Haushalt beschlossen – Blick auf die Zahlen

Etwas später als sonst üblich, konnte im Januar der Haushalt für das neue Gemeindejahr sowie in der Vorausschau der Folgejahre beschlossen werden. Gelungen ist dies, obwohl weiterhin einige Daten zur Konjunkturprognose noch nicht aktualisiert wurden, Bescheide für Fördermittel und Kostenabrechnungen noch ausstehen und auf wundersame Weise der Zensus uns gut 400 Einwohner weniger zuordnet, als in unserem Melderegister vermerkt sind. Die Entscheidungsfindung erleichtert hat der geprüfte Jahresabschluss für 2023, welcher erneut ein deutliches positives Ergebnis ausweist.

Wie schon in den zurückliegenden Jahren profitiert unsere Gemeinde wesentlich vom Einwohnerzuwachs und der hohen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit ihrer Einwohner. Dies spiegelt sich im Anstieg des Gemeindeanteils an der Einkommensteuer wider, dessen Planansatz für das Jahr 2026 sich auf fast 11 Mio. Euro beläuft. Das Aufkommen der Gewerbesteuer liegt erneut bei stabilen und soliden 1,8 Mio. Euro. Und mit rund 1,4 Mio. Euro trägt die Erhebung von Grundsteuern zum Aufkommen im Gemeindehaushalt bei. Auch hier bleiben die Hebesätze auf dem Niveau des Vorjahres. Einschließlich Schlüsselzuweisungen, Umlagen und Entgelten summieren sich die prognostizierten Einnahmen auf 37 Mio. Euro.

Dem stehen nicht unerhebliche Ausgaben für Neubau und Instandsetzung von Gebäuden, Ausstattung und Betrieb unserer Einrichtungen als auch den Unterhalt von Straßen, Wegen und Plätzen gegenüber. Dabei wird die Preisentwicklung bei Bau- und Dienstleistungen den kommunalen Haushalt auch in Zukunft fordern. Um Vermögenswerte zu erhalten und Energiekosten dauerhaft zu sparen, werden wir den beschrittenen Weg der Modernisierung konsequent fortsetzen. In Vorbereitung sind etwa Maßnahmen an der Giebelseehalle, dem Rathaus und der Grundschule Eggersdorf. Verstärkt wird aber auch zwischen der Sanierung im Bestand und der Errichtung eines Neubaus abzuwägen sein. Immer häufiger spielt dabei der Neubau seine Vorteile hinsichtlich Flächeneffizienz und Multifunktionalität, höherem energetischem Standard, geringeren Betriebskosten sowie der Einhaltung aktueller Vorgaben zum Brandschutz und der Barrierefreiheit aus. Aus dieser Abwägung heraus sind für die nächsten Jahren Investitionen ins neue Bürgerhaus wie auch den Grundschulcampus Eggersdorf eingeplant. Derart bewusste Entscheidungen halten zukünftige Ausgaben im Griff und etwa mit Blick auf Kita- und Nutzungsgebühren die Belastungen für Familien im Zaum.

Kurzer Blick auf die Schulden: Die Restverbindlichkeit der beiden Förderkredite für den Neubau der Sporthalle der Grundschule „Am Dorfanger“ und den Erweiterungsbau der Grundschule Petershagen belief sich zum Jahresabschluss 2025 auf 6,9 Mio. Euro. Mit Blick auf die Bilanzsumme von 106 Mio. Euro ein moderater Betrag, der eine Pro-Kopf-Verschuldung von 453 EUR/Einwohner bedingt. Gemäß dem Tilgungsplan wird sich diese bis 2029 auf 309 EUR/Einwohner reduzieren. Kassenkredite waren zur Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit der Gemeinde bisher nicht erforderlich und sind auch in der vorausschauenden Haushaltsplanung nicht vorgesehen.

Auch wenn finanzielle Planungen derzeit Umsicht und flexibles Handeln erfordern, für anstehende Aufgaben verfügt die Gemeinde damit über eine solide Basis. Von erneutem Investitionsstau bleiben wir damit verschont und können so auch als stabiler Wirtschaftsmotor für die Region wirken.

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter

Neues Bürgerhaus – wie funktioniert das Konzept?

Am Ende des Parkplatzes in der Karl-Marx-Straße wir in Kürze der Bau des Bürgerhauses beginnen. Mit diesem Standort für das “Haus Mühle” ist die Zufahrt bereits gegeben und auch der vorhandene Parkplatz bleibt weiter in Funktion. Gestützt wird das Konzept auch durch die Nähe zu anderen wesentlichen Einrichtungen des Ortes, etwa der Schule, den Kitas oder der Bibliothek. Hier stehen auch weitere Parkplätze zur Verfügung, so auch die neuen Stellplatzanlagen an der Sporthalle und dem Einzelhandelszentrum.

Für den Neubau werden 6,5% der fast 9.500 m² umfassenden Fläche in Anspruch genommen und auch das formulierte Ziel des Bebauungsplanes, das Gebäude in die parkähnliche Umgebung des Landschaftsgebietes “Mühlenpark” zu integrieren war wesentlicher Aspekt der Planung. So nimmt sich das Gebäude gestalterisch zurück und rückt die aufgewertete Bepflanzung unmittelbar an dieses heran. Auf Zäune oder weitere befestigte Flächen wurde überdies bewusst verzichtet. Nachgeholt wird in diesem Zuge auch die schon früher angedachte landschaftsplanerische Gestaltung des Mühlenparks, welche jetzt auch Elemente zur Stärkung der Artenvielfalt aufgreift und nach Altersgruppen gegliederte Spielflächen für Kinder einbezieht.

Aber nicht nur dem im Ortsteil seit vielen Jahren bestehenden Defizit an Spielflächen soll mit dem Projekt begegnet werden. Die Ausrichtung der multifunktionalen Flächen im Haus erschließt zum Umfeld hin Synergien, etwa bei privaten oder kommunalen Feiern oder den vielfältigen Angeboten unserer engagierten Vereine im Ort. Warum die Lesung aus einem Buch nicht mit dem Restaurantbesuch oder einem Spaziergang zum Mühlenteich verbinden. Gewollt war und ist ein Ort der Begegnung, des Zusammentreffens in der Gemeinschaft.

Das flexible und auf Energieeffizienz ausgerichtete Gebäude soll neuen Idee Raum geben und vielfältige kulturelle Angebote ermöglichen. Vom Parkplatz aus und über den Vorplatz führt der Weg ins Foyer und in in die Kommunikationszone mit integrierter Garderobe. Die sich anschließenden Veranstaltungsräume können einzeln oder als größere Fläche übergreifend genutzt werden. Ob mehrere Vereinssitzungen zeitgleich, Hochzeiten oder Geburtstage neben einer Teamsitzung oder Konzerte und Filmvorführungen im großen Saal, das Raumkonzept lässt sich auf viele Formate und Anlässe anpassen. Bodentiefe Fenster gestatten den Blick ins Grüne und über den Mühlenteich. Holzverkleidungen und Parkettboden vermitteln ein warmes und wohnliches Gefühl. Das angebundene Stuhllager verfügt über einen Zugang von außen und kann so auch als Künstlergarderobe oder Requisitenraum genutzt werden. Sollen Speisen und Getränke gereicht werden, dann bietet die Catering-Küche dafür optimale Bedingungen. Zugang bietet der Saal auch zur links- und rückseitigen Terrasse, was gerade im Sommer die Möglichkeiten nochmals erweitert.

Für die Ausstattung der Vereine befinden sich zudem Lagerflächen im Dachgeschoss. Diese sind über den Aufzug erreichbar, welcher groß genug für Euro-Paletten und Rollwagen ausgelegt ist. Notwendige Sanitäranlagen sind über den zentralen Flur erreichbar und liegen damit in der abgestuften Veranstaltungsschließung. Der Zugang zu den Räumen wird durch uns verwaltet, Nutzer erhalten aber in bewährter Form einen Transponder für Türschließung und Alarmsysteme.

Wichtig zu wissen: Das Gebäude ist auch auf Schadenslagen und Katastrophen ausgerichtet. Mit Notstrom und Notheizung versorgt, ermöglicht das Objekt im Krisenfall die Betreuung und Versorgung unserer Bürger. Funktionsfähig bleibt dann auch die Küche, um Speisen zubereiten zu können. Die Funktion als Anlauf- und Versorgungsinsel unterstreicht damit nochmals den Mehrfachnutzen des Gebäudes. Zu bieten hat diese aber noch viel mehr, dazu aber später weitere Erläuterungen…

Und was passiert mit dem alten Aldi?

…wurde ich nach den Erklärungen zum Edeka-Markt mehrfach gefragt. Dazu nachfolgend einige Informationen. Das Gewerbegebiet “Am Fuchbau” wurde planungsrechtlich im Jahr 1994 festgesetzt. Nach den ersten Investitionen lagen jedoch große Teile der Gewerbeflächen aber über Jahre im Dornröschenschlaf, denn die wirtschaftliche Entwicklung war rückläufig und das Interesse an Gewerbeflächen ließ deutlich nach.

Mit dem Einwohneranstieg der Folgejahre war es wichtig, die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen, denn insbesondere die Vorgaben zum Lebensmittelhandel orientieren sich an der Einwohnerzahl eines Ortes. Da lag die Nutzung der brachliegenden Fläche nah. Eigentlich in Gewerbegebieten rechtlich nicht zulässig, musste hierfür ein Sondergebiet Einzelhandel genehmigt und ausgewiesen werden. Ermöglicht wurde damit eine Verkaufsfläche von bis zu 1.000m2. Heute genügt diese Fläche selbst für das Sortiment eines Discounters nicht mehr und ist damit auch nicht zukunftsfähig.

Mit der Planung des zentralen Einzelhandelszentrum Eggersdorf wurde das seinerzeit eingerichtete Sondergebiet Einzelhandel im Gewerbegebiet wieder aufgehoben. Der ursprüngliche Status einer Gewerbefläche ist damit wieder vollständig hergestellt. Zulässig sind demnach bis zu zwei Vollgeschosse für Lagerplätze und öffentliche Betriebe sowie Geschäfts-, Büro- und Verwaltungsgebäude. Für diese Zwecke wäre auch eine Nachnutzung des alten Marktes möglich. Mit darunter fallen auch Angebote von kleinteiligem Einzelhandel oder auch ein breites Spektrums von Dienstleistungen, einschließlich medizinischer Leistungen.

Damit dies so kommt und wirtschaftlich planbar möglich ist, dafür lässt der Eigentümer Aldi derzeit Gutachten zum baulichen Zustand und Wert des Objektes erstellen. Mit den vorliegenden Ergebnissen ist die gezielte Vermarktung der Liegenschaft vorgesehen. In den letzten Wochen häuften sich die Anfragen mit unterschiedlichem gewerblichen Interesse zum Bestandsgebäude. Sondiert wurden auch der Neubau eines Büro- und Geschäftsgebäudes sowie der Ansiedlung von Dienstleistungen. Auch wenn die zukünftige Nutzung noch nicht feststeht, wir stehen und bleiben dazu mit dem Eigentümer im partnerschaftlichen Austausch, um eine für den Ort zweckmäßige Nutzung zu erreichen.

Denn schon unser örtlicher Bedarf an Gewerbeflächen ist groß und nimmt stetig zu. Mit gut 1.150 Gewerberegistrierungen haben Gründungsfreude und Unternehmertum unverkennbar einen hohen Stellenwert im Ort. Und viele der kreativen wie mutigen Ideen entwicklen sich erfolgreich und tragen zur wohnortnahen Versorgung mit hochwertigen Handwerks- und Dienstleistungen bei. Derartige Erfolgsgeschichten sollen Teil unseres Ortslebens bleiben und möglichst dauerhaft zur Qualität der Versorgung beitragen. Nicht zuletzt gewinnen flexibel nutzbare Büroflächen und Konferenzräume in Zeiten von Homeoffice und mobiler Arbeit an Bedeutung.

(Abbildung: Überflug über das Gewerbegebiet “Am Fuchsbau” im Jahr 2008)

Quartier am Giebelsee – Was wird aus dem alten Edeka?

…werde ich dieser Tage öfter gefragt. Nicht immer sind Planungen noch im Bewusstsein, manche Erörterung in den Fachgremien der Gemeindevertretung erreicht auch nicht das öffentliche Interesse. Daher hier ein kurzer Abriss.

Zeitgleich mit den Planungen für das neue Einzelhandelszentrum in der Lessingstraße begannen auch die Planungen zur Nachnutzung und zukünftigen Entwicklung der alten Fläche. Der städtebauliche Entwurf ordnete Laden- und Praxisflächen sowie Platz für Café und Bistro ins Quartier am Giebelsee ein. Zum Kreisverkehr hin aber auch im Innenhof laden Sitzmöbel zum Verweilen ein und auch ein Spielplatz befindet sich im rückwärtigen Bereich. Im Obergeschoss der Gebäuden waren kleinteilige Wohnungen gegliedert, barrierefrei und altersgerecht. Nicht nur von den Balkonen schweift der Blick über den Giebelsee, mit dem Eis in der Hand lässt sich in der durchgrünten Anlage entspannt Platz nehmen. Damit im neuen Zentrums-Quartier nicht parkende Autos dominieren, bot der Entwurf 25 Stellplätze für PKWs sowie Abstellanlagen für Fahrräder. In dieser Variante war der alte Lebensmittelmarkt mit seinen Kleinläden und dem Parkplatz als Nahversorgung mit flexibler Raumaufteilung geplant.

Im Nachgang dieser Planung war es Edeka in langwierigen und teils zähen Verhandlungen gelungen, den ehemaligen Reichelt-Markt aus dem Bestand eines Immobilienfonds aus Frankfurt/Main herauszukaufen. Das gesamte Areal ist damit im Besitz des genossenschaftlich organisierten Edeka-Verbunds. Ziel war die Neuordnung der Eigentumsverhältnisse, um den weiteren Planungsprozess zu vereinfachen und mehr Entscheidungsfreiheit zu gewinnen. Für die Realisierung des Vorhabens ist aber eine Bauleitplanung erforderlich, welche nach der Fertigstellung des neuen Einzelhandelszentrum beginnen soll. Bis auf einige Pflanzungen und keinere Restarbeiten ist dieser Stand inzwischen erreicht.

Für die Phase der Planung war und ist eine Neuvermietung des alten Marktes angestrebt. Mit dem Umzug des Marktes war das Interesse an der alten Ladenfläche sehr groß. Anfragen richteten sich sowohl direkt an Edeka als auch an uns als Gemeinde. Am Objekt wurden daher auch diverse Renovierungs- und Ausbaumaßnahmen vorgenommen – so ist die alte Kühltechnik inzwischen demontiert. Trotz der zahlreichen Besichtigungen und Verhandlungen ist bisher keine Nachnutzung der Hauptfläche geglückt. Wesentlicher Grund: Jede anderweitige Nutzung erfordert ein bauordnungsrechtliches Genehmigungsverfahren. Dabei schlagen die neuen Vorschriften zur Gebäudedämmung und Heizungstechnik voll zu, was jeder Nutzungsidee bisher die Wirtschaftlichkeit raubte.

Sollte sich die Nachnutzung weiterhin schwerig gestalten, dann wird der Abriss des alten Gebäudes geplant werden müssen. Auf der Fläche würde dann ebenfalls ein Neubau errichtet werden.

Gemäß unserem Ortsentwicklungskonzept und den Planungsvorgaben des Landes Brandenburg zur “Regionalen Raumstruktur und Grundfunktionale Schwerpunktbildung” ist das Umfeld des Bahnhofs Petershagen/Nord als zentrale Lage mit Nahversorgungsauftrag zu entwicklen. Die Erfüllung dieser Aufgabe unterstützt das Land Brandenburg mit 100.000 Euro jährlich.

Wilhelm-Pieck-Straße 146, das nächste Kapitel…

Wie der Zufall es manchmal will, klopfte eine Macherin an die gemeindliche Pforte. Im Bauamt noch zu den Problemen des maroden Hauses beratend, landete die Idee barrierefreier Wohnungen auf dem Tisch. Petershagen/Eggersdorf sollte es sein, attraktiv und eingebunden gelegen, nachhaltig und effizient gebaut.

Entstanden ist daraus das Projekt eines modernen Seniorenwohnhauses mit 28 kleinen Appartments mit 1 oder 2 Zimmern. Ein Gemeinschaftsraum lädt zum Beisammensein ein, während ein Büro für den ambulanten Dienst den Bewohnerinnen und Bewohnern professionelle Betreuung direkt vor Ort bietet. Das geplante Objekt erfüllt zudem höchste energetische Standards und verbindet nachhaltiges Bauen mit modernem Komfort. Die versetzte Fassade und die verschiedenen giebelständigen Dächer lassen das Gebäude aufgelockert und harmonisch wirken, die Holzfassade bringt Wärme ins Formenspiel.

Die Entscheidung für dieses war auch getragen von der sehr guten Infrastruktur mit Einkaufsmöglichkeiten, Dienstleistungen und Angeboten des sozialen Lebens im näheren Umfeld. Im Hintergrund laufen derzeit die Planungen für die Stellung des Bauantrages und auch Gespräche zur Einbindung der Pflegedienstleistungen werden geführt. Freuen wir uns also auf einen möglichst schnellen Projektverlauf und die Entstehung eines neuen und offen gestalteten Ortes der Begegung, Ruhe und Selbstbestimmung.😊

Bewegung in der Wilhelm-Pieck-Straße…

Im Jahr 1905 stellte der Kaufmann Ernst Kirst einen Bauantrag für die Errichtung eines Wohnhauses mit Remise in der damaligen Hennickendorfer Straße, heute das Grundstück Wilhelm-Pieck-Straße 146 betreffend. Ursprünglich zierten Stuckelemente und Balkone das Gebäude. Beides wurde aber schon zu Zeiten der DDR entfernt und lieblos überputzt. In diesem Zustand, mit Ofenheizung und Außentoilette, kam das Gebäude Anfang der 90er Jahre in den besitz der Gemeinde. Schon damals eher baufällig, fehlte auch in den Folgejahre das Geld und die mehrheitsfähige Idee, dieses Gebäude sinnvoll zu nutzen.

Der letzte Mieter verließ notgedrungen 2015 das Haus, durch welches es bereits zu diesem Zeitpunkt hineinregnete. Den letzten Rest gab dem Gebäude ein kapitaler Wasserschaden im Winter 2015/16. Die zumindest vorhandene Kaltwasserleitung der Küchen war bei Frost geborsten und das Wasser bahnte sich seinen Weg durchs Haus bis in den Keller. Von dort lief es dann auf die Straße, was die Alarmierung der Feuerwehr zur Folge hatte. Zu retten war damit aber am Haus nichts mehr, wirtschaftlich berachtet schon gar nicht. Inzwischen schritt die Fäulnis am Gebälk weiter voran und die ersten Deckenteile stürzten in die darunter liegenden Wohnungen.

Um die unmittelbare Gefahr abzuwednen und einem unkontrollierten Einsturz zuvorzukommen, erfolgt im November der Abriss und die fachgerechte Entsorgung der Ruine. Damit ist ein Problem der Gemeinde beseitigt und zugleich ein neues Kapital geöffnet…

Stimmungsvolle Adventszeit

Wenn dieser Tage Spaziergänge durch unseren Ort besondere Freude bereiten, dann liegt dies an der stimmungsvollen Dekoration und festlichen Beleuchtung vieler Häuser und Grundstücke. Aber nicht nur unsere Bürger sorgen für ein festliches Ambiente, auch das Team vom Bauhof hat mit neuen Lichtelementen öffentliche Plätze und Wege in Szene gesetzt. Und Dank des großen ehrenamtlichen Engagements und der Kreativität unserer Vereine ist auch der vorweihnachtliche Kalender gut gefüllt. Ob Lichterfest, Adventsmarkt oder bei einem der zahlreichen Konzerte, auf den Zauber der Adventszeit trifft man bei vielen Gelegenheiten.

So in besondere Stimmung versetzt, neigt sich hoffentlich auch für Sie ein erfolgreiches und zufriedenstellendes Jahr dem Ende. Für uns als Gemeinde fällt die Fertigstellung der Mühlenfließhalle in diese Zeit. Vorbei ist damit nicht nur der unschöne Schulweg zum Sportunterricht nach Strausberg. Mit der Nutzung auch durch Hort, Jugendclub und Vereine ist ein neuer Ort des Zusammenlebens und der Gemeinschaft entstanden. Damit reiht sich dieses Projekt in die zurückliegende Eröffnung des neuen Sportfeldes auf dem Waldsportplatz ein. Zu gemeinsamen Touren in die nähere Umgebung lädt aber auch die Heuwegbrücke ein und mit den nächsten Schritten zur Sanierung von Giebel- und Teilungssee gibt es dort nicht nur bei winterlichen Spaziergängen Neues zu entdecken.

Mit Blick auf den anstehenden Jahreswechsel warten wir sehnlichst auf die Erteilung der Baugenehmigungen für das Haus Mühle und für die Sanierung des Dorfsaals. Zur Bewahrung der Ortsgeschichte soll es dann beim Erhalt der alten Schmiede weitergehen und mit den jüngsten Be-schlüssen der Gemeindevertretung rückt auch die neue Bibliothek am Anger einen weiteren Schritt näher. Platz wurde zudem in der Wilhelm-Pieck-Straße für den Neubau eines barrierefreien Appartementhauses geschaffen, welches das Angebot bei Pflegebedürftigkeit zeitgemäß erweitern soll.

Auch wenn der Ausblick wieder viel Arbeit verheißt, so möchte ich Ihnen eine frohe, erholsame und besinnliche Weihnachtszeit wünschen. Nutzen Sie die festlichen Tage für die Dinge, die sonst häufig zu kurz kommen. Ein gutes Buch, Gespräche in der Familie, das Ausprobieren neuer Kochrezepte oder ausgedehnte Spaziergänge in der Natur. Genießen Sie Ruhe und Entspannung, schöpfen Sie Kraft für neue Herausforderungen und Ideen.

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter

Mit Weitblick geplant

Zu den wohl emotionalsten Schilderungen, die ich in Gesprächen mit Bürgern unseres Ortes aufnehmen durfte, zählt die leider oft erfolglose Suche nach der passenden Wohnung. Ob im Alter, wenn Haus und Hof zu beschwerlich werden, oder beim Wunsch nach dem ersten eigenen Haushalt – im liebgewonnenen Ort und im vertrauten Umfeld ist das Angebot an kleinteiligem Wohnraum sehr gering.

Mit den jüngst durch die Gemeindevertretung gefassten Beschlüssen zum Bebauungsplan Tasdorfer Straße ist nun Besserung in Sicht. Statt der ursprünglich auf dieser Fläche vorgesehenen Bebauung mit Einfamilienhäusern, bilden nun gut 80 Mietwohnungen den Kern der Nutzung. Die barrierefreien, meist über zwei oder drei Räume verfügenden Wohnungen sollen aufgelockert gegliedert und mit Balkon oder Terrasse ausgestattet werden. Für 20 Prozent der Wohnungen ist außerdem die Einhaltung sozialer Kriterien vereinbart, um auch den Anforderungen an geförderten Wohnraum gerecht werden zu können. Lediglich in Randlagen entstehen Doppelhäuser, um optisch den Übergang zu gestalten und das Wohnen von Generationen im Verbund zu ermöglichen.

Vorgesehen sind auch verschieden gestaltete Grünflächen, in die auch ein großer öffentlicher Spielplatz eingebettet wird. Ein Wegenetz für den Geh- und Radverkehr verbessert die Erreichbarkeit von Schule, Bus oder Lebensmittelmarkt. Mit der Wiederherstellung alter Gräben und deren Anbindung an ein Feldsoll werden zudem Wasserhaushalt und Artenvielfalt gestärkt. Überdies erhalten wir als Gemeinde auch eine Fläche für den Bau einer Kita ins Eigentum übertragen. Ist die Nachfrage nach Kitabetreuung zwar derzeit gedeckt, sind so alle Voraussetzungen für eine schnelle Kapazitätsausweitung geschaffen. Lange Wartezeiten auf einen Kitaplatz sollen damit eine Erfahrung der Vergangenheit bleiben.

Und noch etwas ist am nun abgeschlossenen Planverfahren neu. Im partnerschaftlichen Miteinander beteiligt sich der private Investor direkt an den Kosten unserer gemeindlichen Infrastruktur. Konkret fließt der vereinbarte Betrag in den dringenden Ausbau und die Modernisierung des Grundschulcampus Eggersdorf. Mit der neuen Sportanlage ist dort bereits viel in Bewegung, eine neue Mensa wie auch zusätzliche Klassen- und Fachräume sind bereits in der Vorbereitung. So im Zusammenhang gedacht, konsequent geplant und vertraglich geregelt, sollen Planungen zur Ortsentwicklung auch zukünftig bestehende Probleme möglichst breit aufgreifen und den Ausgleich zwischen verschiedenen Interessen und Bedarfen finden.

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter

Neues schaffen, Altes erhalten

Ein Baugerüst ist jüngst an der alten Schmiede in der Lindenstraße zu sehen. Der im vorigen Jahr durch die Gemeindevertretung beschlossene Bebauungsplan für das Areal hat das historische Bauwerk gesichert und städtebaulich als prägendes Element aufgegriffen. Die Jahre der Vernachlässigung haben deutliche Spuren hinterlassen und so weist das aus Feldsteinen errichtete Zwickelmauerwerk an vielen Stellen schon Lücken auf. Beim Zwickeln müssen die Lücken möglichst vollständig und kraftschlüssig ausgefüllt werden, um so einen stabilen Verbund zu erzeugen.

Leider ist diese alte Handwerkskunst inzwischen nicht mehr so verbreitet, weshalb unsere Suche nach einem Experten nicht ganz einfach war. Nun ist aber die Instandsetzung eines Teils der Fassade erfolgt und die Laibung der Fenster wieder ausgebildet worden. Im nächsten Schritt soll dann die Dachfläche überarbeitet und auf der Südseite vielleicht auch eine PV-Anlage montiert werden. Die Dachentwässerung bindet dann an die im nächsten Jahr dort zu errichtende Stellplatzanlage für Fahrräder und Autos an. Die Planungen dafür sind weitgehend abgeschlossen, so dass zukünftig sowohl der Stellplatzbedarf des Dorfsaals als auch der geplanten neuen Bibliothek berücksichtigt ist.

Voranzutreiben ist aber auch der Neubau für die Bibliothek. Erste Entwürfe gibt es bereits aus der Phase der Bauleitplanung. Knapp ein Drittel des vorgesehenen Wohn- und Geschäftshauses würde für die gemeindliche Bücherei benötigt, der weitaus größere Teil könnte für Mietwohnungen genutzt werden. Allerdings ist der bis zu 2 Mio. Euro teure Bau nicht ganz einfach im Haushalt abzubilden. Muss er vielleicht auch gar nicht, denn die Ausrichtung des Gebäudes spricht eher für eine Partnerschaft von Gemeinde und privater Investition. Derartige Konzeptvergaben können Vorgaben zur Nutzung sowie städtebaulichen Gestaltung umfassen und werden anhand energetischer, sozialer oder architektonischer Kriterien bewertet. Ziel dabei ist die zielgerichtete Umsetzung kommunaler Bedarfe, wobei die Qualität des eingereichten Konzepts über den Zuschlag und damit die Partnerschaft entscheidet. Bisher haben wir als Gemeinde davon noch keinen Gebrauch gemacht, könnten so aber in Zukunft noch zügiger und wirtschaftlicher vorankommen. Die Beratungen dazu werden bereits konstruktiv in den Gremien der Gemeindepolitik geführt. Setzen wir also auf einen Beratungserfolg, damit sich Neues und Ortsgeschichte zusammen entwickeln können.

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter

Digitale Ortskarte unterstützt Baumpflege

Unsere kompetenten Mitarbeiter, die mit Warnwesten bekleidet den kritischen Blick in die Kronen der Bäume richten, sind im Ortsbild für jedermann regelmäßig wahrnehmbar. Was aber selbst dem geneigten Bürger verborgen bleibt, die Arbeitsgrundlage dieser Verwaltungsprozesse hat sich innerhalb des vergangenen Jahres deutlich verändert.

Eine neue Generation robuster Tablets überträgt die in der Fläche erfassten Prüfdaten nun quasi in Echtzeit ins zentrale System. Dort stehen diese nicht nur zur weiteren Bearbeitung zur Verfügung, eingebunden in eine digitale Karte unseres Ortes entsteht ein vollständiger Überblick über den Baumbestand der Gemeinde. Erkennbar werden so nicht nur Schäden und Lücken im Baumbestand, Aufträge für Pflege-, Fäll- oder Pflanzarbeiten lassen sich gebündelt per Knopfdruck generieren.

Die Verwaltung unserer mehr als 12.000 Straßenbäume wird so erheblich erleichtert. Im nächsten Schritt werden dem System auch die gut 5.000 Bäume hinzugefügt, welche auf gemeindlichen Grundstücken stehen. Ob eine Lücke ein echter Pflanzplatz ist oder etwa im Untergrund Leitungen stören, wird perspektivisch die digitale Verknüpfung mit den Daten der Ver- und Entsorger offenbaren. Bereits eingelesen sind hierfür die Leitungsdaten des Wasserverbandes, was erste Erfahrungen mit dem Datenabgleich erlaubt.

Getestet werden übrigens an ausgewählten Stellen auch digitale Sensoren zur Messung der Bodenfeuchte. Rückschlüsse zu Trockenphasen und die gezielte Wässerung junger Pflanzungen werden so möglich. Schäden gezielt vorzubeugen und zugleich Wasser wirtschaftlich einzusetzen, entspricht dabei dem Ideal. Auch wenn die Begutachtung des Baumbestandes wohl zu großen Teilen Handarbeit bleiben wird, bei der Erfassung des Zustandes unserer Straßen und Wege versuchen wir einen Schritt weiter zu gehen. Erprobt werden hierzu seit einigen Monaten innovative Lösungen, welche aus Videoaufnahmen, die während der Fahrt entstehen, und der Nutzung lernfähiger künstlicher Intelligenz (KI) ein möglichst umfassendes Abbild unserer Verkehrsflächen liefern sollen. Noch zeigen sich aufgrund unserer sehr unterschiedlichen Ausbaukonzepte hier noch Schwächen bei der Datenerfassung. Als Ziel ist aber auch hier eine grafische Aufbereitung des Zustandes innerhalb der digitalen Ortskarte und die einfache wie frühzeitige Generierung von Reparaturaufträgen definiert. Ein weiterer, nicht unwesentlicher Schritt auf dem Weg zur digitalen Gemeinde sowie zum Erhalt unserer kommunalen Infrastruktur und Werte.

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter