Quartier am Giebelsee – Was wird aus dem alten Edeka?

…werde ich dieser Tage öfter gefragt. Nicht immer sind Planungen noch im Bewusstsein, manche Erörterung in den Fachgremien der Gemeindevertretung erreicht auch nicht das öffentliche Interesse. Daher hier ein kurzer Abriss.

Zeitgleich mit den Planungen für das neue Einzelhandelszentrum in der Lessingstraße begannen auch die Planungen zur Nachnutzung und zukünftigen Entwicklung der alten Fläche. Der städtebauliche Entwurf ordnete Laden- und Praxisflächen sowie Platz für Café und Bistro ins Quartier am Giebelsee ein. Zum Kreisverkehr hin aber auch im Innenhof laden Sitzmöbel zum Verweilen ein und auch ein Spielplatz befindet sich im rückwärtigen Bereich. Im Obergeschoss der Gebäuden waren kleinteilige Wohnungen gegliedert, barrierefrei und altersgerecht. Nicht nur von den Balkonen schweift der Blick über den Giebelsee, mit dem Eis in der Hand lässt sich in der durchgrünten Anlage entspannt Platz nehmen. Damit im neuen Zentrums-Quartier nicht parkende Autos dominieren, bot der Entwurf 25 Stellplätze für PKWs sowie Abstellanlagen für Fahrräder. In dieser Variante war der alte Lebensmittelmarkt mit seinen Kleinläden und dem Parkplatz als Nahversorgung mit flexibler Raumaufteilung geplant.

Im Nachgang dieser Planung war es Edeka in langwierigen und teils zähen Verhandlungen gelungen, den ehemaligen Reichelt-Markt aus dem Bestand eines Immobilienfonds aus Frankfurt/Main herauszukaufen. Das gesamte Areal ist damit im Besitz des genossenschaftlich organisierten Edeka-Verbunds. Ziel war die Neuordnung der Eigentumsverhältnisse, um den weiteren Planungsprozess zu vereinfachen und mehr Entscheidungsfreiheit zu gewinnen. Für die Realisierung des Vorhabens ist aber eine Bauleitplanung erforderlich, welche nach der Fertigstellung des neuen Einzelhandelszentrum beginnen soll. Bis auf einige Pflanzungen und keinere Restarbeiten ist dieser Stand inzwischen erreicht.

Für die Phase der Planung war und ist eine Neuvermietung des alten Marktes angestrebt. Mit dem Umzug des Marktes war das Interesse an der alten Ladenfläche sehr groß. Anfragen richteten sich sowohl direkt an Edeka als auch an uns als Gemeinde. Am Objekt wurden daher auch diverse Renovierungs- und Ausbaumaßnahmen vorgenommen – so ist die alte Kühltechnik inzwischen demontiert. Trotz der zahlreichen Besichtigungen und Verhandlungen ist bisher keine Nachnutzung der Hauptfläche geglückt. Wesentlicher Grund: Jede anderweitige Nutzung erfordert ein bauordnungsrechtliches Genehmigungsverfahren. Dabei schlagen die neuen Vorschriften zur Gebäudedämmung und Heizungstechnik voll zu, was jeder Nutzungsidee bisher die Wirtschaftlichkeit raubte.

Sollte sich die Nachnutzung weiterhin schwerig gestalten, dann wird der Abriss des alten Gebäudes geplant werden müssen. Auf der Fläche würde dann ebenfalls ein Neubau errichtet werden.

Gemäß unserem Ortsentwicklungskonzept und den Planungsvorgaben des Landes Brandenburg zur “Regionalen Raumstruktur und Grundfunktionale Schwerpunktbildung” ist das Umfeld des Bahnhofs Petershagen/Nord als zentrale Lage mit Nahversorgungsauftrag zu entwicklen. Die Erfüllung dieser Aufgabe unterstützt das Land Brandenburg mit 100.000 Euro jährlich.

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