#Finanzen

In den zurückliegenden Jahren hat die Gemeinde wesentlich vom Einwohnerzuwachs und der hohen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit ihrer Einwohner profitiert. Dies spiegelt sich im Anstieg des Gemeindeanteils an der Einkommensteuer wider. Die aktuellen Planzahlen für das Jahr 2026 belaufen sich auf fast 11 Mio. Euro. Darüber hinaus erbringen unsere örtlichen Unternehmer dank des Gewerbesteueraufkommen von gut 1,8 Mio. Euro einen sehr stabilen und soliden Finanzierungsanteil. Mit rund 1,4 Mio. Euro trägt die Erhebung von Grundsteuern zum Aufkommen im Gemeindehaushalt bei.

Für den Neubau der Sporthalle der Grundschule „Am Dorfanger“ und den Erweiterungsbau der Grundschule Petershagen hatte unsere Gemeinde Förderkredite in Anspruch genommen. Die Restverbindlichkeit dieser beiden Finanzierungen belief sich zum Jahresabschluss 2025 auf 6,9 Mio. Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung zum 31.12.2025 betrug 453 EUR/Einwohner. Gemäß dem Tilgungsplan wird sich diese bis 2029 auf 309 EUR/Einwohner reduzieren. Kassenkredite waren zur Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit der Gemeinde bisher nicht erforderlich und sind auch in der vorausschauenden Haushaltsplanung nicht vorgesehen.

Auf Grundlage der geprüften Jahresabschlüsse 2014 bis 2023 stieg das Eigenkapital der Gemeinde in dieser Zeit von 32,4 Mio. Euro auf 51,6 Mio. Euro an. Im Ergebnis hat sich die Eigenkapitalquote auf 49,16 % erhöht. Unter Einbeziehung der Sonderposten beläuft sich der Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital sogar auf 81,81 %, was die wirtschaftliche und finanzielle Stabilität der Gemeinde verdeutlicht. Aufgrund der getätigten Investitionen mehrte sich zugleich das kommunale Anlagevermögen auf über 75 Mio. Euro. Zugleich stiegen auch die liquiden Mittel auf 26.171.394,85 Euro. Auch wenn die Jahresabschlüsse 2024 und 2025 noch vorliegen, so zeigen die Berechnungen einen weiteren Anstieg von Eigenkapital, Anlagevermögen und Liquidität. Mit der fortschreitenden Tilgung der Kreditverbindlichkeiten ist auch eine weitere Steigerungen der Eigenkapitalquote auszuweisen. Insgesamt betrachtet, verfügt die Gemeinde damit über eine solide wirtschaftiche Basis.

Diese ist auch notwendig, denn die Preissteigerungen bei Bau- und Dienstleistungen werden den kommunalen Haushalt auch in Zukunft fordern. Um Vermögenswerte zu erhalten und Energiekosten zu sparen, hat die Gemeinde in den letzten Jahren den Weg der Modernisierung beschritten und so bei ihren Nichtwohngebäuden bereits einen guten Stand erreicht. Dennoch sind nicht alle Investitionsstaus der Vorjahre abgebaut und weitere Anstrengungen somit notwendig. Die detaillierte Betrachtungen der Energieverbräuche und die Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen zielt dabei auf eine dauerhafte Senkung der Betriebskosten ab. Mit weiter steigenden gesetzlichen Anforderungen ist dies keine kleine Aufgabe und mit erheblichen Investitionen verbunden. Verstärkt wird hierbei zwischen Sanierungsmaßnahmen im Bestand und der Errichtung eines Neubaus abzuwägen sein. Dabei spielt der Neubau auch seine Vorteile hinsichtlich Flächeneffizienz und Multifunktionalität, höherem energetischem Standard, geringeren Betriebskosten sowie der Einhaltung aktueller Vorgaben zum Brandschutz und der Barrierefreiheit aus, was im Entscheidungsprozess entsprechend zu gewichten ist. Nicht zuletzt ist auch den Risiken konjunktureller Schwankungen vorzusorgen, um auch in solchen Phasen handlungsfähig zu bleiben.


Was wurde seit 2018 geschafft?

  • Alle Haushaltsjahre weisen ein positives Jahresergebnis aus, Eigenkapital sowie Liquidität und Anlagevermögen konnten um fast 50% gesteigert werden.
  • Bei der Umstellung der Hebesätze im Zuge der Grundsteuerreform bleib der Grundsatz der Aufkommensneutralität bestehen. Die Hebesätze der Gemeinde liegen damit weiterhin unter dem Durchschnitt der Kommunen im Land Brandenburg und im gesamten Bundesgebiet. Die Auswirkungen für die Grundstückseigentümer blieben damit moderat.
  • Mit der Einrichtung der Fördermittel- und Vergabestelle wurden Beschaffungen zentralisiert und digitalisiert. Die Kommunikation mit den Bietern wurde damit vereinfacht, die Angebotsabgabe insgesamt attraktiver. Mit der Orientierung auf Rahmenverträge werden Aufträge für beide Seiten längerfristig planbar und wirtschaftlich ausgewogen. Fördermittel durch Bund oder Land sind kein Zufall mehr, sondern bereits Teil der strategischen Überlegungen im Planungsprozess wie auch bei der späteren Beschaffung.
  • Die Betrachtung von Energieverbräuchen und die Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen hat zur Senkung der Betriebskosten beigetragen. Dies spart dauerhaften bei den Ausgaben für Strom und Gas und schafft neue Spielräume im Haushalt.
  • Zahlreiche Projekte und notwendige Investitionsmaßnahmen sind strategisch so vorgedacht und in einen planerisch Status gebracht, dass sehr zeitnah auf neue Förderprogramme reagiert werden. Positive Beispiele hierfür sind die Einwerbung von Fördermitteln für den Dorfsaal sowie den Waldsportplatz. In beiden Fällen konnten innerhalb weniger Tage entsprechende Anträge gestellt werden.

Was steht jetzt an?

  • Weitere Projekte und Maßnahmen sind planerisch so vorzubereiten, dass jederzeit und flexibel auf Förderprogramme reagiert werden kann. Im Haushalt eingeplant sind bereits Planungsschritte für die energetische Modernisierung der Giebelseehalle, des Rathauses sowie der Grundschule Eggersdorf.
  • Ob Neubau oder Sanierung, bei vielen kommunalen Gebäuden sind wir in Richtung Effizienz vorangegangen. Ob durch Senkung der Energie und Heizkosten oder auch durch den Einsatz maßgeschneiderter PV-Anlagen und Stromspeicher, die so erzielten Einsparung im Betrieb halten zukünftige Ausgaben im Griff und mit Blick auf Kita- und Nutzungsgebühren die Belastungen für Familien im Zaum.
  • Der noch vorhandene Investitionsstau bei einigen kommunalen Objekten, insbesondere beim Wohnungsbestand, ist vorbehaltlos aber zielgerichtet und strategisch anzugehen. Die frühere Taktik hat weder Werte erhalten noch kommunales Vermögen geschaffen.
  • Neben verschiedenen Fördertöpfen wird durch Bund oder Land auch verstärkt auf besonders attraktive Finanzierungskonditionen gesetzt. Attraktive Zinsen und hohe Tilgungszuschüsse sind daher als Finanzierungsinstrument strategisch zu berücksichtigen.
  • Kommunale Objekte müssen konsequent multifunktional geplant werden. Der Mehrfachnutzen führt Menschen an Orten zusammen, optimiert aber auch die Aufwände für Bau und Betrieb der Gebäude. Es gilt: Mehr Qualität statt Quantität mit baulichen Mängeln und Unzulänglichkeiten.
  • Ein intaktes Umfeld und eine prosperierende Gemeinde wirken auch für private Investitionen anziehend. Dieses Potenzial ist im Sinne einer breiten und qualitativ hochwertigen Entwicklung unseres Ortes zu nutzen.