Ferienzeit – Kraft- und Motivationsquelle

Es hat sich etwas verändert: Kam man vor zehn Jahren zusammen, drehten sich die Gespräche häufig um maßgeschneiderte Bildungswege und angestrebte Positionen. Aufenthalte in China, Dubai oder den USA markierten nicht selten persönliche Ziele und berufliche Stationen. Nie zuvor wirkte die Welt agiler und kleiner. Junge Unternehmensgründer und Entwickler neuer Technologien wurden als Vorbilder porträtiert und jeder ihrer Schritte mit Interesse verfolgt. Mit Leidenschaft wurde über die Finanzierung von “StartUps” diskutiert und wie mit einer neuen Risikokultur der Platz an der Weltspitze verteidigt oder womöglich sogar ausgebaut werden kann.

Der Tatendrang von damals ist heute einer anderen Stimmung gewichen. Der Blick ist oft aufs heimische Nest gerichtet, der Wechsel von Aufgabengebieten und die Reduzierung von Arbeitszeit beschäftigen nicht wenige Köpfe. An die Stelle des Anpackens ist eine neue Form von Staatsgläubigkeit getreten. Irgendjemand wird es schon richten, im Zweifel eben durch Zuschüsse und Fördermittel. Was richtig und machbar ist, weiß ohnehin immer weitreichender der Gesetzgeber. Es scheint so, als ist uns gesellschaftlich der Schneid abhandengekommen, fehlt es uns an Biss für die Herausforderungen der Zeit. Wir genießen den Wohlstand früherer Wirtschaftswunder, verpönen aber in öffentlicher Debatte allzu oft deren Triebkräfte. Bevor ich aber jemandem Unrecht tue, es gibt sie natürlich noch, die Fleißigen, Mutigen und Zielstrebigen. Die modernen Deutungen von Nachhaltigkeit haben aber ihren Wert aus dem Fokus gedrängt. Sicher hat die verordnete Trägheit zur Bekämpfung der Pandemie ihren Anteil daran. Und wahrscheinlich fördert das politische Wirrwarr eher Lethargie, so dass Neues nicht mehr mit Positivem verbunden wird. Auch darum werden große Erfolge oder bahnbrechende Durchbrüche in Wissenschaft und Forschung zunehmend in anderen Teilen der Welt gefeiert. Für den Erhalt des Status Quo, aber vor allem für die Bewältigung aktueller Herausforderungen werden wir wieder mehr brauchen, mehr von der Stimmung früherer Jahre.

Genau hier kommt die aktuelle Urlaubsphase wie gerufen. Bietet sie doch die beste Gelegenheit, auf Reisen und mit offenen Augen auch Projekte und Lösungen in anderen Regionen auf sich wirken zu lassen. Der Austausch mit anderen Menschen gibt nicht nur Einblick in deren Denkweise, er bringt auch neue Ideen hervor und prägt die eigene Sicht positiv. Wem die große Reise verwehrt bleibt oder auch zusätzlich – der Jahresurlaub kann auch dem Griff zu einem guten Buch dienen. Vielleicht aus Biografien erfolgreicher und innovativer Persönlichkeiten, Beschreibungen technologischer Neuerungen oder Zeichnung anschaulicher Zukunftsvisionen, auch aus geschriebenen Zeilen lässt sich Kraft und Motivation schöpfen. Persönlich habe ich mir diesmal eine Mischung daraus vorgenommen – in diesem Jahr leider ein eher kurzer Aufenthalt im Ausland, jedoch sind die Bücher bereits geliefert. Und hoffentlich als Krönung des persönlichen Erfolgs gilt es dann noch ein Heimwerkerprojekt in Angriff zu nehmen. Ganz in diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine erlebnisreiche, erholsame und vielleicht auch aufrüttelnde Ferien- und Urlaubszeit.

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter

Kommunalwahl – und nun?

Wann immer ich in den vergangenen Tagen und Wochen mit Bürgern ins Gespräch kam, die Frage nach dem Umgang mit dem Wahlergebnis bewegte die Gemüter. So sehr sich auch die politischen Kräfte verschoben haben, das Ergebnis war vorhersehbar. Es spiegelt letztlich die momentane Stimmung in der Gesellschaft, die sich nicht erst mit den Botschaften des zurückliegenden Wahlkampfes verändert hat. Oft mit hoher persönlicher Emotionalität verarbeitet, bestimmen seit gut zwei Jahren vor allem einzelne bundes- und europapolitischen Weichenstellungen das Meinungsbild. Ob die Bewertung von Entwicklungen immer rational und fachlich korrekt ist, dazu wird es wohl immer unterschiedliche Auffassungen geben. Geführt werden die eigentlich notwendigen Debatten aber zunehmend hitzig. Für den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährlich wird es dann, wenn unterschiedliche Ansichten polarisieren und zuspitzen, wenn abweichende Meinungen nicht mehr akzeptiert und reflexartig einem politischen Lager zugeordnet werden. Dies muss uns Sorgen bereiten.

Bezogen auf unsere kommunale Ebene ließ die beschriebene Stimmungslage die Erfolge der zurückliegenden Legislaturperiode und auch das oft hohe persönliche Engagement unserer Kommunalpolitiker ein Stück weit verblassen. Umso mehr kommt es nun darauf an, auch in der neuen Zusammensetzung der Gemeindevertretung sich möglichst schnell und konstruktiv der Sachthemen anzunehmen und Lösungen für drängende Probleme zu erarbeiten. Konflikte mögen Aufmerksamkeit garantieren und manchmal zur Unterhaltung beitragen, durchsetzen wird sich letztlich aber immer Fleiß und gute Arbeit im Sinne der Bürger und für unseren Ort.

In diesem Sinne vermochte die konstituierende Sitzung der Gemeindevertretung am 04. Juli ein positives Signal zu senden. Sehr diszipliniert, persönlich zurückhaltend und überaus sachlich gelang es, die gut gefüllte Tagesordnung abzuarbeiten. Weder die Besetzung wichtiger Ämter und Funktionen, noch die Ausrichtung der Arbeit der Fachausschüsse geriet zur Konfrontation. Die sich so ergebende Mischung aus Erfahrung und Neuzugängen lässt einen zügigen und sachorientierten Arbeitseinstieg erwarten. Die erste Bewährungsprobe galt es noch am gleichen Abend zu meistern. Der Beschluss zur überplanmäßigen Auftragserteilung für das neue Sportfeld auf dem Waldsportplatz wurde einstimmig gefasst. Ein mehr als guter Start in die neue Legislaturperiode.

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter

Heuweg – Geschichtsbuch erhält neues Kapitel

Zumindest unter diesem Namen nicht jedem bekannt, verbindet der Heuweg an der Andreas-Hofer-Straße seit mehr als 120 Jahren den Ortsteil Petershagen mit Bruchmühle und Fredersdorf/Nord. Über landwirtschaftliche Transporte hinaus, diente die Verbindung über die Zeit auch immer dem Fuß- und Radverkehr. Für die zugehörige Brücke übers Mühlenfließ genügte in den ersten Jahrzehnten noch eine hölzerne Balkenbrücke. Schwerer werdende Landwirtschaftstechnik erforderte jedoch Ende der 60er-Jahre den Umstieg auf Beton. Deutlich in die Jahre gekommen, musste diese Brückenkonstruktion vor knapp drei Jahren in der Nutzung eingeschränkt werden.

Sehr zum Ärger vieler Nutzer.So schnell sich die angrenzenden Kommunen dem gemeinsamen Ziel eines Ersatzneubaus verschrieben, es folgte ein wahrer Marathon aus Planung und Genehmigungen. Allein die vorgeschriebenen Untersuchungen zum Artenschutz erstreckten sich über mehr als ein Jahr. Mehrere Planungsvarianten mussten gegeneinander ab-gewogen werden, was letztlich zu Beton als Hauptbaustoff für die Brücke und eine wassergebundene Decke für den Weg führte. Und auch das Mühen um eine finanzielle Förderung war erfolgreich. Das Land Brandenburg wird den Brückenbau mit 200.000 Euro erheblich unterstützen.

Inzwischen sind die Aufträge für die Baumaßnahmen vergeben und beim Wegebau sind bereits deutliche Fortschritte zu erkennen. Gemäß erster Bauberatungen vor Ort wird voraussichtlich noch im Juni mit dem Abriss der alten und dem Bau der neuen Brücke begonnen werden. Damit nimmt ein für unsere Gemeinde nicht alltägliches und für die Region durchaus bedeutendes Verkehrsinfrastrukturprojekt endlich an Fahrt auf. Wie schon im vorigen Jahrhundert, profitieren auch heute Fußgänger und Radfahrer von diesem kommunalen Engagement.

Abseits der großen Hauptstraßen sind damit nicht nur Schulen, Dienstleistungs- oder Gewerbebetriebe sicher und auf kurzem Weg zu erreichen, beliebt ist die Verbindung auch für Tourismus und Freizeitaktivitäten. Und vielleicht sorgen gelegentlich auch Pferdebesitzer für einen Hauch landwirtschaftlicher Nostalgie auf dem Heuweg.

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter

Neue Entwicklung auf alter Gewerbebrache

Mit den jüngst angelaufenen Aufräumaktivitäten zwischen Karl-Marx-Straße und Rotdornstraße beginnt ein neues Kapitel in der wechselvollen Geschichte dieses Areals. Ein gutes Jahrhundert gewerblich-industrieller Nutzung hatte zuvor deutliche Spuren und auch manche Belastung hinterlassen. Auch wenn die Nutzungsaufgabe über Problemlagen hinwegtäuschte, über längere Zeit zeichnete sich keine Lösung zur Beräumung und Nachnutzung ab. Nach mehr als drei Jahren umfangreicher Analyse-, Planungs-, Beratungs- und Entscheidungsprozesse konnte ein neues und zukunftsfähiges Konzept auf den Weg gebracht werden.

Erstmals in der Geschichte des Ortsteils wird dieser nun eine Sporthalle erhalten – mit optimalem Platz auf zwei Hallenfeldern, hell und lichtdurchflutet, optisch ansprechend und energieeffizient. Der bisher für den Schulsport genutzte Tanzsaal einer alten Kneipe genügt schon lange nicht mehr den Anforderungen, weshalb ein Teil der Grundschüler seit einiger Zeit auf Sportflächen im benachbarten Strausberg ausweichen muss. Bessere Bedingungen erhalten damit aber auch die Sportvereine sowie die aktiven Yoga- und Bewegungsgruppen im Ort. Die Halle umgeben werden Außensportanlagen, von der Laufbahn über eine Weitsprunganlage bis zum Allwettersportplatz. Der Bauvertrag hierfür ist bereits unterzeichnet und auch die Unterlagen für den Bauantrag sind fertiggestellt.

Die für den vorderen Teil des Grundstücks geplante Einbettung des Einzelhandels (Aldi-Markt) entspricht zudem der Zielsetzung des gemeindlichen Nahversorgungskonzeptes. Waren des täglichen Bedarfs sollen so möglichst fußläufig erreicht werden können, ohne auf ein Auto angewiesen zu sein. Gerade ältere Bürgerinnen und Bürger tragen ihre Alltagsprobleme hierzu sehr regelmäßig vor. Darüber hinaus soll diese Standortentscheidung auch zur Stabilisierung des kleinteiligen Einzelhandels im Ortszentrum beitragen und dem Ladensterben durch mehr Attraktivität des Umfeldes entgegenwirken.

In Folge der Nutzungsaufgabe hatten sich aus den alten Betonflächen und teilweise auch aus den Mauern der Ruinen heraus Baum- und Strauchstrukturen entwickelt. Auch wenn hier wenig Hochwertiges aufgewachsen ist, haben sich die Planungen ausdrücklich der Entwicklung des Naturraums angenommen. So sieht das Konzept etwa die Pflanzung von gut 120 neuen, sehr wertigen Bäumen im Umfeld vor. Hinzu kommen zahlreiche Hecken und Stauden, begrünte Zäune und Fassaden sowie Nist- und Schlafplätze für die im Planungsprozess genau erfassten Tierarten. Nicht zuletzt werden auch die Beseitigung von Schadstoffen und die neu geordnete Versickerung von Niederschlagswasser der Umwelt zuträglich sein und das betroffene Areal und auch das Umfeld deutlich aufwerten.

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter

Verbindungswege

Eingegangen ist dieser Tage der Förderbescheid für den Ersatzneubau der Heuwegbrücke an der Andreas-Hofer-Straße. Das Land Brandenburg wird dieses, regional durchaus bedeutsame Vorhaben finanziell unterstützen. Die Bauleistungen für die Brücke sind bereits ausgeschrieben und auch für die Sanierung des vorgelagerten Heuwegs konnte ein Auftrag vergeben werden. Somit kann es mit dem Ausbau der Geh- und Radwegeinfrastruktur auch an dieser Stelle in Kürze losgehen. Verbessert wird damit nicht nur die Erreichbarkeit der Schulstandorte Altlandsberg, Fredersdorf und Petershagen, auch als touristische Wanderroute hat diese Verbindung abseits der Hauptverkehrsachsen besondere Relevanz. Dies hatten auch schon Generationen vor uns erkannt, denn das erste Brückenbauwerk entstand dort vor über 120 Jahren.

Quasi als Lückenschluss des Europaradwegs R1 wird in diesem Jahr auch der Ausbau der Bötzseestraße im südlichen Abschnitt beginnen. Die Betrachtung unterschiedlicher Ausbauvarianten ist inzwischen abgeschlossen und die finale Lösung in der Kommunalpolitik abgestimmt. Auch wenn sich der Großteil der Baumaßnahmen eher ins Jahr 2025 verlagern wird, ist ein Ende des desolaten Zustandes der Straße absehbar. Zukünftig sollen Einengungen und abschnittsweise Einbahnstraßen zur Verkehrsberuhigung beitragen. Ein über den gesamten Straßenabschnitt geführter Gehweg bindet dann die ansässigen Pflege- und Therapieeinrichtungen sowie das Bürogebäude mit an. Letzteres soll als private Investition auch einen Aufzug erhalten, womit dann auch die dort praktizierenden Ärzte barrierefrei erreichbar sein werden.

Neu zu planen ist hingegen der letzte Abschnitt der Charlottenstraße im Ortsteil Petershagen, der auf die Mittelstraße trifft. Die alten Überlegungen zur Erschließung aus dem Jahr 2016 erfüllen die aktuellen Anforderungen nicht mehr. So soll in Zukunft ein durchgängiger Gehweg den Schülerverkehr sicher gestalten und so Anreize schaffen, die Schule eher zu Fuß statt mit dem Auto zu erreichen. Wo auf das Auto aber nicht zu verzichten ist, sollen Halte- und Parkflächen für mehr Übersichtlichkeit und Struktur sorgen. Durch wildes Befahren stark in Mitleidenschaft gezogene Grünflächen müssen neu angelegt und im Verkehrsraum geschützt werden. Nach Erarbeitung der Planung soll die Baumaßnahme im nächsten Jahr umgesetzt werden.

Weitgehend abgeschlossen ist inzwischen der Bau der smarten Wegebeleuchtung im freien Abschnitt der Landsberger Straße. Eine bedarfsgerechte Steuerung ähnlich einem Bewegungsmelder, wenn Fuß-gänger oder Radfahrer den Weg nutzen, soll sowohl Energie sparen als auch dem Naturschutz im offenen Landschaftsraum dienen. Im nächsten Schritt wird nun die Landes-Straßenmeisterei die wassergebundene Wegedecke aufbringen. Damit wäre dann ein Teil des Gesamtausbaus der Landsberger Straße geschafft, der in mehreren Abschnitten bis 2026 erfolgen wird.

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter

Straßenbau – wo führen die Wege hin

Die übermäßig nasse und bisweilen sehr winterliche Wetterlage der vergangenen Wochen hat an vielen Stellen im Ort erhebliche Schäden an Straßen und Wegen hervorgerufen. Wie schwierig inzwischen deren Beseitigung ist, dazu auch mehr in dieser Ausgabe unseres Ortsblatts. Beschwerden zum Straßenzustand werden inzwischen aber auch aus einem anderen Problem heraus an uns herangetragen. Mit zunehmendem Alter wird es für eine wachsende Zahl an Bürgerinnen und Bürgern immer schwerer, ihre täglichen Wege und Besorgungen auf unbefestigten Straßen zu meistern. Oft bleibt im Alter der Gang zu Fuß, nicht selten sogar mit Rollator, die einzige verbleibende Lösung.

Zugleich sind in den vergangenen Jahren nahezu alle Planungen zum Bau von Erschließungsstraßen bei den Anwohnern auf Ablehnung gestoßen. Als Gründe dafür wurden fast ausschließlich die extrem gestiegenen Baukosten angeführt, welche man nicht mehr willens und in der Lage ist, zu tragen. Auch wenn es als Lösung naheliegt, einen höheren Anteil an den Baukosten wird die Gemeinde kaum tragen können. Denn mit der Abschaffung der Ausbaubeiträge für bestehende Straßen und Wege ist der Gemeindehaushalt für diesen Bereich ohnehin in höherem Maße belastet. Ein adäquater Kostenausgleich durch das Land, eigentlich als Urheber der Rechtsänderung verantwortlich, bleibt bisher leider aus. Mit dem gemeindlichen Anspruch, verstärkt auch Geh- und Radwege zu ertüchtigen, stoßen wir damit insgesamt an Grenzen.

Für die Betroffenen und den berechtigten Anspruch an eine ordentliche und zweckmäßige Verkehrsinfrastruktur kein besonders positiver Ausblick. Daran kann auch die zuletzt vorgenommene Priorisierung von Baumaßnahmen durch die Gemeindepolitik wenig ändern. Gerade in Randlagen des Ortes oder für Straßen mit sehr geringer Verkehrsbelastung könnte aber der vor Jahren praktizierte „provisorische Ausbau“ einer Mischverkehrsfläche die Lösung sein. Denn die Erkenntnis ist, die Provisorien halten unter bestimmten Voraussetzungen länger als damals gedacht. Mögliche Kriterien dafür sollten in der nächsten Legislatur der Gemeindevertretung beraten werden. Auch wenn eine Erweiterung unserer Straßenkonzepte zu keiner kostenfreien Erschließung führen wird, so könnte doch an der einen oder anderen Stelle eine finanziell akzeptable Lösung gefunden werden.

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter

Manchmal gibt es Nachrichten, die nicht einfach zu akzeptieren sind…

Anke Ellermann
*03.03.1975   + 01.01.2024

Es war dein unbändiger Drang, örtliches Vereinsleben, gesellschaftliches Engagement oder auch nur unterschiedliche Fähigkeiten und Möglichkeiten mit aktiver Jugendarbeit im Ort zu vernetzen, der unsere Wege vor mehr als 8 Jahren kreuzen ließ. Die innere Unruhe, nicht mit jedem Angebot jeden Jugendlichen erreichen zu können, war dabei stets dein Antrieb. Kein Gespräch, keine Mail von dir, ohne neue Ideen und Konzepte. Ein noch unvollendetes Herzensprojekt war die Verbindung zum örtlichen Gewerbe. Durch Erlernen und Erleben echte Perspektiven aufzuzeigen und die eigenen Fähigkeiten zu erkennen, das war erklärtes Ziel deiner Projektidee. Anleiten und fördern waren feste Grundsätze deiner pädagogischen Arbeit. 

Manch Heranwachsende empfanden deine Ansichten und Regel als zu streng. Was du ihnen aber mit auf den Weg gegeben hast, erschloss sich meist erst Jahre später. Und wie die Phasen jugendlicher Entwicklung auch immer waren, stets war der Jugendclub ein Stück zu Hause, vereinzelt sogar “das” zu Hause. Und wenn es dafür einer ordentlichen Pizza – natürlich selbst zubereitet – dem Griff in die Haribo-Dose oder einfach nur einer Schokolade bedurfte, dann hast du auch dafür gesorgt. Probleme von Jugendlichen nahmst du immer persönlich und hast diese oft viel zu sehr an dich herangelassen. Nicht nur bei nächtlicher Suche im Ort, wenn etwa Sorgen und Nöte einen jungen Menschen auf der Straße hielten. 

Nicht vergessen werde ich auch deine Anrufe in der Nacht, wenn jugendlicher Übermut mal wieder außer Kontrolle geriet. Ordnend standest du dazwischen und suchtest nach einer Lösung. Selbst als Situationen brenzlig wurden, brauchte es einiges an Nachdruck, dich von deinem Vorhaben abzubringen. Und auch das gehörte zu dir: Die feste Überzeugung, jeder hat das Potenzial für eine positive Entwicklung und deine schützende Hand hat manchen Jugendlichen vor weitreichenden Konsequenzen bewahrt. Einfache Wege zu beschreiten, zu ignorieren oder aufzugeben waren für dich nie akzeptabel. Ebenso wenig wie feste Arbeits- und Feierabendzeiten. Der Kopf arbeitete eigentlich immer, stets war das Handy erreichbar und oft reiften Ideen erst spät abends am heimischen Schreibtisch. 

Deine Sorge, irgendwann der Aufgabe Jugendarbeit nicht mehr gerecht werden zu können, trieb dich – natürlich neben der Arbeit – erneut auf die Schulbank. Was örtliche und regionale Entwicklung leisten muss, um den Bedürfnissen aller Altersgruppen zu entsprechen, sollte deine nächste Herausforderung werden. Nicht nur weil ich Einblick in deine Studienergebnisse haben durfte, auch diese Aufgabenstellung hättest du mit Bravour gemeistert.

Danke für Dein außergewöhnliches Engagement! Danke, dass ich mit Dir arbeiten durfte! Danke, dass Du Teil unserer Gemeinde warst!

Haushaltsbeschluss stellt wichtige Weichen

Nur drei Tage vor Weihnachten war es der Gemeindevertretung gelungen, mit deutlicher Mehrheit den Beschluss zum Haushalt 2024 zu fassen. Diese verantwortungsvolle Entscheidung lässt uns als Gemeinde schon Januar handlungsfähig werden und stellt zugleich die Weichen zur Erfüllung kommunaler Aufgaben und für wichtige Investitionen zum Erhalt und Ausbau unserer Infrastruktur. Ob Straßen oder Wege, der Ausbau von Sportstätten, die Schaffung oder Sanierung von Treffpunkten und Begegnungsstätten im Ort, die Anpassung unseres Fuhrparks beim Bauhof und der Feuerwehr oder etwa die Digitalisierung kommunaler Dienste und Einrichtungen, die Kosten hierfür werden sich in den nächsten Jahren zu Millionenbeträgen summieren. Damit soll unser Ort aber nicht nur Stück für Stück besser werden. Gerade in schwierigen Zeiten verstehen wir kommunale Investitionen auch als konjunkturelle Stütze und treibenden Motor regionaler Wirtschaftskreisläufe.

Dennoch darf die hohe Geschlossenheit in der Kommunalpolitik nicht über die wachsenden Unsicherheiten und die damit zunehmend schwerer zu kalkulierende Einnahmen der Kommune hinwegtäuschen. So manche Kennziffer und Prognose lässt eher Bauchschmerzen und Sorgenfalten aufkommen. Dies zwingt uns in der Konsequenz, bei den Ausgaben auf Sicht zu fahren. Bereits klar erkennbar ist, die Bäume wachsen nicht mehr in den Himmel und wir werden folglich vieles strategisch neu denken müssen. Gerade Infrastruktur muss zukünftig multifunktionaler und im Betrieb effizienter ausgerichtet werden. Nicht für jeden individuellen Bedarf wird es zukünftig eine Einzellösung geben können. Bezahlbar bleibt, was möglichst Vielen im Ort nutzt. Das setzt voraus, wieder dichter zusammenzurücken, die Bedürfnisse und Interessen des Anderen zu verstehen und zu akzeptieren.

Wenn Flexibilität und gesellschaftliches Miteinander die richtigen Rezepte für eine weiterhin positive Entwicklung sind, dann wirken diese auch gegen die Sorgen eines wirtschaftlichen Einbruchs und ausufernder Kostenlawinen. Schauen wir in diesem Sinne gemeinsam positiv auf das neue Jahr und packen wir die vor uns liegenden Herausforderungen an. Persönlich wünsche ich Ihnen alles erdenklich Gute, Gesundheit, Glück, Erfolg und Schaffenskraft!

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter

Einladung zum Neujahrsempfang

Das Jahr 2023 geht zu Ende. Es war kein einfaches Jahr, mit vielen Herausforderungen und Unsicherheiten. Als Kommune haben wir auch in diesem Jahr versucht, unseren Bürgerinnen und Bürgern mit unseren Angeboten und Dienstleistungen kompetent und verlässlich zu Seite zu stehen und mit Investitionen und Entlastungsmaßnahmen die Funktionsfähigkeit und Wirtschaftskraft des Ortes zu stärken.

So freut es uns, dass wir in vielen Bereichen die Entwicklungen im Ort weiter befördern konnten: durch den konsequenten Ausbau der Verkehrsinfrastruktur ebenso wie durch die Förderung eines modernen und attraktiven Einzelhandels.

Darüber hinaus wurden in den zurückliegenden Monaten richtungsweisende Beschlüsse gefasst: Die Sanierung des historischen Dorfsaals in Petershagen wird ein wichtiger Schritt zur Erhaltung des kulturellen Erbes. Mit der „Mühlenfließhalle“ ist im Ortszentrum Eggersdorf erstmals eine Sporthalle mit Außenanlage geplant. Und mit dem „Haus Mühle“ soll ein Bürgerhaus entstehen, das dem gesellschaftlichen und kulturellen Bedarf im Ortsteil Eggersdorf gerecht wird.

Diese Projekte werden wir auch im kommenden Jahr weiter voranbringen. Außerdem freuen wir uns, auch 2024 in Zusammenarbeit mit unseren Kulturschaffenden und Vereinen wieder fröhliche Höhepunkte im Ortsleben zu gestalten, wie das Dorfangerfest, das Sattelfest und andere mehr.

Zunächst aber wünsche ich Ihnen einen besinnlichen Jahresausklang und würde mich sehr freuen, beim Neujahrsempfang der Gemeinde Petershagen/Eggersdorf

am Freitag, dem 12. Januar 2024, um 18.00 Uhr in der Giebelseehalle

auf ein glückliches und gesundes Jahr 2024 mit Ihnen anzustoßen.

Mit herzlichen Grüßen
Ihr Bürgermeister
Marco Rutter

Engagement – Hand in Hand

Nicht nur der Blick in den Terminkalender dieses Ortsblatts lässt erkennen, gerade jetzt zur Herbst- und Weihnachtszeit präsentiert sich unser Ort mit vollgepacktem, abwechslungsreichem Kulturkalender besonders erlebnisreich. Was mancher Veranstaltungstitel aber nur unzureichend offenbart: ohne das verlässliche Engagement unserer zahlreichen Vereine wäre so mancher kultureller Höhepunkt nicht zu stemmen. Denn trotz des weitreichenden Einsatzes unserer gemeindlichen Öffentlichkeitsarbeit und des Bauhofs, lassen erst Kreativität und persönliche Note der Vereinsmitglieder diese Veranstaltungen zu etwas Besonderem, zu einem unverkennbaren Teil des gesellschaftlichen Lebens im Ort werden. Für mich ist das ein Grund, die Bedeutung des Vereinslebens besonders hervorzuheben und für dessen Einsatz herzlich zu danken!

Diese Form bürgerschaftlichen Engagements ist für unseren Ort von besonderem Wert. Mit Sorge nehme ich wahr, dass alle Vereine inzwischen Nachwuchssorgen plagen. So manche ehrenamtliche Initiative ist kaum noch zu erbringen und der Blick voraus lässt selbst liebgewordene Aktivitäten zunehmend in Frage stellen. Deshalb möchte ich die Gelegenheit auch nutzen, um Ihr Mitwirken zu werben. Ob Ehrenamt im Verein oder in Bündnissen und Initiativen, gesellschaftliches Engagement findet Anerkennung, ist zudem persönlich erfüllend und der wohl beste Ausdruck von Verbundenheit mit unserem Ort und der Region.

Die Entwicklung (und der Aufbau) einer zeitgemäßen und zweckmäßigen Infrastruktur ist Aufgabe der Gemeinde, auch wenn steigende Planungs- und Baukosten so manche Investition in die Zukunft schwierig erscheinen lassen. Abseits der gesetzlich normierten Aufgaben, trägt die Stärkung des Gemeinwohls zur Funktionsfähigkeit des Ortes bei und unterstützt das gesellschaftliche Zusammenleben.

Vor diesem Hintergrund sind die jüngsten Beschlüsse der Gemeindevertretung als richtungsweisend zu werten. Die Bestätigung des überarbeiteten Sanierungsplans für den Dorfsaal sichert nicht nur unser historisches Erbe, es wird in dieser Kulisse in den nächsten Jahren eine durchaus einzigartige Kulturstätte entstehen. In kurzer Taktfolge ebnete zudem der Beschluss zur Realisierung des „Haus Mühle“ im Ortszentrum Eggersdorf den Weg zur Auftragsvergabe. Die im Erdgeschoss vorgesehenen Multifunktionsräume sollen zukünftig auch dem Vereinsleben einen Ankerpunkt geben. So wirken bürgerschaftliches und gemeindliches Engagement Hand in Hand.

Ihr Bürgermeister
Marco Rutter