Ein Baugerüst ist jüngst an der alten Schmiede in der Lindenstraße zu sehen. Der im vorigen Jahr durch die Gemeindevertretung beschlossene Bebauungsplan für das Areal hat das historische Bauwerk gesichert und städtebaulich als prägendes Element aufgegriffen. Die Jahre der Vernachlässigung haben deutliche Spuren hinterlassen und so weist das aus Feldsteinen errichtete Zwickelmauerwerk an vielen Stellen schon Lücken auf. Beim Zwickeln müssen die Lücken möglichst vollständig und kraftschlüssig ausgefüllt werden, um so einen stabilen Verbund zu erzeugen.
Leider ist diese alte Handwerkskunst inzwischen nicht mehr so verbreitet, weshalb unsere Suche nach einem Experten nicht ganz einfach war. Nun ist aber die Instandsetzung eines Teils der Fassade erfolgt und die Laibung der Fenster wieder ausgebildet worden. Im nächsten Schritt soll dann die Dachfläche überarbeitet und auf der Südseite vielleicht auch eine PV-Anlage montiert werden. Die Dachentwässerung bindet dann an die im nächsten Jahr dort zu errichtende Stellplatzanlage für Fahrräder und Autos an. Die Planungen dafür sind weitgehend abgeschlossen, so dass zukünftig sowohl der Stellplatzbedarf des Dorfsaals als auch der geplanten neuen Bibliothek berücksichtigt ist.
Voranzutreiben ist aber auch der Neubau für die Bibliothek. Erste Entwürfe gibt es bereits aus der Phase der Bauleitplanung. Knapp ein Drittel des vorgesehenen Wohn- und Geschäftshauses würde für die gemeindliche Bücherei benötigt, der weitaus größere Teil könnte für Mietwohnungen genutzt werden. Allerdings ist der bis zu 2 Mio. Euro teure Bau nicht ganz einfach im Haushalt abzubilden. Muss er vielleicht auch gar nicht, denn die Ausrichtung des Gebäudes spricht eher für eine Partnerschaft von Gemeinde und privater Investition. Derartige Konzeptvergaben können Vorgaben zur Nutzung sowie städtebaulichen Gestaltung umfassen und werden anhand energetischer, sozialer oder architektonischer Kriterien bewertet. Ziel dabei ist die zielgerichtete Umsetzung kommunaler Bedarfe, wobei die Qualität des eingereichten Konzepts über den Zuschlag und damit die Partnerschaft entscheidet. Bisher haben wir als Gemeinde davon noch keinen Gebrauch gemacht, könnten so aber in Zukunft noch zügiger und wirtschaftlicher vorankommen. Die Beratungen dazu werden bereits konstruktiv in den Gremien der Gemeindepolitik geführt. Setzen wir also auf einen Beratungserfolg, damit sich Neues und Ortsgeschichte zusammen entwickeln können.
Ihr Bürgermeister
Marco Rutter