Unsere kompetenten Mitarbeiter, die mit Warnwesten bekleidet den kritischen Blick in die Kronen der Bäume richten, sind im Ortsbild für jedermann regelmäßig wahrnehmbar. Was aber selbst dem geneigten Bürger verborgen bleibt, die Arbeitsgrundlage dieser Verwaltungsprozesse hat sich innerhalb des vergangenen Jahres deutlich verändert.
Eine neue Generation robuster Tablets überträgt die in der Fläche erfassten Prüfdaten nun quasi in Echtzeit ins zentrale System. Dort stehen diese nicht nur zur weiteren Bearbeitung zur Verfügung, eingebunden in eine digitale Karte unseres Ortes entsteht ein vollständiger Überblick über den Baumbestand der Gemeinde. Erkennbar werden so nicht nur Schäden und Lücken im Baumbestand, Aufträge für Pflege-, Fäll- oder Pflanzarbeiten lassen sich gebündelt per Knopfdruck generieren.
Die Verwaltung unserer mehr als 12.000 Straßenbäume wird so erheblich erleichtert. Im nächsten Schritt werden dem System auch die gut 5.000 Bäume hinzugefügt, welche auf gemeindlichen Grundstücken stehen. Ob eine Lücke ein echter Pflanzplatz ist oder etwa im Untergrund Leitungen stören, wird perspektivisch die digitale Verknüpfung mit den Daten der Ver- und Entsorger offenbaren. Bereits eingelesen sind hierfür die Leitungsdaten des Wasserverbandes, was erste Erfahrungen mit dem Datenabgleich erlaubt.
Getestet werden übrigens an ausgewählten Stellen auch digitale Sensoren zur Messung der Bodenfeuchte. Rückschlüsse zu Trockenphasen und die gezielte Wässerung junger Pflanzungen werden so möglich. Schäden gezielt vorzubeugen und zugleich Wasser wirtschaftlich einzusetzen, entspricht dabei dem Ideal. Auch wenn die Begutachtung des Baumbestandes wohl zu großen Teilen Handarbeit bleiben wird, bei der Erfassung des Zustandes unserer Straßen und Wege versuchen wir einen Schritt weiter zu gehen. Erprobt werden hierzu seit einigen Monaten innovative Lösungen, welche aus Videoaufnahmen, die während der Fahrt entstehen, und der Nutzung lernfähiger künstlicher Intelligenz (KI) ein möglichst umfassendes Abbild unserer Verkehrsflächen liefern sollen. Noch zeigen sich aufgrund unserer sehr unterschiedlichen Ausbaukonzepte hier noch Schwächen bei der Datenerfassung. Als Ziel ist aber auch hier eine grafische Aufbereitung des Zustandes innerhalb der digitalen Ortskarte und die einfache wie frühzeitige Generierung von Reparaturaufträgen definiert. Ein weiterer, nicht unwesentlicher Schritt auf dem Weg zur digitalen Gemeinde sowie zum Erhalt unserer kommunalen Infrastruktur und Werte.
Ihr Bürgermeister
Marco Rutter