Was mich 2018 bewegte?
Auch Ihnen wird nicht entgangen sein, gerade zu Zeiten des Berufsverkehrs und entlang der Hauptverkehrsachsen wird der Fahrzeugverkehr immer dichter und letztlich auch zur Belastung der Anwohner. Wie aber darauf reagieren, wenn die Zahl der Einwohner und damit auch das Verkehrsaufkommen vorhersehbar wächst? Reichen zusätzliche Parkflächen und Linienbusse dafür aus?
Festzustellen ist, der Tagesablauf unserer Bürger unterscheidet sich nicht nur anhand ihres Alters. Lebens- und Arbeitsmodelle sind heute in hohem Maße individuell – und genauso entwickeln sich auch die Mobilitätsanforderungen. Starre Fahrpläne des öffentlichen Nahverkehrs werden dem kaum gerecht – (fast) leere Busse lassen sich daher im Tagesverlauf auch in unserem Ort beobachten. Konzepte von gestern, die heute schon Probleme hervorrufen, werden wohl auch in Zukunft nicht funktionieren. Dabei gestattet bereits heute die intelligente Vernetze von Verkehrsmitteln deren bedarfsgerechte Steuerung. Erst wenn dies benutzerfreundlich gelingt, wird aus öffentlichen Verkehrsangeboten eine attraktive Alternative zum privaten Autoverkehr. Eine zukunftsfähige Verkehrskonzeption muss sich daher an Bewegungs- und Mobilitätsprofilen unserer Bürger ausrichten. Nur mit dem umfassenden Verständnis für diese lässt sich zielgerichtet auf zweckmäßige Transportmittel orientieren und so eine nachhaltige Entlastung der Verkehrswege erreichen.
Der Trend zur umweltfreundlichen Mobilität stellt aber auch neue Anforderungen an unsere Verkehrsinfrastruktur. Neue Antriebskonzepte benötigen Platz zum “Nachtanken”, geteilte Mobilität den Raum für Fahrerwechsel. All dies ist bei zukünftigen Planungen zur Gestaltung von Verkehrsräumen mit zu berücksichtigen.
Als sicherer Schulweg, Trainingsstrecke für Sportbegeisterte oder zur Entlastung des Straßenverkehrs, der Ausbau wie auch die Verbindung der Geh- und Radwege muss hohe Priorität erhalten. Nicht zuletzt bietet diese Form der Mobilität die beste Möglichkeit für Naturerlebnis und Entspannung.
Was wurde seit 2018 geschafft?
- Der Linienverkehr der Busse konnte in Zusammenarbeit mit dem Landkreis verbessert werden. Vor allem die Linie 932 zwischen den S-Bahnhöfen Petershagen/Nord und Strausberg ist jetzt für Pendler nutzbar und bindet Einzelhandel wie Gesundheitsleistungen im Ortszentrum Eggersdorf besser an.
- Etwa die Hälfte aller Bushaltestellen ist inzwischen barrierefrei ausgebaut, oft auch einschließlich der Zuwegung. Am Bahnhof Petershagen/Nord ist zudem ein leistungsfähiger Busbahnhof entstanden, der 6 Buslinien mit der S-Bahn sowie der neuen Park&Ride-Anlage verbindet und über eine öffentliche Sanitätanlage verfügt.
- Das Angebot an öffentlicher Abstellanlagen für Fahrräder wurde insbesondere am S-Bahnhof deutlich ausgebaut und moderner gestaltet. Das Fahrrad-Parkhaus samt Schließfächern ermöglicht eine sichere Unterbringung der Räder wie auch der zugehörigen Ausrüstung.
- Mit dem kommunalen Radverkehrskonzept wurde der Fahrplan für den Ausbau der Geh- und Radwege erstellt. Entlang der Rückertstraße, am Rehwinkel oder über die neue Heuwegbrücke sind erste Abschnitte angegangen worden.
- Auch für den PKW-Verkehr wurden die Abstellmöglichkeiten am Bahnhof erweitert. Erste Quartiersparkplätze sind in der Rückertstraße, am Grundschulzentrum Petershagen und an der Mühlenfließhalle entstanden. Diese stehen nun auch den Anliegern zur Verfügung und entlasten den Parkplatzbedarf in den Straßen.
- Leistunsgfähige Ladeinfrastruktur ist an allen neuen Standorten des Einzelhandels und auch an der Tankstelle entstanden. Weitere Standorte für Ladesäulen sind auf der Park&Ride-Anlage am Bahnhof sowie auf dem Quartiersparkplatz der Mühlenfließhalle vorbereitet.
- Auf Grundlage einer detaillierten Mobilitätsanalyse unseres Ortes konnte ein richtungsweisendes Konzept für flexible Zubringerverkehre und Ergänzungsangebote ausgearbeitet werden. Auch wenn der Gesetzgeber noch nicht alles zulässt, wir sind auf die Zukunft eingestellt.
- Mit der Fortschreibung der Lärmaktionspläne sind die Ziele gesteckt wie auch die Schwerpunkte benannt, auch wenn vor allem der Verkehr auf den Landesstraßen eine Herausforderung bleibt und Lösungen intensiver Diskussionen bedürfen.
Was steht jetzt an?
- Der Ausbau der Geh- und Radwege ist konsequent fortzuführen, wobei auch die Nutzung durch eScooter und Seniorenmobile mit zu denken ist.
- Auch Straßen kommen in die Jahre. Um schleichenden Verfall zu vermeiden und die Funktionsfähigkeit zu erhalten, sind Instandsetzungen frühzeitig und großflächiger einzuplanen. Zur Identifizierung des Instandsetzungsbedarfes sind neue digitale Methoden zu nutzen, bis zur Auswertung des Straßenzustandes mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz.
- Im Umfeld unserer Kitas und Schulen sind die Elternverkehre neu zu ordnen und räumlich besser zu verteilen, um Gefahrenschwerpunkte zu vermeiden und zugleich Abläufe und Strukturen in den Familien zu unterstützen. Selbstverständlich gehören auch ein Ausbau der Gehwege im Schulumfeld oder der sichere Ausbau der Haltestellen des Schulbusverkehrs ins Maßnahmenpaket, um so Alternativen zum Auto zu eröffnen.
- Der beschrittene Weg der Quartiersparkplätze ist fortzuführen, um auch dem Familienbesuch oder dem Dienstwagen einen geordneten Platz zu bieten. Ideal sind diese Lösungen vor allem dann, wenn sie etwa Synergien mit dem Bedarf vor Arztpraxen erschließen oder den Umstieg auf den ÖPNV ermöglichen.