Und was passiert mit dem alten Aldi?

…wurde ich nach den Erklärungen zum Edeka-Markt mehrfach gefragt. Dazu nachfolgend einige Informationen. Das Gewerbegebiet “Am Fuchbau” wurde planungsrechtlich im Jahr 1994 festgesetzt. Nach den ersten Investitionen lagen jedoch große Teile der Gewerbeflächen aber über Jahre im Dornröschenschlaf, denn die wirtschaftliche Entwicklung war rückläufig und das Interesse an Gewerbeflächen ließ deutlich nach.

Mit dem Einwohneranstieg der Folgejahre war es wichtig, die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen, denn insbesondere die Vorgaben zum Lebensmittelhandel orientieren sich an der Einwohnerzahl eines Ortes. Da lag die Nutzung der brachliegenden Fläche nah. Eigentlich in Gewerbegebieten rechtlich nicht zulässig, musste hierfür ein Sondergebiet Einzelhandel genehmigt und ausgewiesen werden. Ermöglicht wurde damit eine Verkaufsfläche von bis zu 1.000m2. Heute genügt diese Fläche selbst für das Sortiment eines Discounters nicht mehr und ist damit auch nicht zukunftsfähig.

Mit der Planung des zentralen Einzelhandelszentrum Eggersdorf wurde das seinerzeit eingerichtete Sondergebiet Einzelhandel im Gewerbegebiet wieder aufgehoben. Der ursprüngliche Status einer Gewerbefläche ist damit wieder vollständig hergestellt. Zulässig sind demnach bis zu zwei Vollgeschosse für Lagerplätze und öffentliche Betriebe sowie Geschäfts-, Büro- und Verwaltungsgebäude. Für diese Zwecke wäre auch eine Nachnutzung des alten Marktes möglich. Mit darunter fallen auch Angebote von kleinteiligem Einzelhandel oder auch ein breites Spektrums von Dienstleistungen, einschließlich medizinischer Leistungen.

Damit dies so kommt und wirtschaftlich planbar möglich ist, dafür lässt der Eigentümer Aldi derzeit Gutachten zum baulichen Zustand und Wert des Objektes erstellen. Mit den vorliegenden Ergebnissen ist die gezielte Vermarktung der Liegenschaft vorgesehen. In den letzten Wochen häuften sich die Anfragen mit unterschiedlichem gewerblichen Interesse zum Bestandsgebäude. Sondiert wurden auch der Neubau eines Büro- und Geschäftsgebäudes sowie der Ansiedlung von Dienstleistungen. Auch wenn die zukünftige Nutzung noch nicht feststeht, wir stehen und bleiben dazu mit dem Eigentümer im partnerschaftlichen Austausch, um eine für den Ort zweckmäßige Nutzung zu erreichen.

Denn schon unser örtlicher Bedarf an Gewerbeflächen ist groß und nimmt stetig zu. Mit gut 1.150 Gewerberegistrierungen haben Gründungsfreude und Unternehmertum unverkennbar einen hohen Stellenwert im Ort. Und viele der kreativen wie mutigen Ideen entwicklen sich erfolgreich und tragen zur wohnortnahen Versorgung mit hochwertigen Handwerks- und Dienstleistungen bei. Derartige Erfolgsgeschichten sollen Teil unseres Ortslebens bleiben und möglichst dauerhaft zur Qualität der Versorgung beitragen. Nicht zuletzt gewinnen flexibel nutzbare Büroflächen und Konferenzräume in Zeiten von Homeoffice und mobiler Arbeit an Bedeutung.

(Abbildung: Überflug über das Gewerbegebiet “Am Fuchsbau” im Jahr 2008)

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