#Wohnen

Was mich 2018 bewegte?

Verschiedene Lebensphasen bedingen unterschiedlichen Bedarf an Wohnraum. Für den Start in die Unabhängigkeit des Erwachsenenlebens aber auch als Erleichterung im Alter – für diese Lebensabschnitte fehlen bei uns zweckmäßige Angebote am Wohnungsmarkt. Oft bleibt deshalb nur ein Wechsel des Wohnorts, entgegen allen sozialen und emotionalen Bindungen. Für ein ausgewogenes Miteinander, ein breites ehrenamtliches Engagement und nicht zuletzt auch für Stabilität bei kulturellen Angeboten – zu einem gesunden Ortsgefüge gehören alle Altersgruppen.

Bewusste Bauleitplanung muss daher attraktive und am Bedarf unserer Einwohner orientierte Angebote ermöglichen. Nur so wird privaten Investitionen eine klare Perspektive und planerische Grundlage ermöglicht. Sie ist aber auch Voraussetzung für eine sanfte Integration von Bebauung in das Ortsbild und sichert den Bezug zum Naturraum.

Kommunaleigene Wohnungen stellen einen beachtlichen Anteil der Mietobjekte, befinden sich aber teilweise in desolatem Zustand. Eine präzise Bestandsaufnahme und vorausschauende Sanierungs- und Erhaltungsplanung sorgt für Transparenz und beugt ungeplanten Investitionen und Wertverlusten vor.

Ob bei Neubau oder Sanierung, die Umsetzung aktueller Effizienzstandards reduziert Verbrauchs- und Betriebskosten. Durch die zusammenhängende Betrachtung mehrerer Gebäude lässt sich Energieversorgung zudem effizienter und kostengünstiger organisieren, als dies für ein Einzelobjekt möglich ist.  Dies wird dem Anspruch auf Nachhaltigkeit gerecht, gehört aber auch im Kontext aktueller Mietpreisentwicklungen zu einer schlüssigen wohnungspolitischen Konzeption.


Was wurde seit 2018 geschafft?

  • Mit dem Abschluss der Umplanung zum Baugebiet Tasdorfer Straße ist ein wesentlicher Schritt zur Bereitstellung von kleinteiligem und bezahlbarem Wohnraum vollzogen. Eingebettet in eine neue Parkanlage mit Spielplätzen und von Geh- und Radwegen durchzogen, das neue Angebot richtet sich an Senioren und junge Menschen gleichermaßen. Die Anbindung an das Ortsgebiet wie auch an den ÖPNV oder den Einzelhandel erleichtert den Alltag und reduziert den Bedarf am eigenen Auto. Die Einbindung von Dienstleistungsflächen stärkt zudem das Potenzial zur Ansiedlung medizinischer Leistungen. Mit gleichen Zielsetzungen steht auch das Planverfahren zur Alten Gärtnerei endlich vor dem Abschluss, sind auch hier die planerischen wie vertragsrechtlichen Schritte geleistet.
  • Mit der Entscheidung zum Servicewohnen in der Wilhelm-Pieck-Straße ist nicht nur eine zweckmäßige Nachnutzung des Eckgrundstücks gefunden, die Kombination aus kleinen Appartements, attraktiver Gemeinschaftsfläche und individuell zu vereinbarenden Serviceleistungen ist ein innovativer und für viele ältere Menschen problemlösender Weg beschritten.
  • Für fast 1,5 Mio. Euro umfassend saniert wurde das größe kommunale Wohngebäude in der Bötzseestraße mit 18 Wohnungen. Von den Hausanschlüssen bis zu den Fliesen in Bad und Küche ist hier alles auf aktuellem Stand.
  • Neu gedacht und erleichtert wurden neuen Wohnformen im bestehenden Siedlungsgebiet. Zunehmend kleinere Wohnungen statt großer Einfamilienhäuser sorgen für eine zeitgemäßere Durchmischung des Wohnangebotes und weniger Siedlungsdruck auf vorhandene Freiflächen. Neue Ideen für alte Grundstücke wirken strukturellem Leerstand und Verfall entgegen, fügen der Siedlungsgeschichte in den Ortslagen neue Kapitel hinzu.

Was steht jetzt an?

  • Nicht alle Lebensphasen des Alters lassen sich in kleineren Wohnungen und mit flexiblen Pflegeleistungen organisieren. So hat auch der Andrang auf die vorhandenen Plätze in der stationären Pflege im Ort inzwischen enorm zugenommen. Das vorhandene Angebot ist daher vorausschauend zu erweitern und bedarfsgerecht zu modernisieren. Dem geplanten Seniorencampus im Baugebiet der Alten Gärtnerei kommt hierbei eine wesentliche Bedeutung bei.
  • Weiterhin belegen die Wanderungssalden unserer Gemeinde, wer den elterlichen Haushalt verlässt, den zieht es nach Strausberg oder gar Berlin. Dabei ist gerade die Nähe zu den zukünftigen Großeltern besonders wichtig, wenn es um die Bewältigung des jungen Familienalltags und die ersten Entwicklungsphasen des Nachwuchses geht. Auf diesen Bedarf ausgerichtet soll der „Grüne Bogen“ mit seiner Nähe zum Bahnhof, zum Einzelhandel wie auch zum Kita- und Schulangebot entwickelt werden. Ein weiteres Ziel dieses Projektes sollen die dort noch vorhandenen Altlasten beseitigt und unser Ort damit wieder ein Stück sauberer werden.
  • Mit dem Umzug des EDEKA-Marktes soll am alten Standort ein neues Zentrum entstehen. Erste Entwürfe einer Verbindung aus Wohnen, Laden- und Praxisflächen, neuen Spiel- und Grünflächen sowie der zugehörigen Tiefgarage wurden bereits im Jahr 2022 erarbeitet. Das zugehörige Planverfahren ist nun anzugehen. Die Nachnutzung des alten Marktes ist dabei übergangsweise anzustreben, perspektivisch wird das alte und energetisch unwirtschaftliche Gebäude aber einem attraktiven Neubau weichen.
  • Für den kommunalen Wohnungsbestand wird es keine einheitliche Lösung geben können. Die Bestandsaufnahme hat leider zum Vorschein gebracht, einige der Gebäude sind nach Jahrzehnten der Vernachlässigung nicht mehr zu retten. Lösungen wie der Neubau des Servicewohnen in der Wilhelm-Pieck-Straße sind in diesen Fällen zielführend. Auch der Verkauf eines Hauses für den Einzug der Arztpraxis hat die soziale Infrastruktur unseres Ortes gestärkt. Wo sich die Sanierung noch rechnet, lassen sich die teils historisch wertvollen Gebäude unter Einbeziehung von Partnern und Fördermitteln retten und erhalten.