehr.

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter

Mit den besten Wünschen für 2021

Allen Bürgerinnen und Bürgern einen guten Start in ein gesundes, erfolgreiches und erfüllendes neues Jahr! Schauen wir gemeinsam und trotz der noch immer bestehenden Einschränkungen  mit Zuversicht auf die vor uns liegenden Monate. Denn mit Optimismus, Schaffenskraft und Zusammenhalt wird es uns gelingen,  anstehende Aufgaben zu erfüllen und gesteckte Ziele zu verwirklichen.

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter

Weihnachtsgrüße

Ich wünsche allen Bürgerinnen und Bürgern eine frohe und besinnliche Weihnachtszeit voller Wärme und Geborgenheit. Genießen Sie Ruhe und Entspannung, schöpfen Sie Kraft für neue Herausforderungen und Ideen. Und vor allem, bleiben Sie gesund!

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter

Wieder im Krisenmodus

Mit Beginn der Herbstzeit hat uns die Corona-Pandemie erneut überrollt, weitaus stärker und schneller als im zurückliegenden Frühjahr. Und mit dem Infektionsgeschehen haben auch die Einschränkungen des öffentlichen und privaten Lebens wieder zugenommen. Sicher geht es Ihnen damit nicht anders als mir. Das ständige Tragen einer Maske nervt, Flaschen mit Desinfektionsmittel machen die Taschen schwer und rauben im Auto dem Kaffeebecher den Platz. Freizeitplanung endet meist schon mit der Recherche nach Kulturangeboten, das Aufzusuchen von Konzerten und Museen ist ohnehin nicht mehr möglich. Reisen in den Ferien oder Zusammenkünfte der Familie, der Blick auf die Karte der Risikogebiete lässt auch davon Abstand nehmen. Mit Lebensplanung – aktiv und selbstbestimmt – hat all dies nicht mehr viel zu tun. Mit dem Verzicht wächst zugleich der Frust. So wie Sie im Privaten oder in den sozialen Medien teils hitzig darüber diskutiert, landet der geballte Ärger auch auf meinen Tisch. Mit der Fülle von Argumenten gegen alles und jeden bleibt nicht selten die Sachlichkeit auf der Strecke. Es ist normal und menschlich, sich gegen Dinge zu wehren, die nicht den eigenen Vorstellungen entsprechen. Es ist nur konsequent, wenn uns veröffentlichte Meinungen besser gefallen, die das eigene Empfinden bestärken.

Weiter bringt uns das aber nicht. Denn auch wenn es schwer fällt, der Krise müssen wir uns auch in den nächsten Monaten stellen. Dabei geht es nicht um die Qualität von Testverfahren und ab welcher Zahl der Erkrankten im Ort Besorgnis angebracht ist. Die Infektionen und leider auch schweren Krankheitsverläufe sind da. Die Geschwindigkeit der Entwicklung verlangt unsere Aufmerksamkeit, und welche Antwort wir darauf geben können. Einer Überforderung der medizinischen Versorgung müssen wir gemeinsam und energisch entgegenwirken, zugleich aber auch die Nebenwirkungen einer ungebremsten Infektionsausbreitung in den Blick rücken. Ohne den stabilen Betrieb von Kitas und Schulen leidet die Leistungsfähigkeit unserer Wirtschaft. Heimarbeit mit Kinderbetreuung hilft dagegen nicht. Wer aber kommt für die Finanzierung des Hauses auf, wenn Einkommen ausbleiben? Wie die soziale Infrastruktur im Ort verbessern, wenn wir als Kommune mit rückläufigen Steuereinnahmen kalkulieren müssen? Und welche Perspektiven eröffnen sich jungen Menschen, wenn die Unsicherheit der Pandemie sie derzeit bereits auf der Suche nach einem Schülerpraktikum scheitern lässt?

Keine Frage, die verhängten Maßnahmen tun weh. Sie bestimmen unserer Leben, erscheinen vielfach unüberlegt und ungerecht. Für nicht wenige gehen sie inzwischen an die Existenz. Krisen sind immer erhebliche Abweichungen vom Normalzustand. Krisen lösen sich nicht von allein. Dafür braucht es Entscheidungen und ein strukturiertes Vorgehen – immer unter Zeitdruck und bei fehlenden Informationen. Und vor allem braucht es Menschen, die anpacken und selbst schwierigem Lösungen mit umsetzen. Ich möchte Sie darum bitten, Teil unseres Krisenteams zu sein. Achten Sie auf sich, ihre Familien, Nachbarn und Freunde. Halten Sie sich bitte an Regeln und helfen Sie mit, die Pandemie in die Schranken zu weisen. Und schauen Sie optimistisch nach vorn, denn jede Krise hat auch ein Ende.

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter

Leben im Alter

Auch wenn der Titel etwas holprig kling, seit der Aufstellung des Ortsentwicklungskonzepts mit integrierter wohnungspolitischer Umsetzungsstrategie im Jahr 2017 ist der Bedarf unserer Senioren in den Fokus gerückt. Der Ruf nach kleineren Wohnungen, beherrschbaren Gartengrün und lebenswerter Nähe zu anderen Altersgruppen – insbesondere der eigenen Familie – dürfte zumindest den Teilnehmern der verschiedenen Arbeitsgruppen im Gedächtnis geblieben sein. Selbstverständlich spielte auch die gute Erreichbarkeit von Einzelhandel, Hausarzt oder Nahverkehr bei der Konzeptaufstellung eine Rolle. Erfüllung finden Senioren in verschiedenen Lebensphasen – beginnend mit mehr Zeit für den eigenen Garten, über den selbstbestimmten Alltag in einer Mietwohnung, der bedarfsgerechten ambulanter Hilfe im eigenen Haushalt bis zur Vollversorgung in einer Seniorenresidenz. Immer und in zunehmendem Maße spielen dabei eine aktive Gestaltung des Alltags, das Erlebnis von Kultur und der Austausch in Gemeinschaft eine Rolle. Hierauf muss Ortsentwicklung eingehen, ob bei der Bauleitplanung, der Anbindung von Geh- und Radwegen oder der Einordnung von Einzelhandel und Begegnungsstätten. Wohnen im Alter ist heute mehr denn je eine Frage von Lebensqualität, und Leben im Alter beginnt nicht erst mit stationärer Pflege. Wie groß der Bedarf inzwischen ist, dies offenbart der Blick in unser Einwohnermelderegister. So haben aktuell gut 3.800 Bürger unseres Ortes das normierte Rentenalter erreicht. In den nächsten 10 Jahren werden weitere 3.000 Mitbürger in diesen Lebensabschnitt folgen. Ohne weiteren Zuzug läge der Einwohneranteil der Senioren dann bei 45 Prozent.

Statistisch betrachtet nimmt der Pflegebedarf ab dem 80. Lebensjahrs zu. Bei den über 90jährigen sind bereits mehr als 60 Prozent auf regelmäßige Unterstützung angewiesen. Etwa ¾ des Pflegebedarfs wird heute zu Hause und in der eigenen Familie gedeckt, nicht selten begleitet durch ambulante Pflegedienste oder dem Betreuungsangebot in Tagespflegeeinrichtungen. Mit steigender Lebenserwartung und fortschreitendem Alter wird jedoch auch der Umzug in eine Seniorenresidenz zum Thema. Mit viel Engagement werden derzeit zwei derartige Einrichtungen in unserem Ort betrieben. Die insgesamt 105 stationäre Pflegeplätze decken schon heute nicht mehr die Nachfrage. Der höhere Bedarf ergibt sich aber nicht nur aus der demografischen Entwicklung im Ort. So häufen sich Anfragen von Senioren aus den dörflichen Regionen des Landkreises, denn Pflegedienste und Altenheime sind im ländlichen Raum kaum vorhanden. Zugleich zeichnet sich eine wachsende Nachfrage junger Hausbesitzer ab, die gern ihre Eltern in den Ort holen möchten. Der familiäre Zusammenhalt und die Nähe zu den Enkelkindern sind eben auch Ausdruck der angesprochenen Lebensqualität.

Um dem besser gerecht zu werden, brauchen wir dringend ein breiteres als auch attraktiveres Wohn- und Pflegeangebot. Und wir brauchen Platz für stationäre und ambulante Pflegedienstleistungen – nicht am Rand des Ortes, sondern als Teil des Miteinanders.

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter

Ferienzeit – keine Urlaubszeit…

…zumindest nicht für unser engagiertes Team der Jugend- und Sozialarbeit. Denn dieses wartet mit einem umfang- und abwechslungsreichen Ferienprogramm auf. Ob Wasserspiele im Außenbereich oder Billard und Tischkicker im Innern, unser Jugendclub ist fast täglich Ausgangspunkt für Spiel und Spaß. Und auch sportlich geht es zur Sache, an einer unserer neuen Tischtennisplatten oder beim Fuß- und Basketball auf dem Bolzplatz neben der Giebelseehalle. Und wer lieber die schönen Ecken unseres Ortes erkunden möchte, für den geht es auf große Radtour durch die Umgebung. Aber damit nicht genug, fährt das Spielmobil abwechselnd die Spielplätze am Mühlenteich und dem Giebelsee an. Für Ballsportfreunde, Sandsäckchenwerfer, Korbballtreffer und Wikingerschachzocker hält der eigens ausgestattet Fahrradanhänger viel Spannendes bereit. Ein besonderer Höhepunkt ist mit Sicherheit auch die magische Sommerschule, zu der sich unsere Grundschüler anmelden können. In Kooperation mit Lehramtsstudentinnen aus Potsdam bietet unser Sozialarbeiterteam faszinierende der Logik der Zahlen, magische Wortspiele und englische Zaubersprüche. Wie auch in den großen Zauberschulen kommt selbstverständlich dabei auch die spielerisch sportliche Erholung nicht zu kurz. Das Programm wurde erdacht und gestaltet, um den Schwierigkeiten der zurückliegenden Schulschließungen etwas zu begegnen und neue Begeisterung fürs Lernen zu wecken. So setzt sich die Arbeit der Familienberatung, die wir in der durchlebten Krisenzeit eingerichtet haben, mit neuen Ideen fort. Ohnehin steigt die Bedeutung der Kinder- und Jugendarbeit für unseren Ort, denn mehr als 2.500 Heranwachsende gehören inzwischen zur wachsenden Einwohnerschaft. Kreative Konzepte und persönliches Engagement sind aber in diesem Jahr besonders wichtig. Die verhängten Einschränkungen der letzten Wochen und Monate haben das Familienleben erheblich durcheinandergebracht und gewohnte Tagesabläufe auf den Kopf gestellt. Verfrühter Zwangsurlaub und Reiseeinschränkungen bleiben nicht ohne Folgen für den eigentlich verdienten Jahresurlaub. Gerade hier soll das Angebot unserer Jugend- und Sozialarbeit eine wertvolle Hilfe sein. Ein tolles Team und eine klasse Arbeit, wie ich finde!

Mit den besten Wünschen für eine sonnige und erholsame Ferienzeit,
Ihr Bürgermeister
Marco Rutter

Wassermangel am Teilungssee

Bereits vor gut 100 Jahren war der kleine See im Süden von Petershagen ein beliebtes Ausflugsziel. Die ehemals gut 300m langen Wasserfläche lud sogar zur Fahrt mit dem Ruderboot ein. Vor gut 50 Jahren begann jedoch der Niedergang des Gewässers. Mangelhaft Pflege ließ den See zunehmend verlanden und mit der Nutzung als offizielle Mülldeponie sammelte sich in den 80 Jahren massenhaft Unrat an. Um diesem und der damit verbundenen Schadstoffbelastung Herr zu werden, wurde um 1992 ein umfangreiches Sanierungskonzept entwickelt und zumindest der vordere Teil des Sees ausgebaggert. Wenngleich diese Maßnahmen viel Geld verschlangen, seine ursprüngliche Größe erreichte der See nicht mehr. Ein Stück seiner Funktion konnte er dennoch zurückerlangen, als Ort der Erholung und für das Mikroklima und den Grundwasserspiegel wichtiger Wasserspeicher. Selbst die umliegenden Keller blieben so wieder trocken.

Geohydrologisch liegt der Teilungssee in einem natürlichen Gefälle, mit einem Höhenunterschied von 7m zwischen der Wilhelm-Pieck-Str. und den Rieselfeldern. Auf diesem Weg steht er im Verbund mit weiteren Kleinteichen und einem umfangreichen Grabennetz. Durch die geringen Niederschläge der letzten Jahre ist dieses System jedoch weitgehend ausgetrocknet. Unter dem fehlenden Zulauf leidet auch die Wasserqualität und es setzte wiederholt ein Fischsterben ein. Um die Qualität zu verbessern und dem Algenwuchs Einhalt zu gebieten wurde inzwischen ein Teichbelüfter installiert. Fehlende Niederschläge lassen sich zwar nicht herbeireden, wohl aber mit technischen Lösungen das Einzugsgebiet des Sees vergrößern. Dafür laufen seit gut einem Jahr sowohl die Planungen als auch die Abstimmungen mit den zuständigen Behörden. Ausgangspunkt des Konzeptes war ein vorhandenes Leitungsnetz, welches seit langem die Entwässerung entlang der Mozart- und Beethovenstraße in Richtung Rieselfelder gewährleistet. In gleiche Richtung verläuft zudem ein Rohr, welches vor Jahrzehnten als Überlauf des Teilungssees errichtet wurde. Eine Verbindung der Trassen soll nun dem strapazierten See zusätzliche Niederschlagsmengen zuführen. Zugleich muss die Lösung aber auch gewährleisten, dass bei längeren Regenphasen der Wasserstand nicht über den maximal zulässigen Pegel ansteigt. Insgesamt eine anspruchsvolle Aufgabe, die aber konzeptionell zu lösen ist. Finanzielle Mittel für die Realisierung sind bereits im Haushaltsplan eingestellt.

Ein Problem ist aber noch ungelöst, denn die Diskussion um die Rolle des Sees hält weiter an. Als tituliertes Biotop sind Eingriffe in den Landschaftsraum gesetzlich untersagt. Ausufernde Vegetation würde aber dem Gewässer weiter schaden. Denn Bäume und Sträucher verbrauchen erhebliche Mengen an Wasser. Laub wie auch Äste führen zur Schlammbildung und damit zur fortschreitenden Verlandung. Zum nachhaltigen Gewässerunterhalt trägt nur die konsequente Freihaltung der Uferbereiche bei. Ohne entsprechende Pflege wären der See und sein Charme in einigen Jahren Geschichte. Da helfen auch technische Lösungen nicht weiter. Ein Kompromiss könnte in der Funktionsteilung der ehemaligen Seefläche liegen. Einem naturbelassenem hinteren Teil könnte ein ansprechend gestaltetes Wasserreservoir vorgelagert werden. Dieser Interessensausgleich und damit ein Gewinn für den Ort ist aber nur möglich, wenn die Debatte ideologiefrei geführt und auf die Überzeichnung von Einzelinteressen verzichtet wird.

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter

KNF e. V. will die Entwicklung der Hauptstadtregion durch Dialog auf Augenhöhe und aktive Interessenvertretung mitgestalten

Berlin und sieben brandenburgische Kommunen gründeten am Freitag, den 29. Mai 2020, den Verein Kommunales Nachbarschaftsforum Berlin-Brandenburg e.V. Ziel des Vereins ist es, die Entwicklung im Kernraum der Hauptstadtregion durch stetigen Austausch in den Themenfeldern Verkehr, Infrastruktur, Wirtschaft und Arbeit, Wohnen sowie Grün- und Freiraum aktiv mitzugestalten. Neben den vertretenen Gebietskörperschaften wurden bereits in mehr als 30 Kommunen und Landkreisen die Beschlüsse und damit die notwendigen Voraussetzungen für einen Beitritt zum und eine Mitgliedschaft im Verein Kommunales Nachbarschaftsforum Berlin-Brandenburg e.V. gefasst.

Gründungsmitglieder bilden vorläufigen Vereinsvorstand
Zu den Gründungsmitgliedern zählen das Land Berlin, vertreten durch Beate Profé, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, Abteilungsleiterin Stadtplanung, und Michael Künzel, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, Referatsleiter Flächennutzungsplanung und stadtplanerische Konzepte und die Landeshauptstadt Potsdam, vertreten durch den Beigeordneten für Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Umwelt, Bernd Rubelt. Die weiteren Kommunen wurden durch Dr. Wilhelm Benfer, Amtsleiter für nachhaltige Entwicklung, Bau, Kataster und Vermessung des Landkreises Barnim sowie die Bürgermeister von Ludwigsfelde, Andreas Igel, von Bernau, André Stahl, Petershagen-Eggersdorf, Marco Rutter, Schönwalde-Glien, Bodo Oehme und Hoppegarten, Sven Siebert vertreten.

Andreas Igel, Bürgermeister Stadt Ludwigsfelde wurde durch die anwesenden Gründungsmitglieder einstimmig zum Vorsitzenden des Vereins gewählt. Den Vorstand ergänzen Beate Profé, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, Abteilungsleiterin Stadtplanung und Bodo Oehme, Bürgermeister Gemeinde Schönwalde-Glien. Der Verein Kommunales Nachbarschaftsforum Berlin-Brandenburg e.V. wird durch eine Geschäftsstelle organisatorisch, inhaltlich und strategisch unterstützt. Die Geschäftsstelle des Kommunalen Nachbarschaftsforums Berlin-Brandenburg e.V. wird weiterhin durch die complan Kommunalberatung GmbH, Potsdam betrieben.

Ambitionierte Zielstellungen
„Mit der Gründung als eingetragener Verein wird das Kommunale Nachbarschaftsforum Berlin-Brandenburg e. V. nicht nur eine juristische Person. Wir wollen uns als Sprachrohr unserer Mitglieder und Partner der planenden und handelnden Institutionen und Gremien aktiv in die strategische Entwicklung und Raumplanung der Hauptstadtregion einbringen.“ betonte Andreas Igel, Vorsitzender des Kommunales Nachbarschaftsforum Berlin-Brandenburg e.V.

Als gemeinsame Interessenvertretung will der Verein in den aktiven Dialog mit Fachverwaltungen, Entwicklungsgesellschaften und öffentlichen Planungsträgern zu Entwicklungsthemen gehen, Konzepte, Fachbeiträge und Lösungsvorschläge für die Hauptstadtregion als Ganzes und für Teilräume erarbeiten – ohne kommunales Kirchturmdenken und konsequent Landes- und Gemeindegrenzen übergreifend. Allen voran in den Wachstumsthemen Wohnen, Grün, Verkehr, Wirtschaft und soziale Infrastrukturen sollen konkrete Projekte initiiert und realisiert werden. Dafür wird neben den Mitgliedsbeiträgen auch der Einsatz von Dritt- und Fördermitteln angestrebt.

Elternbrief zum eingeschränkten Regelbetrieb der Kindertagesstätten ab dem 25.05.2020

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Eltern,

wie sie bereits der Presse entnehmen konnten, wird ab dem 25.05. die Betreuung aller Kinder in den Tagesstätten angestrebt. Die weitere Lockerung geht mit dem schwierigen Ausgleich zwischen den geltenden Hygieneanforderungen und dem erforderlichen Betreuungsumfang einher. Daher gilt weiterhin der Grundsatz, dass Kinder nur in die Betreuung aufgenommen werden sollen, wenn es Ihnen als Eltern nicht möglich ist, eine häusliche oder private Betreuung zu organisieren.

Mit der Ausgestaltung des eingeschränkten Regelbetriebs haben wir bereits in der letzten Woche begonnen. Im Konkreten kommt es dabei auf die räumlichen Gegebenheiten sowie den Personal- und Betreuungsbedarf an. Um eine möglichst breite Öffnung des Betreuungsangebots zu ermöglichen, können daher auch Einschränkungen der Öffnungszeiten oder der täglichen Betreuungszeiten erforderlich werden. Grundsätzlich ist es unser Bestreben, Ihnen eine familienfreundliche Kinderbetreuung anzubieten. Die Qualität eines Regelbetriebs können wir aber weiterhin nicht erreichen.

Eine besondere Herausforderung stellt für uns die Organisation des Hortbetriebes dar, da für den Schulbetrieb weiterhin tage- und stundenweise Einschränkungen vorgesehen sind. Es wird nicht möglich sein, fehlende Unterrichtszeiten vollumfänglich durch eine Betreuung im Hort zu kompensieren. Ebenso ist die Unterstützung bei der Bearbeitung von Schulaufgaben personell nicht zu gewährleisten. Hier wird es weiterhin und in hohem Maße auf Ihr Mitwirken in häuslicher Umgebung ankommen.

Soweit Sie Ihre Kinder in die Betreuung geben möchten, benötigen Sie als Eltern ab dem Beginn der nächsten Woche keinen Bescheid des Landkreises mehr und auch die Bescheinigung des Arbeitgebers zur Systemrelevanz Ihres Arbeitsgebietes entfällt. Dennoch setzt ein stabiler, wenn auch eingeschränkter Betrieb unserer Einrichtungen eine vorauslaufende Verständigung zum tatsächlichen Betreuungsbedarf voraus. Dies ist auch mit Blick auf die weiterhin bestehenden Dokumentationspflichten erforderlich, um im Bedarfsfall möglicher Infektionsketten nachvollziehen zu könne. Daher möchte ich Sie bitten, sich vorab mit der jeweiligen Einrichtung in Verbindung zu setzen. Nur auf Grundlage Ihrer Informationen lassen sich Tagesabläufe planen und Betreuungszeiten abstimmen. Bitte unterstützen Sie uns insbesondere in der Übergangsphase kooperativ und mit weiterhin hoher Flexibilität. Trotz der widrigen Umstände und der inzwischen in fast allen Familien bestehenden erheblichen Anspannungen, eine möglichst reibungslose Umstellung der Kinderbetreuung schaffen wir nur gemeinsam und mit Ihrer Hilfe.

Ausdrücklich möchte ich nochmals darauf hinweisen, dass auch die nochmals deutliche Ausweitung des Betreuungsangebotes in den Rahmen der Notbetreuung einzuordnen ist. Auch weiterhin ist der Anspruch auf Kinderbetreuung nach dem Kita-Gesetz ausgesetzt. Klarstellende Regelungen zur Veranlagung der Elternbeiträge stehen für die nun angestrebte Betreuungsform noch aus. Die sonst regulär beanspruchten Betreuungszeiten sind daher eine durchaus zweckmäßige Orientierung bei der Bedarfsmeldung.

Derzeit lassen rückläufigen Infektionszahlen eine erneute Lockerung zu. Sollte sich die Situation jedoch als nicht stabil herausstellen und erneut steigende Fallzahlen in der Region zu verzeichnen sein, so wird dies eine sofortige Reaktion und ggf. auch die Schließung einzelner Einrichtungen erforderlich machen. Klar ist auch, mit einer steigenden Zahl an Kindern in den Tagesstätten nimmt auch das Infektionsrisiko zu. Steigende Kinderzahlen in den Einrichtungen lassen sich nur durch größere Betreuungsgruppen aufnehmen. Mit der stärkeren Auslastung der Kitas und Horte nehmen zwangsweise auch soziale Kontakte zwischen den Kindern zu. Auch dies bitte ich Sie bei Ihren individuellen Planungen und der Organisation der Betreuung zu bewerten.

Abschließend möchte ich für Ihr Verständnis wie auch umsichtiges Mitwirken danken. Auch wenn die nächsten Tage und Wochen sicher anstrengend bleiben, wir begeben uns jetzt hoffentlich auf den Weg in Richtung Normalität.

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter