Stimmungsvolle Adventszeit

Wenn dieser Tage Spaziergänge durch unseren Ort besondere Freude bereiten, dann liegt dies an der stimmungsvollen Dekoration und festlichen Beleuchtung vieler Häuser und Grundstücke. Aber nicht nur unsere Bürger sorgen für ein festliches Ambiente, auch das Team vom Bauhof hat mit neuen Lichtelementen öffentliche Plätze und Wege in Szene gesetzt. Und Dank des großen ehrenamtlichen Engagements und der Kreativität unserer Vereine ist auch der vorweihnachtliche Kalender gut gefüllt. Ob Lichterfest, Adventsmarkt oder bei einem der zahlreichen Konzerte, auf den Zauber der Adventszeit trifft man bei vielen Gelegenheiten.

So in besondere Stimmung versetzt, neigt sich hoffentlich auch für Sie ein erfolgreiches und zufriedenstellendes Jahr dem Ende. Für uns als Gemeinde fällt die Fertigstellung der Mühlenfließhalle in diese Zeit. Vorbei ist damit nicht nur der unschöne Schulweg zum Sportunterricht nach Strausberg. Mit der Nutzung auch durch Hort, Jugendclub und Vereine ist ein neuer Ort des Zusammenlebens und der Gemeinschaft entstanden. Damit reiht sich dieses Projekt in die zurückliegende Eröffnung des neuen Sportfeldes auf dem Waldsportplatz ein. Zu gemeinsamen Touren in die nähere Umgebung lädt aber auch die Heuwegbrücke ein und mit den nächsten Schritten zur Sanierung von Giebel- und Teilungssee gibt es dort nicht nur bei winterlichen Spaziergängen Neues zu entdecken.

Mit Blick auf den anstehenden Jahreswechsel warten wir sehnlichst auf die Erteilung der Baugenehmigungen für das Haus Mühle und für die Sanierung des Dorfsaals. Zur Bewahrung der Ortsgeschichte soll es dann beim Erhalt der alten Schmiede weitergehen und mit den jüngsten Be-schlüssen der Gemeindevertretung rückt auch die neue Bibliothek am Anger einen weiteren Schritt näher. Platz wurde zudem in der Wilhelm-Pieck-Straße für den Neubau eines barrierefreien Appartementhauses geschaffen, welches das Angebot bei Pflegebedürftigkeit zeitgemäß erweitern soll.

Auch wenn der Ausblick wieder viel Arbeit verheißt, so möchte ich Ihnen eine frohe, erholsame und besinnliche Weihnachtszeit wünschen. Nutzen Sie die festlichen Tage für die Dinge, die sonst häufig zu kurz kommen. Ein gutes Buch, Gespräche in der Familie, das Ausprobieren neuer Kochrezepte oder ausgedehnte Spaziergänge in der Natur. Genießen Sie Ruhe und Entspannung, schöpfen Sie Kraft für neue Herausforderungen und Ideen.

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter

Mit Weitblick geplant

Zu den wohl emotionalsten Schilderungen, die ich in Gesprächen mit Bürgern unseres Ortes aufnehmen durfte, zählt die leider oft erfolglose Suche nach der passenden Wohnung. Ob im Alter, wenn Haus und Hof zu beschwerlich werden, oder beim Wunsch nach dem ersten eigenen Haushalt – im liebgewonnenen Ort und im vertrauten Umfeld ist das Angebot an kleinteiligem Wohnraum sehr gering.

Mit den jüngst durch die Gemeindevertretung gefassten Beschlüssen zum Bebauungsplan Tasdorfer Straße ist nun Besserung in Sicht. Statt der ursprünglich auf dieser Fläche vorgesehenen Bebauung mit Einfamilienhäusern, bilden nun gut 80 Mietwohnungen den Kern der Nutzung. Die barrierefreien, meist über zwei oder drei Räume verfügenden Wohnungen sollen aufgelockert gegliedert und mit Balkon oder Terrasse ausgestattet werden. Für 20 Prozent der Wohnungen ist außerdem die Einhaltung sozialer Kriterien vereinbart, um auch den Anforderungen an geförderten Wohnraum gerecht werden zu können. Lediglich in Randlagen entstehen Doppelhäuser, um optisch den Übergang zu gestalten und das Wohnen von Generationen im Verbund zu ermöglichen.

Vorgesehen sind auch verschieden gestaltete Grünflächen, in die auch ein großer öffentlicher Spielplatz eingebettet wird. Ein Wegenetz für den Geh- und Radverkehr verbessert die Erreichbarkeit von Schule, Bus oder Lebensmittelmarkt. Mit der Wiederherstellung alter Gräben und deren Anbindung an ein Feldsoll werden zudem Wasserhaushalt und Artenvielfalt gestärkt. Überdies erhalten wir als Gemeinde auch eine Fläche für den Bau einer Kita ins Eigentum übertragen. Ist die Nachfrage nach Kitabetreuung zwar derzeit gedeckt, sind so alle Voraussetzungen für eine schnelle Kapazitätsausweitung geschaffen. Lange Wartezeiten auf einen Kitaplatz sollen damit eine Erfahrung der Vergangenheit bleiben.

Und noch etwas ist am nun abgeschlossenen Planverfahren neu. Im partnerschaftlichen Miteinander beteiligt sich der private Investor direkt an den Kosten unserer gemeindlichen Infrastruktur. Konkret fließt der vereinbarte Betrag in den dringenden Ausbau und die Modernisierung des Grundschulcampus Eggersdorf. Mit der neuen Sportanlage ist dort bereits viel in Bewegung, eine neue Mensa wie auch zusätzliche Klassen- und Fachräume sind bereits in der Vorbereitung. So im Zusammenhang gedacht, konsequent geplant und vertraglich geregelt, sollen Planungen zur Ortsentwicklung auch zukünftig bestehende Probleme möglichst breit aufgreifen und den Ausgleich zwischen verschiedenen Interessen und Bedarfen finden.

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter

Neues schaffen, Altes erhalten

Ein Baugerüst ist jüngst an der alten Schmiede in der Lindenstraße zu sehen. Der im vorigen Jahr durch die Gemeindevertretung beschlossene Bebauungsplan für das Areal hat das historische Bauwerk gesichert und städtebaulich als prägendes Element aufgegriffen. Die Jahre der Vernachlässigung haben deutliche Spuren hinterlassen und so weist das aus Feldsteinen errichtete Zwickelmauerwerk an vielen Stellen schon Lücken auf. Beim Zwickeln müssen die Lücken möglichst vollständig und kraftschlüssig ausgefüllt werden, um so einen stabilen Verbund zu erzeugen.

Leider ist diese alte Handwerkskunst inzwischen nicht mehr so verbreitet, weshalb unsere Suche nach einem Experten nicht ganz einfach war. Nun ist aber die Instandsetzung eines Teils der Fassade erfolgt und die Laibung der Fenster wieder ausgebildet worden. Im nächsten Schritt soll dann die Dachfläche überarbeitet und auf der Südseite vielleicht auch eine PV-Anlage montiert werden. Die Dachentwässerung bindet dann an die im nächsten Jahr dort zu errichtende Stellplatzanlage für Fahrräder und Autos an. Die Planungen dafür sind weitgehend abgeschlossen, so dass zukünftig sowohl der Stellplatzbedarf des Dorfsaals als auch der geplanten neuen Bibliothek berücksichtigt ist.

Voranzutreiben ist aber auch der Neubau für die Bibliothek. Erste Entwürfe gibt es bereits aus der Phase der Bauleitplanung. Knapp ein Drittel des vorgesehenen Wohn- und Geschäftshauses würde für die gemeindliche Bücherei benötigt, der weitaus größere Teil könnte für Mietwohnungen genutzt werden. Allerdings ist der bis zu 2 Mio. Euro teure Bau nicht ganz einfach im Haushalt abzubilden. Muss er vielleicht auch gar nicht, denn die Ausrichtung des Gebäudes spricht eher für eine Partnerschaft von Gemeinde und privater Investition. Derartige Konzeptvergaben können Vorgaben zur Nutzung sowie städtebaulichen Gestaltung umfassen und werden anhand energetischer, sozialer oder architektonischer Kriterien bewertet. Ziel dabei ist die zielgerichtete Umsetzung kommunaler Bedarfe, wobei die Qualität des eingereichten Konzepts über den Zuschlag und damit die Partnerschaft entscheidet. Bisher haben wir als Gemeinde davon noch keinen Gebrauch gemacht, könnten so aber in Zukunft noch zügiger und wirtschaftlicher vorankommen. Die Beratungen dazu werden bereits konstruktiv in den Gremien der Gemeindepolitik geführt. Setzen wir also auf einen Beratungserfolg, damit sich Neues und Ortsgeschichte zusammen entwickeln können.

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter

Digitale Ortskarte unterstützt Baumpflege

Unsere kompetenten Mitarbeiter, die mit Warnwesten bekleidet den kritischen Blick in die Kronen der Bäume richten, sind im Ortsbild für jedermann regelmäßig wahrnehmbar. Was aber selbst dem geneigten Bürger verborgen bleibt, die Arbeitsgrundlage dieser Verwaltungsprozesse hat sich innerhalb des vergangenen Jahres deutlich verändert.

Eine neue Generation robuster Tablets überträgt die in der Fläche erfassten Prüfdaten nun quasi in Echtzeit ins zentrale System. Dort stehen diese nicht nur zur weiteren Bearbeitung zur Verfügung, eingebunden in eine digitale Karte unseres Ortes entsteht ein vollständiger Überblick über den Baumbestand der Gemeinde. Erkennbar werden so nicht nur Schäden und Lücken im Baumbestand, Aufträge für Pflege-, Fäll- oder Pflanzarbeiten lassen sich gebündelt per Knopfdruck generieren.

Die Verwaltung unserer mehr als 12.000 Straßenbäume wird so erheblich erleichtert. Im nächsten Schritt werden dem System auch die gut 5.000 Bäume hinzugefügt, welche auf gemeindlichen Grundstücken stehen. Ob eine Lücke ein echter Pflanzplatz ist oder etwa im Untergrund Leitungen stören, wird perspektivisch die digitale Verknüpfung mit den Daten der Ver- und Entsorger offenbaren. Bereits eingelesen sind hierfür die Leitungsdaten des Wasserverbandes, was erste Erfahrungen mit dem Datenabgleich erlaubt.

Getestet werden übrigens an ausgewählten Stellen auch digitale Sensoren zur Messung der Bodenfeuchte. Rückschlüsse zu Trockenphasen und die gezielte Wässerung junger Pflanzungen werden so möglich. Schäden gezielt vorzubeugen und zugleich Wasser wirtschaftlich einzusetzen, entspricht dabei dem Ideal. Auch wenn die Begutachtung des Baumbestandes wohl zu großen Teilen Handarbeit bleiben wird, bei der Erfassung des Zustandes unserer Straßen und Wege versuchen wir einen Schritt weiter zu gehen. Erprobt werden hierzu seit einigen Monaten innovative Lösungen, welche aus Videoaufnahmen, die während der Fahrt entstehen, und der Nutzung lernfähiger künstlicher Intelligenz (KI) ein möglichst umfassendes Abbild unserer Verkehrsflächen liefern sollen. Noch zeigen sich aufgrund unserer sehr unterschiedlichen Ausbaukonzepte hier noch Schwächen bei der Datenerfassung. Als Ziel ist aber auch hier eine grafische Aufbereitung des Zustandes innerhalb der digitalen Ortskarte und die einfache wie frühzeitige Generierung von Reparaturaufträgen definiert. Ein weiterer, nicht unwesentlicher Schritt auf dem Weg zur digitalen Gemeinde sowie zum Erhalt unserer kommunalen Infrastruktur und Werte.

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter

Wasser in Massen

Statt Sonnenschein und lauer Nächte, die vergangenen Wochen dominierte Starkregen die Sommerzeit. Wenn innerhalb weniger Tage derart viel Niederschlag fällt, dann stellt dies erhebliche Anforderungen an die Funktionsfähigkeit öffentlicher Infrastrukturen. Denn ohne intakte Gräben keine zügige Ableitung des Wassers; verkrauteten und verlandeten Gewässern fehlt es am notwendigen Stauvolumen.

Dennoch wird auch in unserem Ort immer wieder Grünschnitt in Gräben entsorgt. Dieser lässt sich dann nur mit großem Aufwand wieder entfernen, hoffentlich aber rechtzeitig vor dem nächsten Regenereignis. An anderer Stelle erschwert der Naturschutz den Schutz vor Naturgefahren, etwa, weil wir beim Giebel- oder Teilungssee nur ca. 25% der Fläche der jährlichen Pflege unterziehen dürfen. Damit Straßen und Wege in diesen Situationen nicht zu reißenden Flüssen werden, dafür wurden an vielen Stellen im Ort Mulden und Rigolen angelegt.

Schlecht gepflegt oder durch das Befahren mit Fahrzeugen stark verdichtet, können diese ihre Funktion aber nur unzureichend erfüllen. Allzu oft ist die Folge stauender Niederschlag in den Straßen und der Eintritt von Regenwasser in das Abwassernetz des WSE. Dort führt das zusätzliche Wasser zu Überlastungen der Rohre und Pumpwerke, was manche Anwohner leidvoll und regelmäßig durch Fäkalien in ihrem Vorgarten erfahren müssen. Mit der stinkigen Brühe kommen die leistungsfähigen Schmutzwasserpumpen unserer Feuerwehr zwar zurecht, Vergnügungssteuer wird bei den Kameraden dafür aber keineswegs fällig.

Und noch einen unangenehmen Effekt hat unzulässiges Regenwasser im Abwassersystem. Für die Überschreitung der Einleitmengen werden durch den Betreiber des Klärwerks Strafgebühren vom WSE erhoben. Allein nach dem Ereignis am 12.07. beliefen sich diese auf einen deutlich sechsstelligen Betrag. Eingerechnet werden diese Zusatzkosten natürlich bei der nächsten Kalkulation der Abwassergebühr, dann zu Lasten aller in der Solidargemeinschaft der Anschlussnehmer.

Es macht also durchaus Sinn, bei der Pflege des Begleitgrüns in den Straßen mit anzupacken und für das Auto doch einen ordnungsgemäßen Parkplatz zu nutzen. Und sehr gern nehmen wir auch eine kurze Meldung nebst Foto entgegen, wenn sich an bestimmten Stellen im Ort das Wasser staut. Nicht immer sind diese Problemstellen bei Kontrollen gut zu erkennen und lassen sich bestehende Mängel umfänglich aufnehmen. Nur gemeinsam lassen sich Schäden verhindern und zusätzliche Kosten vermeiden.

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter

Aus dem Verwaltungsalltag…

Auch wenn das derzeit schöne Wetter schon einen Vorgeschmack auf die bevorstehende Urlaubs- und Ferienzeit gibt, für die Administration unserer Gemeinde läuft es in allen Aufgabenbereichen auf Hochtouren. So sind etwa zahlreiche Beschaffungen vorzunehmen und Aufträge zu vergeben, um die Entwicklung im Ort voranzutreiben. Bereits beauftragt ist beispielsweise die neue Winterdiensttechnik, samt digitalem Steuerungssystem und leistungsfähigem LKW. In Kürze werden auch die neuen Rahmenverträge zur Lieferung von Papierkörben, zum Entsorgen des Laubs der Straßenbäume und zur Wartung der Straßenbeleuchtung geschlossen sein. In der Ausschreibung befindet sich nun endlich die grundhafte Erneuerung des südlichen Abschnitts der Bötzseestraße. An mehreren Stellen im Ort wurde begonnen, die Gehwege instant zu setzen. Zukünftig soll auch diese Aufgabe möglichst schnell und unbürokratisch über Rahmenverträge geregelt werden soll.

Erstellt sind inzwischen auch die Bauantragsunterlagen für die Umbauten am Kinderbauernhof und die Sanierung des Dorfsaales. Beide Planungen wurden in enger Abstimmung mit Fachplanern und der Denkmalschutzbehörde auf den Weg gebracht. Angelaufen sind auch die Arbeiten zur Instandsetzung des Gebäudesockels am Rathaus, denn altersbedingt zeigte hier die Abdichtung schwächen. Der Baustellenlärm beeinflusst hoffentlich nicht so sehr die Arbeit des Meldeamtes, denn auch dieses ist gerade jetzt zur Ausstellung von Reisepässen gut besucht.

Mit enormer Geschwindigkeit geht es zudem auf der Baustelle der neuen Sporthalle voran, noch zum Jahreswechsel und damit früher als geplant soll dort alles fertig sein. In Planung ist auch die Instandsetzung des Waldsportplatzes, die schon im nächsten Jahr fortgeführt und intensiviert werden soll. Noch in diesem Jahr wird hingegen das neue Schleppdach der Abstellfläche beim Bauhof aufgestellt werden. Vorgeplant ist hier auch die Montage einer PV-Anlage, um auch die Technik des Bauhofs weiter schrittweise auf einen elektrischen Betrieb umstellen zu können. Ganz ohne ölhaltige Betriebsstoffe wird es dennoch absehbar nicht gehen, weshalb sich die sichere und umweltgerechte Lagerung von Kraft- und Gefahrstoffen für den Bedarf von Feuerwehr und Bauhof derzeit in Überarbeitung befindet. Diese Maßnahme deckt auch die geänderten Anforderungen an den Katastrophenschutz mit ab. Denn für den Fall ist heute ein längerer und autarker Betrieb unserer Gebäude und Technik notwendig.

Die Neuausrichtung des Zivil- und Katastrophenschutzes merkt dieser Tage auch unserer Feuerwehr, welche gerade die Abholung des neuen Messfahrzeuges für atomare, chemische und biologische Substanzen aus einer Bundebehörde in Bonn organisiert. Nach nunmehr 24 Jahren im Dienst wird das bisherige Einsatzfahrzeug durch zeitgemäße Technik ersetzt und auch die Ausbildung an das veränderte Konzept angepasst. Um trotz der vielen Vorhaben und Investitionen nicht den Überblick zu verlieren, ist natürlich auch unsere Kämmerei gefordert. Neben den Arbeiten am Jahresabschluss 2024 schreitet auch die Haushaltsplanung für 2026 mit großen Schritten voran. Nicht zuletzt liegt auch der Bauvertrag für das neue Bürgerhaus zur Unterschrift bereit. Der aktuelle Beschluss der Gemeindevertretung ebnete auch dafür den Weg.

So umfangreich diese Aufzählung auch scheint, sie ist keinesfalls vollständig und kann nur einen kleinen Einblick in die vielfältigen Aufgaben unserer Gemeindeverwaltung geben. Möglich ist all dies nur mit fachlichem Weitblick, hoher Flexibilität und persönlichem Engagement – womit der Urlaub für meine Mitarbeiter mehr als verdient ist. Aber auch Ihnen möchte ich eine fröhliche, inspirierende und erholsame Ferienzeit wünschen. Nutzen Sie die Zeit, um auf Reisen bleibende Eindrücke zu gewinnen, neue Kraft zu tanken oder die Verbindung zu Freunden und Familie zu pflegen.

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter

Die Last der Bürokratie

Die hohe Bürokratie in unserem Land steht allenthalben in der Kritik. Auch wir als Gemeindeverwaltung klagen regelmäßig über ausufernde Verfahren und stetig neue Anforderungen an Planungen und Genehmigungen. Egal aus welcher Richtung, man überbietet sich zunehmend in den Forderungen nach Bürokratieabbau. Immer lassen sich dabei auch anschauliche Beispiele für den übergriffigen Staat und seine Mikrosteuerung finden. Der Instrumentenkasten zur Bekämpfung dieses Missstandes wird mit Sondergremien und Kettensägen gefüllt. Viel konkreter werden die ausgestellten Rezepte aber nicht.

Lohnt sich also ein differenzierter und nüchterner Blick auf das Problem. Grundsätzlich sind Regeln und Vorschriften für das funktionieren eine Gesellschaft erforderlich. Nur ein stabiler Rahmen sichert ein friedvolles Zusammenleben und beugt eskalierenden Konflikten vor. Es war der Philosoph Kant, der einst formulierte „Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des Anderen beginnt“ So weit, so richtig! Was uns aber in den letzten Jahrzenhnten abhanden gekommen ist, ist das richtige Maß zwischen diesen beiden Freiheitsansprüchen. Längst dienen Regeln und Vorschriften dazu, das Pendel in die eine oder mal die andere Richtung zu ziehen. Meinungen von Minderheiten zählen oft mehr als der gesellschaftliche Konsenz. Eigentlich kleine Probleme werden zur existenziellen Frage hochstilisiert. Bürokratie wird immer mehr als Hilfsmittel verstanden, um genau das zu verhindern, was man idividuell eben nicht möchte. Selbst im Streit mit dem Nachbarn sucht man akribisch nach der Rechtsvorgabe, welche die eigenen Ansichten bestärkt und den persönlichen Vorteil verschafft. Und findet sich mal nicht das passende Gesetz oder die zweckmäßige Verordnung, dann fordert man diese mit Nachdruck und Empörung ein. Wer besonders laut schreit, der bekommt das gewollte Recht auch eingeräumt. Was früher als Lebensrisko galt und der eigene Vorsorge zugeordnet war, muss heute durch detaillierte Vorgaben möglichst unterbunden werden. Sehr Anschaulich lässt sich dies anhand der Entwicklung von Bau- und Prüfvorschriften erkennen. Keine Frage, Politik betont die Legitimität hoheitlicher Ordnung und Regeln zu stark. Aber häufig sind wir es, als Gesellschaft, die als Fordernde oder Ideengeber auftreten.

Nicht nur beim Thema Bürokratie zutreffend: Dreht man die Stellschrauben zu fest und erzeugt so eine Zwangslage, denn fällt die Gegenreaktion entsprechend heftig aus. Nach fest kommt ab – weiß jeder gute Handwerker. Genau das ist es, was wir gerade an vielen Stellen und in immer mehr Ländern beobachten. Verbunden mit viel Empörung der Hüter von Schraubendreher und Maulschlüssel, aber auch großem Jubel der Gegener über das so sehr erhoffte Materialversagen. Für den Bestand der Demokratie ist jedoch beides schädlich, zu wenig wie auch zu viel Bürokratie. Denn beide Extreme fördern individuelle Interessen und schwächen die Funktionsfähigkeit der Gemeinschaft.

Wer Bürokratie abbauen will, der muss den Prizipien von gesellschaftlicher Freiheit und Willensbildung durch Mehrheit folgen. Weniger Bürokratie bedeutet auch, Risiken zu akzeptieren und im Zweifel sogar zu ermöglichen. Weniger Bürokratie fordert uns auch, sich offen mit den Ideen und Interessen des Anderen auseinanderzusetzen und den eigenen Anspruch gegenüber den Bedürfnissen der Gemeinschaft abzuwägen. Der Verzicht auf Bürokratie verlangt aber auch Achtung gegenüber Gemeingut und ein hohes Maß an Gemeinsinn. Erst so verstanden wird Bürokratieabbau erfolgreich sein.

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter

Wenn einer eine Reise tut…

…dann kommt er mit neuen Eindrücken zurück. So ging es mir auch nach meinem jüngsten Besuch bei den Schweizer Eidgenossen. Die touristisch attraktive, aber für die Wirtschaft auch herausfordernde Landschaft hat gerade in den Tälern kleine Betriebe und eine große Vielfalt an handwerklicher Qualifikation hervorgebracht. Was nur schwer über Berggipfel zu handeln war, musste eben im eigenen Tal selbst hergestellt werden. Und wenn schon ein Transport über Bergpässe notwendig wurde, dann besser von hochwertigen Produkten als nur einfach von Rohstoffen. Auch wenn die Grundlagen der Wertschöpfung historisch sind, sie bestimmen bis heute das Leben in weiten Teilen der Schweiz. Man ist stolz darauf, wenn im Käse die Milch des Nachbarhofes steckt, der Traktor in der örtlichen Werkstatt gewartet wird oder der Schrank im Wohnzimmer vom gleichen Schreiner stammt, mit dem man abends zusammen “Rösti” im Gasthaus verspeist. Nicht selten ist das Gewerbe über Generationen der Familien bewahrt geblieben. Und natürlich engagiert man sich aus dieser Tradition heraus auch ehrenamtlich im Ort, im Sozialen oder für den Erhalt seiner Umgebung.

Keine Frage, der hohe Lebensstandard und die wirtschaftliche Stärke der Schweiz resultiert aus den exportorientierten, von hoher Präzession und Innovationskraft geprägten Wirtschaftsstrukturen. Regionale Wirtschaftskreisläufe sorgen aber für Stabilität, Lebensqualität und gesellschaftlichen Zusammenhalt – dies selbst in abgelegenen Landesteilen. Und auch wenn nicht alles als Schnäppchen daherkommt, so bekommt man doch immer den persönlichen Bezug und regionale Identität als Bonus in die Tüte gepackt. Später auf dem Frühstückstisch platziert oder als Geschenk überreicht, auch die Geschichte dazu ist immer gratis erzählt.

Was aber lässt sich daraus lernen? Von Marmelade bis zu Holzschnitzereien, auch bei uns gibt es hochwertige Manufakturarbeit mit viel Liebe zum Detail. Ob Optikerhandwerk, Gastronomiebetrieb oder Schreinerei, auch der Stolz auf familiäre Tradition lässt sich bei uns im Gespräch mit den Inhabern erleben. So einfach die Suche im Online-Handel auch sein mag, das Gute findet sich aber oft so nah! Aber auch als Gemeinde müssen wir diese regionale Qualität stärker in den Blick rücken. Gemeinsames Marketing über das Netzwerk der Märkische S5-Region kann Kunden und Partner heranführen. Eine bessere Nutzung des Gewerbegebietes Am Fuchsbau oder die Reaktivierung der inzwischen unschönen Flächen in der Landhausstraße muss weiteren Platz für qualitätsbewusstes Handwerk und kreative Dienstleistung schaffen. Der Wochenmarkt in Eggersdorf könnte durchaus bauliche Verbesserungen gebrauchen und womöglich ist die alte Schmiede in der Lindenstraße eine heimelige Kulisse für einen offenen Hofladen. Regionalität braucht Unterstützung vor Ort.

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter

Ein denkwürdiger Tag

Am 8. Mai jährt sich das Ende des Zweiten Weltkrieges auf dem europäischen Kontinent zum 80. Mal. Fast sechs Jahre Krieg brachten allein den Völker Europas über 60 Millionen Tote, als Folge von Kampfhandlungen, aber auch fanatischem Vernichtungswahn. Nochmals Millionen trugen körperliche und seelische Verletzungen davon oder waren durch Verschleppung und Kriegsgefangenschaft schwer gezeichnet. Hunger und Entbehrungen als auch die unvorstellbare, nahezu vollständige Zerstörung aller Infrastrukturen prägten die Folgejahre und forderten weitere Opfer. Der Bevölkerung Europas waren die Wirtschafts- und Lebensgrundlagen entzogen. Es dauerte Jahre und erforderte hohe Anstrengung, bis der Alltag wieder sicher und in erträglichen Bahnen verlief. Der Erfolg auf dem Schlachtfeld mag Mythen und Helden hervorbringen, Krieg schafft aber keine Sieger.

In Anbetracht eines erneuten Krieges in Europa ist das Gedenken an diese schrecklichen Ereignisse aktueller denn je. Wir müssen alles daran setzen, diese Entwicklung zu stoppen. Aktuelle wie auch zukünftige Generationen sollen davor bewahrt bleiben, erneut diesen Erfahrungen ausgesetzt zu sein.

Geschichte lehrt uns dafür mehr, als nur die Erkenntnis über die Folgen des Endes. „Nie wieder” fordert von uns auch, sich der Entstehung und den Ursachen von Kriegen und Konflikten zu widmen. Gewalttätige Auseinandersetzungen, extreme Ansichten und menschenverachtendes Handeln entwickeln sich nicht über Nacht. Sie sind eher das Ergebnis längerer, oft politisch geprägter Prozesse. Wer diese verhindern will, muss gesellschaftlichen, aber auch wirtschaftlichen Verwerfungen gegenüber wachsam bleiben und ihnen frühzeitig begegnen. Denn stabile und humane Gesellschaften gedeihen nur im Ausgleich der Interessen und Bedürfnisse. Unbeantwortete Sorgen und Probleme lassen hingegen Raum für Wut und Hass, für neue Feindbilder und politische Zuspitzung.

Aber der Blick in die Historie zeigt auch auf, kaum etwas gestaltet sich so fragil wie das Verhältnis von Ländern oder Nationen. Zwischen Verbundenheit und Feindschaft liegen oft nur wenige Jahre oder einzelne Ereignisse. Politische oder ökonomische Veränderungen diktieren allzu oft den Wandel zwischen Partner- und Gegnerschaft. Selbst Phasen friedlicher Koexistenz erfordern weiterhin Anstrengungen zur Verständigung. Widmen wir den 8. Mai dem Gedenken, aber auch dem Bewusstsein um die Verantwortung für zukünftige Entwicklungen.

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter

Problemfall Wohnungsbestand

Erneut steht der kommunale Bestand an über 80 Wohnungen auf der Tagesordnung der Gemeindevertretung. Eigentlich ein altes Problem, für welches es schon seit 1990 keine solide Lösung gibt. Ehrlich gerechnet deckten die Einnahmen noch nie die Ausgaben und konnten die Zuschüssen den Substanzverbrauch nur hinauszögern. Gestiegene Baukosten wie auch deutlich höhere energetische Anforderungen zwingen nun dazu, das bisher praktizierte Vorgehen kritisch in Frage zu stellen. Mit Sanierungskosten von teilweise mehr als 5.000 Euro pro m2 liegen diese bereits über den Kosten für Abriss und Neubau. Damit wird zugleich das Ziel einer sozial verträglichen Ausgestaltung der Mietpreise immer unrealistischer. Denn die Sanierung der Objekte einkalkuliert, müssten gut 18 Euro Kaltmiete erhoben werden. Ohne Sanierung wächst hingegen der Anteil der Unvermietbarkeit und sinkt der Wert des gemeindlichen Anlagevermögens.

Hinzu kommt die nüchterne Erkenntnis, dass selbst die um das Jahr 2000 herum durchgeführte Modernisierungen bereits verschlissen sind und den aktuellen Standards nicht mehr genügen. Dämmstoffe lösen sich auf, Isolierfenster werden undicht, Elektroanschlüsse sind für Wärmepumpe und PV-Anlage nicht mehr ausreichend, Leitungen neigen zur Leckage und Abflüsse sind wieder zugesetzt. Die Liste der Probleme wird immer länger und lässt die früher übliche Instandsetzung nach Bedarf nicht mehr zu. Die Beständigkeit neuerer Materialien und Bauteile zeigt sich zudem geringer und deren Austausch wird folglich in kürzeren Abständen erforderlich. Eine ganzheitliche Betrachtung des Problems mündet für die meisten der 13 Wohngebäude in einer Kernsanierung und lässt sich aktuell mit Kosten von über 13 Mio. Euro beziffern.

Zu viel Geld in zu kurzer Zeit. Denn auch die Umstellung auf eine fossilfreie Wärmeversorgung von Kitas, Schulen und Sporthallen wird weiterhin hohe Investitionen in Dämmung sowie Heizungs- und Lüftungstechnik erfordern. Die bittere Konsequenz der verschärften Vorschriften: Prioritäten müssen neu gesetzt und Entscheidungen können nicht weiter vertagt werden. Für tragfähige Lösungen dürften meist Neubau vor Sanierung sowie Mehrfachnutzen vor Einzellösung die Grundlagen sein.

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter