Zum neuen Jahr

Zunächst möchte ich Ihnen für das neue Jahr alles erdenklich Gute wünschen, vor allem Gesundheit, Glück und Schaffenskraft. Mögen all Ihre neuen Ideen, Pläne und Vorsätze erfolgreich umzusetzen sein und sich so in den nächsten Monaten Freude und Zufriedenheit einstellen. Was die kommunalen Ziele anbelangt, so konnten wir gleich in den ersten Tagen mit Energie deren Umsetzung angehen. Denn dank des noch im Dezember verantwortungsvoll gefassten Haushaltsbeschlusses der Gemeindevertretung, stehen uns in diesem Jahr bereits im Januar die finanziellen Mittel dafür zur Verfügung. Auf den großen Baustellen der Gemeinde laufen daher die Arbeiten kontinuierlich weiter. So wächst der neue Grundschulbau in Petershagen zusehends in den Himmel und auf dem Bahnhofsvorplatz sind nicht nur die Regenwasserleitungen zum Giebelsee verlegt. Zahlreiche Ausschreibungen sind zudem in die Wege geleitet. Ob Beschaffung eines weiteren Elektrofahrzeugs, Neugestaltung der Dachterrasse in der Kita Burattino, ein großes Spielgerät für die Kita Giebelspatzen oder die Herstellung barrierefreier Bushaltestellen, schon zum Frühjahr werden diese Projekte umzusetzen sein. Und eine häufig gestellte Frage, wie geht es in der Lindenstraße auf dem Gelände der alten Bibliothek weiter, lässt sich beantworten: Nachdem in den vergangenen Monaten Bodenproben im Labor untersucht, Sanierungskonzepte erarbeitet und diese mit den Umweltbehörden abgestimmt wurden, konnte auch hier die Ausschreibung für die letzten Sanierungs- und Entsorgungsarbeiten initiiert werden. Stand die Bodensanierung eigentlich unter Vorbehalt einer erneuten Beschlussfassung der Gemeindepolitik, so hat inzwischen die Abfall- und Bodenschutzbehörde die Entsorgung von 10-12 m3 ölbelasteten Erdreichs gefordert. Die dauerhafte Gefährdung des Grundwassers ist zwingend abzustellen. Im Zuge dieser Entsorgung wird auch der Abtransport der beiden gereinigten Erdtanks erfolgen. Der noch im Boden befindliche Tank ist unmittelbar von den verbliebenen Schadstoffen umgeben und auch der Gehweg wird für dessen Entnahme zeitweilig gesperrt und abgetragen werden müssen. Damit ist dann endlich auch ein Sanierungsfortschritt erreicht, der den Abschluss der schon laufenden Bauleitplanung und somit die Grundlage für die Errichtung eines neuen Gebäudes an dieser Stelle ermöglicht. Voraussichtlich im Februar wird sich der Fachausschuss der Gemeindevertretung mit den zwei vorbereiteten Varianten erneut auseinandersetzen und eine Auswahl treffen. In Vorbereitung dieses Termins wurden auch Lösungen zur Neugestaltung des Vorplatzes von zukünftiger Bibliothek und alter Schmiede erarbeitet. Berücksichtigt werden sollen dabei auch Abstellmöglichkeiten für Fahrräder und Lastenfahrräder sowie Ladesäulen für Elektromobilität. Auch wenn nicht alles sofort zu erkennen ist, das neue Jahr verheißt einiges an Bewegung.

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter

Im neuen Jahr Anschluss ans schnelle Internet?

Seit Jahren verharrt die Erschließung unseres Ortes mit schnellem Internet im Dornröschenschlaf. Nicht erst die Pandemie hat die bestehenden Defizite offenbart, aber zusätzliche Anforderungen an Home-Office und digitales Lernen haben den Investitionsrückstand nochmals deutlich hervortreten lassen. So frustrierend diese Entwicklung bisher war, so intensiv läuft nun der Markt für Telekommunikationsdienstleistungen in unserer Region an. Aber anders als bei der Versorgung mit Strom und Gas, werden Kommunikationsnetze in einer Region nicht exklusiv an ein Unternehmen vergeben. Durchaus können auch mehrere Unternehmen – zeitgleich oder nacheinander – um den Anschluss der Haushalte an das Glasfaser-Internet werben. Genehmigende Behörde ist hierbei nicht die Gemeinde, sondern die Bundesnetzagentur. Den notwendigen Rechtsrahmen gibt dabei das Telekommunikationsgesetz bundeseinheitlich vor. In diesem ist sowohl der Aufbau der Netzinfrastruktur mit seinen Genehmigungserfordernissen als auch deren Mitnutzung durch andere Wettbewerber normiert. Ebenso finden sich einschlägige Passagen, die den Schutz der Kunden und insbesondere Vertragsbedingungen und Servicequalitäten gewährleisten.

Mit dem dringend notwendigen Aufbau einer Glasfaser-Infrastruktur verbinden wir als Gemeinde auch eigene Ziele. Nicht nur bei unseren Kindertagesstätten, Schulen, Verwaltungs- und Sporteinrichtungen, der Feuerwehr und dem Bauhof sowie zahlreichen privaten Einrichtungen der Daseinsvorsorge ist ein Netzausbau von übergreifendem Interesse, auch Handel und Gewerbe sind mehr denn je auf leistungsfähige Internetzugänge angewiesen. Daher haben wir die ganzheitliche Orientierung von Liberty Networks Germany begrüßt und mit diesem Unternehmen eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Gemeinsames Verständnis ist es, den Aufbau eines flächendeckenden Breitbandnetzes auf Basis modernster FTTH-Lösungen für die mehr als 7.000 Haushalte und Gewerbetreibenden bis Ende 2023 zu erreichen. Dafür sind ein Glasfasernetz von mehr als 150 km Länge und Investitionen in Höhe von 10 Mio € erforderlich – rein privatwirtschaftlich und ohne finanzielle Beteiligung der Gemeinde. Zudem ist vereinbart, das Netz als offene Infrastruktur zu errichten, d.h. die Entscheidung für einen Hausanschluss unabhängig vom Tarifvertrag zu ermöglichen. Auch diese Perspektive lässt uns positiv aufs neue Jahr schauen. Unmittelbar vor uns liegt jedoch die gemütlichste und besinnlichste Zeit des Jahres. Selbst wenn die Weihnachtszeit erneut nicht frei von Einschränkungen ist, so gibt sie doch Anlass für Dinge, die sonst häufig zu kurz kommen. Ob Zusammenkünfte der Familie, Plätzchen backen, Bratenduft, ein gutes Buch oder ausgedehnte Spaziergänge in der Natur, Traditionen verbinden sich mit Vielem und oft auch dem Kleinen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest voller Wärme und Geborgenheit. Genießen Sie Ruhe und Entspannung, schöpfen Sie Kraft für neue Herausforderungen und Ideen. Und vor allem, bleiben Sie gesund!

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter

Mit der Linie 932 zum Bötzsee

…so der Slogan des neu gestalteten Busangebots, welches vor allem große Teile des Ortsteils Eggersdorf mit den beiden S-Bahnhöfen Petershagen und Strausberg verbindet. Nach dem ersehnten Ende der Baustelle auf der Landesstraße L33 werden nicht nur wieder alle früheren Haltestellen bedient, es kommen sogar drei neue Haltepunkte hinzu – Kiefernstraße, Grenzstraße und Birkenstraße. Kürzere Wege zur nächsten Haltestelle sollen die Attraktivität des ÖPNV erhöhen. Auch der nun organisierte Stundentakt in beide Richtungen wird hoffentlich viele Bürgerinnen und Bürger zur Nutzung animieren. Durch die geschickte Linienführung verkehren so durch das Ortsteilzentrum sogar 4 Busse pro Stunde. Ob Einkaufen oder Meldeamt, Arzt- oder Apothekenbesuch, die Planung des Tagesablaufs wird damit vielfach einfacher. Mehr noch, verpasst man beispielsweise den Bus zum Bahnhof Strausberg, dann führt die Gegenrichtung in knapp 20 Minuten zum Bahnhof Petershagen. Gerade für Berufstätige sicher eine gute Option. Und in der Sommersaison können die Autos der zahlreichen Badegäste am Bahnhof abgestellt werden. Innerorts den Busshuttle zu wählen ist damit eine echte Alternative zu den begrenzten Parkflächen im Umfeld des Strandbades.

Dieser Entwicklung voraus gegangen sind umfangreiche und konstruktive Gespräche mit dem Landkreis sowie dem beauftragten Unternehmen Mobus. Da wir als Kommune selbst keine Fahrleistungen vergeben können, gilt mein Dank dem lösungsorientierten Vorgehen aller Beteiligten. Im Gegenzug werden wir weiter unserer Verantwortung für die örtliche Infrastruktur gerecht werden, ob beim konsequenten und schrittweisen Ausbau der barrierefreien Haltestellen – wie zuletzt an der Güntherallee und am Stillen Grund – oder der erstmalige Schaffung eines Busbahnhofs auf dem Vorplatz des S-Bahnhofs Petershagen. Vorgeschriebene Pausen zwingen Busfahrer dann zukünftig nicht mehr auf Parkflächen des Einzelhandels und mit der neuen öffentlichen Toilette wird auch die Hygiene im Arbeitsalltag einfacher.

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter

Komplex und langwierig

Im Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern werde ich oft gefragt, warum an dieser oder jener Stelle noch nicht mit dem ersehnten Bauvorhaben begonnen wurde. Ob Jugendliche, junge Familien oder betagte Senioren, jeder erwartet zeitnah eine Lösung für seine Probleme und die Deckung des drängenden Bedarfs. Was aber meist nicht bekannt ist, für den Bau einer Kita, Schule, Sport- und Kulturstätte oder eines Seniorenzentrums bedarf es einer vorausgehenden Bauleitplanung. Als genormtes und gesetzlich vorgeschriebenes Verfahren sind in diesem gleich mehrfach Bürgerschaft, Umwelt- und Wasserschutzbehörden, übergeordnete Institutionen der Kreis- und Landesplanung, Baulastträger von Kreis- und Landesstraßen oder bundesweit tätige Naturschutzverbände zu beteiligen. Die Aufzählung ist keinesfalls abschließend, die Liste der Wortmeldungen entsprechend lang. Ebenso groß ist das Spektrum der vertretenen Meinungen. Das eigentliche Ziel und der Grund für Planungen geraten dabei schnell ins Hintertreffen, wenn jeder nur von seinem Problemverständnis ausgeht und die Empathie für die Sorgen und Nöte anderer ausbleibt. Schnelle und pragmatische Lösungen sind so wenig realistisch. Erheblich groß ist daher der Aufwand, die unterschiedlichen Interessen auszugleichen, Planungen dafür anzupassen, diverse Fachgutachten zu erstellen und zugleich die eigentlich beabsichtigte Problemlösung als Leitlinie im Bewusstsein zu halten. Fühlt sich womöglich jemand unzureichend im Verfahren berücksichtigt, dann stehen ihm auch dafür Rechtsmittel offen. Selbst dafür gibt es leider Beispiele bei uns im Ort. Wann und durch wen gebaut wird, stellt sich als Frage erst im nächsten Schritt – mit neuen Genehmigungserfordernissen und der Aufgabe der Finanzierung des Vorhabens. Erklärbar sind diese Zusammenhänge durchaus, bei den Betroffenen rufen sie aber wenig Verständnis hervor. In der Regel folgt die ernüchternde, gelegentlich aber auch die emotionale Erkenntnis, dass die eigene Lebensphase womöglich nicht mehr bis zum Planungshorizont reicht. Umso wichtiger ist es, dass Ihre Bedürfnisse als Gewicht in die Waagschale kommen. Denn es sind allzu oft die Leisen, um die es eigentlich geht.

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter

Innovation bringt Bürgernähe

Auch wenn man der Corona-Pandemie nur wenig Positives zuordnen mag, im Verwaltungsalltag hat sie selbst die vielen kleinen Schnittstellen zu unseren Bürgerinnen und Bürgern ins Blickfeld geschoben. Was sonst so nebenher und oft unbewusst funktionierte, verlangte plötzlich nach einer praktikablen Alternative. Selbst da, wo bereits über eine zukünftige Digitalisierung nachgedacht wurde, mussten folglich Planungsprozesse beschleunigt werden. Ob neue Funktionen auf unserer Website, Erweiterungen des Terminbuchungssystems, der Online-Verkauf von Eintrittskarten fürs Strandbad oder die Einrichtung diverser Service-Hotlines, die technischen Möglichkeiten sind heute umfangreicher und haben sich nicht nur bei Impftagen und Testangeboten bewährt. Dank neuem Ausstattungskonzept macht für Sie als Anfragende oder Hilfesuchende kaum noch einen Unterschied, ob unsere Mitarbeiter mobil Arbeiten oder am bekannten Schreibtisch sitzen. Doch auch ohne die Verknüpfung zur digitalen Welt lassen sich Dinge verbessern. Für die Rückgabe von ausgeliehenen Medien steht seit einigen Wochen ein glänzender Rückgabeautomat am Bibliotheksstandort Petershagen. Unabhängig von den sonst geltenden Öffnungszeiten, lassen sich über diesen sowohl Bücher als auch CDs und DVDs unkompliziert und bei Bedarf auch fristgerecht zurückgeben. Vielleicht ist damit auch ein zusätzlicher Anreiz gegeben, das umfangreiche Angebot unserer Gemeindebibliothek zu nutzen oder diesem die Treue zu halten. Damit nicht genug, schauen wir schon mit Vorfreude auf die nächste Neuerung im Rathausablauf. Geplant für Ende Oktober, wird dann ein Dokumententerminal zur Ausstattung gehören und insbesondere die Leistungen des Einwohnermeldeamtes sinnvoll ergänzen. Der Zugewinn an Komfort und Service soll es Ihnen dann auf Wunsch ermöglichen, beantragte Ausweise, Pässe oder Führungszeugnisse selbst am Abend, noch schnell auf dem eigenen Arbeitsweg oder selbst am Wochenende einfach abzuholen. Sie werden lediglich benachrichtigt, sobald die gewünschten Dokumente bereit liegen und Ihr Fingerabdruck öffnet das zugeordnete Schließfach.

Und auch wenn es bei der Umsetzung unter Zeitdruck manchmal etwas hakte, der Erfahrungsgewinn der letzten Monate ist wertvoll und lässt uns mit Nachdruck weiter vorangehen. Sicherheits- und Datenschutzanforderungen stellen uns dabei ebenso vor Herausforderungen wie die Suche nach einfach zu bedienenden Lösungen. Zunehmend deutlich wird auch der Bedarf an einem neuen Serverraum, mit ausreichend Platz, ausfallsicherer Technik und energieeffizienter Klimatisierung. Für mehr Service und Qualität muss letztlich auch unsere Infrastruktur mitwachsen. Sehr gern nehmen wir aber auch Ihre Ideen und Anregungen entgegen – denn Bürgernähe lässt sich dann zielführend organisieren, wenn wir Ihre individuellen Bedürfnisse und Tagesabläufe besser verstehen.

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter

Bewegung im Ortsteil Eggersdorf

Seinerzeit als integrierendes Ortszentrum gedacht, ist inzwischen viel vom ursprünglichen Charme der Wohnanlage Am Markt auf der Strecke geblieben. Mit der Aufgabe der Gastronomie verlor das Zentrum auch für das gesellschaftliche und kulturelle Leben an Bedeutung,. Und bisweilen hinterließ der Leerstand bei Büro- und Geschäftsräumen ein trauriges Bild. Zeitgleich veränderte sich aber auch der Bedarf an Einzelhandelsversorgung, Sport- und Vereinsflächen als auch an Geh- und Radwegeverbindungen. Höchste Zeit also, die Dinge neu und im Zusammenhang zu denken. Mit dem angestoßenen Planverfahren für die alte Gewerbefläche an der Karl-Marx-Straße 21-23 soll nun im hinteren Teil der Standort für eine neue Sporthalle nebst Außensportgelände geschaffen werden. Neben dem Vereinssport erhält hier auch der Schulsport endlich ordentliche Bedingungen. Zur Hauptstraße hin soll sich der örtliche Einzelhandel neu konzentrieren – modern, frisch und aus der umliegenden Wohnbebauung ideal zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar. Fahrten mit dem Auto werden so vermieden und insbesondere Senioren bleiben im Alltag länger unabhängig. Gerade den älteren Menschen unter uns dürfte auch der richtungsweisende Beschluss, das vorgesehene Baufeld am Hasenweg für unterschiedlichste Formen von Seniorenwohnen und Pflege auszuweisen, deutlich entgegenkommen. Sind es doch von dort kaum mehr als 400 m bis zur Apotheke, zum Friseur oder dem Einkauf von Süßigkeiten für die Enkel. Zukünftig soll auch der Park am Mühlenteich entwickelt und besser eingebunden werden, sollen hier Grünflächen zum Verweilen und Flanieren einladen. Mit ausgebauten Wegebeziehungen vom Mühlenteich über den Erlensteg zur Rotdornstraße gestalten sich Fuß- und Radverkehr entspannter und sicherer, sowohl für Schüler als auch Senioren. Komplettieren könnte den Ortskern zukünftig ein Bürgerhaus. Bestehendes Baurecht neben der Kletterwand bietet hierfür bereits die notwendigen Voraussetzungen. Aus der Verbindung von Altem und Neuem lassen sich so Synergien erschließen. Die Berücksichtigung unterschiedlicher Bedürfnisse bringt Menschen zusammen und das Leben an den Markt zurück.

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter

Wie weiter mit Giebel- und Teilungssee

Den geringen Niederschlägen der letzten Jahre geschuldet, hinterlassen die kleinen Seen in unserem Ort derzeit einen traurigen Eindruck. Nur noch Teilflächen weisen eine geschlossene Wasserfläche auf, beim kleinen Giebelsee vermag man selbst diese nicht mehr zu erkennen. Dafür erobern dichte Röhrichte und unkrautartiger Weidenbewuchs zunehmend die Flächen. Für den südlichen Teil des Giebelsee wurde daher schon im vorigen Jahr ein Sanierungsgutachten in Auftrag gegeben und mit umfangreichen Beprobungen der abgelagerten Sedimente begonnen. Umfassende Untersuchungen geben auch immer den Anlass, den Blick zurück auf die historische Entwicklung zu richten. Rückblickend sind starke Schwankungen des Wasserstandes weder beim Giebelsee noch beim Teilungssee ungewöhnlich. Alte Erhebungen zum kleinen Giebelsee weisen hier eine Spanne zwischen 500m² und 10.000m² aus. Anders ist aber heute der Umgang mit diesen Wasserflächen. Als geschützte Biotope klassifiziert, ist es uns als Gemeinde nicht mehr gestattet, einfach unter Einsatz von Technik die einstigen Wasserflächen von Bewuchs freizuhalten. Dies führt in der Konsequenz dazu, dass Verlandungsprozesse ungehindert und sich selbst verstärkend voranschreiten. Fallende Blätter und absterbende Vegetation liefern dabei beste Wachstumsbedingungen im nachfolgenden Frühjahr. Die Prozesse sind durchaus mit denen des heimischen Komposthaufens vergleichbar. Das Absurde an dem gesetzlich garantierten Schutz, der Lebensraum für Fische ist heute schon weitgehend verschwunden, der für Amphibien wird dem wohl folgen. Noch sind Enten und Rallen anzutreffen. Nach vollständiger Verlandung wird es wohl eher die Heimat von Amsel und Rotkehlchen werden. Dem Schutzgedanken folgend, mag womöglich ein Biotop das nächste ablösen. Wenn Gesetze aber nicht mehr sinnvoll ausgestaltet sind, dann stehen sich Umwelt- und Naturschutz selbst im Weg. Es ist daher nur richtig und konsequent, wenn wir uns verstärkt auf die ursprüngliche Funktion unserer Seen besinnen – als wertvolle Lebensräume, hilfreiche Speicher in Starkregenphasen und wichtigen Beitrag zum Mikroklima im Ort. Und nicht zu vergessen, dienen unsere Seen auch der Erholung und gestatten den persönlichen Bezug zur Natur. Nur wenn Flora und Fauna aktiv erlebt werden können, weicht der Verbotscharakter von Gesetzen der inneren Überzeugung und gesellschaftlichem Engagement. Hoffen wir also nach der politischen Sommerpause auf eine Fortsetzung der Diskussion, die all dem gerecht wird.

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter

In Entwicklung…

Für die meisten Augen und Ohren noch unbemerkt, hat sich in den letzten Wochen in Richtung Entwicklung und Verbesserung der Infrastruktur im Ort einiges getan. Mit dem Beschluss zum Bebauungsplan für das Bahnhofsumfeld ist ein wesentlicher Schritt für den Um- und Ausbau dieses Bereichs geschafft. Dank der zeitgleich vorangetriebenen Detailplanungen, kann mit der Ausschreibung der Bauleistungen und voraussichtlich noch in der Sommerphase mit der Umsetzung des Vorhabens begonnen werden. Nach den Abrissarbeiten in der Lindenstraße und endlich erreichter Klarheit zum Umfang der Bodenbelastungen, steht nun auch für diese Fläche die Fortführung der Bauleitplanung auf der Tagesordnung. Ziele des eingeleiteten Planverfahrens sind insbesondere die Unterbringung der Bibliothek in einem neuen Gebäude sowie die Ertüchtigung des Geh- und Radweges zur Lindenstraße hin. Aber nicht nur hier steht die Verkehrsinfrastruktur im Fokus. Mit dem Abschluss der Vorplanungen zur Erneuerung der Brücke über das Mühlenfließ in Richtung Bruchmühle ist auch dort ein Meilenstein erreicht. Dieser bildet aktuell die Basis für die Abstimmungen mit den Nachbarkommunen. Im Ergebnis ist auch hier das Planverfahren zielgerichtet weiterzuführen. Gänzlich andere Infrastrukturen erfahren derzeit im Planverfahren zur Alten Gärtnerei verstärkte Aufmerksamkeit. Wo und wie soll zukünftig der Schwerpunkt Seniorenwohnen und Seniorenpflege berücksichtigt werden? Welcher Standort ist für die vorgesehene Kita der Richtige und wie groß muss diese ausfallen? Die Entwicklung dieser Industriebrache muss sich an den Bedürfnissen der Menschen im Ort orientieren. So stehen bei den neu initiierten Planungen für das Ortszentrum Eggersdorf auch die Bedürfnisse unserer Grundschüler wie auch der Sportvereine im Mittelpunkt, denn vorgesehen ist hier die Realisierung einer neuen Sporthalle. Die Arbeitsintensität wird somit auch in der Sommerphase nicht nachlassen.

Da wirkt umso erfreulicher, dass wir uns dank abschwächender Pandemie auf den (Urlaubs-)Weg in Richtung Normalität begeben können. Der zurückgewonnenen Freiheit bei Erholung und Freizeitgestaltung schaue sicher nicht nur ich erwartungsfroh entgegen. Ganz in diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine fröhliche, aktive, eindrucksvolle und erlebnisreiche Ferienzeit. Nutzen wir die Zeit, um Kraft zu tanken und mit frischen Ideen die vor uns liegenden Aufgaben anzugehen.

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter

(Wirt-)schafft im Ort

Bereits seit den ersten urkundlichen Erwähnungen tragen Handwerks- und Dienstleistungen wesentlich zum Gedeihen unseres Ortes bei. Waren es zum Anfang hauptsächlich Schmiede und Zimmerer, die neue Häuser entstehen ließen und den Pferden neue Hufe verpassten, so folgten mit dem technischen Fortschritt bald zahlreiche Werkstätten und Manufakturen. Selbst der Handel hat eine lange Tradition, gab es doch neben Kolonialwaren auch Produkte der heimischen Landwirtschaft an den Mann oder die Frau zu bringen. Vielleicht ist es unsere Entwicklungsgeschichte oder auch nur die gute Luft und günstige Lage, mit gut 1.300 Gewerbeanmeldungen erfreuen sich Gründung und Aufbau der eigenen Existenz bei unseren Bürgern ungebrochener Beliebtheit. Etwas genauer betrachtet dominiert noch immer das Hand-werk, fast gleichauf gefolgt vom Handel. Und auch körpernahe Dienstleistungen sind inzwischen ein beachtlicher Teil unserer Wirtschaft.

Einen hohen Stellenwert genoss das Gewerbe in den zurückliegenden Jahren jedoch nicht. Bedingungen für dessen Entfaltung wurden selten mit bedacht. Ablehnung formierte sich aus der Darstellung von zu laut, zu geschäftig, einfach unpassend – Stimmen, die auch heute wieder laut werden. So manchen erfolgreichen Gründer trieb es daher zur Wanderschaft in einen der umliegenden Orte. Dabei sind wir alle nahezu täglich auf Handwerks- und Dienstleistungen angewiesen. Örtliche Nähe fördert Transparenz und Kundenbindung, erst sie ermöglicht schnelle und unkomplizierte Lösungen. Doch der Beitrag zum Gemeinwohl ist weit größer, denn bis auf etwa 1,7 Mio. Euro summieren sich die kommunalen Einnahmen aus der Gewerbesteuer inzwischen. Der Erfolg des Gewerbes trägt somit auch zum Ausbau unserer Infrastruktur und zur Verbesserung kommunaler Leistungen bei. Verantwortung übernehmen Unternehmer aber nicht nur mit ihren Steuerzahlungen. Große Teile des Vereinslebens, so manche Veranstaltung oder beispielsweise die Bewahrung historischer Bausubstanz wäre ohne die breite, materielle und finanzielle Unterstützung unserer Gewerbetreibenden nicht möglich. Es wird also endlich Zeit, auch die Bedürfnisse unserer Unternehmer in den Fokus zu rücken. Nachhaltige Ortsentwicklung braucht Unternehmergeist – vor 688 Jahren wie auch heute.

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter

Alte Gärtnerei mit neuen Zukunft!?

Seit fast 25 Jahren bemüht sich die Gemeinde nun schon um neue Perspektiven für die Alte Gärtnerei an der Landsberger Straße. Eigentümer und Investoren für die private Fläche gaben sich in dieser Zeit die Klinke in die Hand, zahlreiche Konzepte und Ideen wurden verfolgt und diverse Planungen angestoßen. Leider ohne Erfolg, die Ernüchterung wurden jedesmal größer. Und mit der Ernüchterung wuchsen auch die Probleme, denn umweltschädliche Altlasten und marode Bausubstanz entsorgen sich nicht von selbst. Die Begeisterung dürfte daher verständlich sein, als ein neuer Eigentümer damit aufwartete, endlich die schwere Aufgabe anpacken zu wollen. Doch wenn Macher in Erscheinung treten, dann sind Kritiker und Gegner nicht weit. So ranken sich dieser Tage viele Mythen und Apokalypsen um die gerade erst begonnene Planung. Vom Kollaps angrenzender Straßen, der ungezügelten Besiedlungen wertvoller Feldflächen oder geldgierigen Immobilienhaien ist etwa die Rede. Natürlich bringen neue Planungen auch Veränderungen mit sich und rufen diese auch Ängste hervor. Genau deshalb gibt es auch offene, transparente und langwierige Planverfahren. Um die Probleme der alten Industriebrache und darüber hinaus für unseren Ort zu lösen, braucht es Mut, Gestaltungswillen und kluge Entscheidungen. Es gilt die Chancen zu ergreifen, kleinteiligen Wohnraum für die Jungen und Alten in unserem Ort zu schaffen. Denn wer heute altersbedingt sein Grundstück nicht mehr bewirtschaften kann oder aus dem Elternhaus heraus seinen ersten Hausstand gründen möchte, dem bleibt allzu oft nur die Aufgabe seiner Heimat. Auch eine neue Kita und ein Seniorenzentrum sollen im Plangebiet entstehen. Gut ein Drittel der Fläche ist zudem einem Landschaftspark vorbehalten, durch den zahlreiche Geh- und Radwege zum Bahnhof oder zur Bushaltestelle führen sollen. Hinter all diesen Zielen fällt nicht zurück, dass es auch um die Beseitigung von Ruinen sowie riesiger Mengen an Müll und Unrat mitten in unserem Trinkwasserschutzgebiet geht. Derart komplexe Sachverhalte lassen Entscheidungen nicht leichtfallen. Allem gerecht zu werden, gleicht ohnehin einem Spagat. Entscheidungen sind aber immer dann klug und richtig, wenn sie einen möglichst großen Nutzen erzielen – für Familien, junge und alte Menschen unter uns, die Verbesserung unserer Infrastruktur, das Ortsbild und die Umwelt. Packen wir es gemeinsam an!

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter