Zu den wohl emotionalsten Schilderungen, die ich in Gesprächen mit Bürgern unseres Ortes aufnehmen durfte, zählt die leider oft erfolglose Suche nach der passenden Wohnung. Ob im Alter, wenn Haus und Hof zu beschwerlich werden, oder beim Wunsch nach dem ersten eigenen Haushalt – im liebgewonnenen Ort und im vertrauten Umfeld ist das Angebot an kleinteiligem Wohnraum sehr gering.
Mit den jüngst durch die Gemeindevertretung gefassten Beschlüssen zum Bebauungsplan Tasdorfer Straße ist nun Besserung in Sicht. Statt der ursprünglich auf dieser Fläche vorgesehenen Bebauung mit Einfamilienhäusern, bilden nun gut 80 Mietwohnungen den Kern der Nutzung. Die barrierefreien, meist über zwei oder drei Räume verfügenden Wohnungen sollen aufgelockert gegliedert und mit Balkon oder Terrasse ausgestattet werden. Für 20 Prozent der Wohnungen ist außerdem die Einhaltung sozialer Kriterien vereinbart, um auch den Anforderungen an geförderten Wohnraum gerecht werden zu können. Lediglich in Randlagen entstehen Doppelhäuser, um optisch den Übergang zu gestalten und das Wohnen von Generationen im Verbund zu ermöglichen.
Vorgesehen sind auch verschieden gestaltete Grünflächen, in die auch ein großer öffentlicher Spielplatz eingebettet wird. Ein Wegenetz für den Geh- und Radverkehr verbessert die Erreichbarkeit von Schule, Bus oder Lebensmittelmarkt. Mit der Wiederherstellung alter Gräben und deren Anbindung an ein Feldsoll werden zudem Wasserhaushalt und Artenvielfalt gestärkt. Überdies erhalten wir als Gemeinde auch eine Fläche für den Bau einer Kita ins Eigentum übertragen. Ist die Nachfrage nach Kitabetreuung zwar derzeit gedeckt, sind so alle Voraussetzungen für eine schnelle Kapazitätsausweitung geschaffen. Lange Wartezeiten auf einen Kitaplatz sollen damit eine Erfahrung der Vergangenheit bleiben.
Und noch etwas ist am nun abgeschlossenen Planverfahren neu. Im partnerschaftlichen Miteinander beteiligt sich der private Investor direkt an den Kosten unserer gemeindlichen Infrastruktur. Konkret fließt der vereinbarte Betrag in den dringenden Ausbau und die Modernisierung des Grundschulcampus Eggersdorf. Mit der neuen Sportanlage ist dort bereits viel in Bewegung, eine neue Mensa wie auch zusätzliche Klassen- und Fachräume sind bereits in der Vorbereitung. So im Zusammenhang gedacht, konsequent geplant und vertraglich geregelt, sollen Planungen zur Ortsentwicklung auch zukünftig bestehende Probleme möglichst breit aufgreifen und den Ausgleich zwischen verschiedenen Interessen und Bedarfen finden.
Ihr Bürgermeister
Marco Rutter